# Arnulf Pelzer [2018-01-24 11:23 +0100]:
Lobbyismus ist, in meinen Augen, ein Grundübel der Demokratie in
Deutschland, in Europa und in der ganzen Welt.

Lobbyismus ist im engeren Sinne politische Interessenvertretung. Ein
Mensch, der Interesse X vertritt, möchte Entscheidungsträger davon
überzeugen, dass sein Anliegen wichtig ist und politisch und gesetzlich
respektiert wird.

Interesse X kann vieles sein, nicht nur die raffgieriger
Großindustrieller: Umweltschutz, Menschenrechte, gesunde Nahrungsmittel,
und natürlich auch Freie Software.

Die Alternative wäre: Wenige Politikerinnen, die sowieso schon
unrepräsentativ für die Gesamtbevölkerung stehen, entscheiden noch
abgeschiedener von der realen Welt über wichtige Angelegenheiten, und
niemand hat einen Kanal, um sie über bestimmte Sachverhalte aufzuklären.
Wäre das besser für die Demokratie?

Ich stimme allerdings zu, dass es zahlreiche Probleme beim Lobbyismus
gibt, die man verbessern muss: Fehlende Transparenz; unfaire Vorteile,
die reiche Unternehmen gegenüber NGOs haben; ungleiche Finanzierung von
Interessen und so weiter. Jedoch NGOs zu kritisieren, weil sie
ihrerseits politische Arbeit betreiben und das Ungleichgewicht
versuchen auszugleichen, finde ich falsch.

Viele Grüße
Max

--
Max Mehl - Program Manager - Free Software Foundation Europe
Contact and further information: https://fsfe.org/about/mehl
Support advocacy for Free Software:  https://fsfe.org/donate
_______________________________________________
FSFE-de mailing list
[email protected]
https://lists.fsfe.org/mailman/listinfo/fsfe-de

Antwort per Email an