Am 03.08.2012 11:04, schrieb Tobias Bengfort:
...
es ist jetzt schon ein paar Wochen her, dass bekannt wurde, dass das
US-Militaer seine Drohnen-Kontrollsysteme auf Linux umstellen will.[1]
...
Was denkt ihr generell davon, politische Positionen in Lizenzen
einzubauen? ...

Ich denke wie du, aber es ist wohl zu spät. GNU/Linux unter GPL kann man nicht rückgängig machen. Man könnte natürlich auf weniger starken Copyleft-Lizenzen aufbauen und dort ethische Klauseln einbauen. Ich bezweifle allerdings, ob es viel nützt.

Ich hatte ein BASIC-Programm, dass ich geschrieben hatte, explizit von Rüstungszwecken ausgeschlossen und dadurch einige Leute, die mich mit Geschäfts-Adressen von Rüstungsfirmen anschrieben, genötigt andere Adressen zu benutzen. Ein hilfloser Protest, aber immerhin. Also mit eigenen proprietären Zusätzen kann man das machen, hat aber nichts mit freier Software zu tun. (Später versuchte ich das Programm (für die Berechnung von Propellern) frei zu geben, aber es interessierte niemanden und ich weiss selber nicht wie.)

Ich versuchte auch, die waffenstrotzende englischsprachige Wikipedia etwas zu entwaffnen, ganz ohne Erfolg. Freiheitsliebe und Waffennarrerei sind offenbar nahe beieinander, wie beim bekannten Pionier Eric Raymond.

In diesem Zusammenhang eine Frage von mir als Schweizer an meine deutschen Freunde. Wie seht ihr es, dass ich versuche deutsche Produkte (neben fast allen andern auch) zu boykottieren, da Deutschland Krieg führt? (Es ist mir klar, dass auch die Schweiz indirekt Kriege anzettelt, mit Rüstungszusammenarbeit und Waffenexporten, aber ich muss ja essen und mindestens die Produkte meines eigenen Landes kaufen können.) Was ist, gerade bei Computer-Dingern, wohl das ethisch korrekteste Land zumindest betreffend Marke?

Liebe Grüsse, Theo

_______________________________________________
fsfe-de mailing list
[email protected]
https://mail.fsfeurope.org/mailman/listinfo/fsfe-de

Antwort per Email an