Hi zusammen! In der XMPP Community gab es die Tage einiges Aufsehen bezüglich einer Aussage der deutschen Bundesjustizministerin Barley zu WhatsApp.
In Zuge dessen haben wir den unten stehenden Brief an Frau Barley gesendet. Darin informieren wird über die Existenz freier, offener Kommunikationsstandards wir XMPP. Nun überlegen wir, wie wir die Sache größer Aufziehen, zb. mit einer kleinen Kampagne :) Ich hatte vor einigen Tagen bereits eine Mail an [email protected] gesendet, jedoch leider keine Antwort bekommen, daher frage ich jetzt hier noch einmal nach, ob es Interessierte gibt. Mfg Paul PS: Interessierte finden sich im Jabber Gruppenchat [email protected] zusammen :) -------- Weitergeleitete Nachricht -------- Betreff: Öffnung WhatsApp / anbieterunabhängiges Chatsystem Datum: Wed, 6 Jun 2018 23:15:56 +0200 Von: [email protected] An: [email protected], [email protected] Kopie (CC): [email protected] Sehr geehrte Bundesjustizministerin Barley, bezugnehmend auf Ihren am letzten Freitag veröffentlichten Vorschlag bzw. die Forderung "WhatsApp für andere Dienste zu öffnen" (*) stimmen wir Ihnen zu und möchten auf bereits bestehende Lösungen hinweisen, die dieser Forderung in besonderem Maße nachkommen. Aus heutiger Sicht kann sich keiner vorstellen, dass Telefonate oder E-Mails nur innerhalb des Netzes eines Anbieters möglich wären. So wäre es undenkbar, wenn Kommunikation nur anbietergebunden (Telekom, Vodafone, T-Online, gmx, web.de, ...) funktionieren würde. Grund ist, dass hier die Datenübertragung anbieterunabhängig geregelt ist und es entsprechende Normen/Standards gibt. Beispielsweise findet mittels "SMTP" für e-Mail, "ISDN" oder "SIP" für Telefonie die Kommunikation zwischen den unterschiedlichen Diensten statt. Jeder Bürger kann also einen beliebigen Anbieter wählen, ein Telefon, ein e-Mail-Programm seiner Wahl verwenden - und dank öffentlicher Standards funktioniert das Gesamtsystem trotzdem. Warum sollte das beim Austausch von Kurznachrichten mit Messengern anders sein? Deshalb haben wir mit Freude ihre Forderung zur Öffnung von WhatsApp für andere Dienste vernommen. Der gesellschaftspolitische Bedarf einer unabhängigen, dezentralen Kommunikation per Messenger ist unbestritten vorhanden. Die Lösung: Bereits seit fast 20 Jahren gibt es hierfür einen offen dokumentierten, internationalen und herstellerunabhängigen Industriestandard: "XMPP" Hier ist kein Messengerprogramm vorgegeben, sondern es stehen dutzende zur Auswahl, die auch kostenlos und ohne Altersbeschränkung genutzt werden können. Die Firma Google hat XMPP zur Föderation des "Google Talk"-Dienstes mit anderen Anbietern verwendet. Aber auch mit "Matrix" steht ein weiteres, junges Protokoll zur Verfügung, für das sich die französische Regierung kürzlich entschieden hat. Hinter diesem Allgemeingut (das Protokoll gehört "jedem") steht jedoch keine finanzkräftige Firma mit entsprechendem Marketingbudget. Deshalb wird in der Presse/Öffentlichkeit leider meistens das Produkt einer Firma (Telegram, Threema, Signal, usw.) als Alternative genannt, die selbst jedoch auch keine dezentrale Kommunikation zulassen. Ironischerweise basieren viele dieser geschlossenen Systeme auf XMPP - auch WhatsApp. Damit "Chat" denselben offenen Status wie "E-Mail" bekommt, treiben wir seit einiger Zeit das ehrenamtliche Projekt "Freie Messenger" voran. Kurz zusammengefasst geht es um die Förderung der Nutzung von dezentralen, standardisierten Messengersystemen (E-Mail/hat) die für die Nutzer - frei (ohne Einschränkung) - offen (quelloffen und nachprüfbar) - sicher - erprobt und - kostenlos sind. Da wir weder eine Firma noch ein Produkt vertreten, sind wir unabhängig und innerhalb der großen bereits existierenden Gemeinschaft von Entwicklern, Betreibern und Nutzern aktiv. Wir würden uns sehr freuen, wenn Sie die hier vorgebrachten Informationen nutzen können, um Ihre und unsere gemeinsame Forderung nach einem anbieterunabhängigen Chatsystem auch in der breiten Öffentlichkeit zu etablieren. Gerne können Sie dazu diese Nachricht auch weiterleiten. Für Rückfragen stehe ich / stehen wir gerne zur Verfügung. Herzliche Grüße aus dem Ermstal in Vertretung für viele Unterstützer von "Freie Messenger" Martin Gekeler www.freie-messenger.de Weitere Unterzeichner: - Rafael Arndt, Berlin - Maximilian Bensch, Hannover - W. Martin Borgert, Dipl.-Ing., Berlin - Thure de Frenne, Kiel - Martin Dosch, B.Eng., München - Katharina Ginter, Berlin - Dr. Robert Göckeritz, Halle (Saale) - Dipl.-Inform. Stefan Hamacher, Ingolstadt - Roland Hummel, Berlin - Klaus Jürgensen, Hamburg - Thomas Kluth, M.Sc., Münster - Dr. Steffen Kühn, Werder - Mathias Lindt, Berlin - Prof. Dr. Peter Löbbecke, Aschersleben - Ingolf Neubert, Cottbus - Paul Schaub, Münster - Lars Wolter, Halle (Saale) - Jens W. Wulf, Karlsruhe (*) Quelle: https://www.zeit.de/politik/deutschland/2018-06/bundesjustizministerin-katarina-barley-whats-app-messenger-oeffnung -- Kontakt: Martin Gekeler Adresse: Michael-Herr-Straße 10, 72555 Metzingen Telefon: (07123) 4 20 88 Telefax: (07123) 9 57 11 11 E-Post : info(ät)freie-messenger.de Sofortnachrichten: E-Mail-Messenger: martin(ät)gekeler.net (für Android, frei, quelloffen und kostenlos: "Delta Chat" auf Basis der freien e-Mail-Protokolle "IMAP", "POP", "SMTP") Jabber-Messenger: gekeler(ät)jabber.de (für Android, frei, quelloffen und kostenlos: "Conversations" auf Basis des freien Chat-Protokolls "XMPP") _______________________________________________ FSFE-de mailing list [email protected] https://lists.fsfe.org/mailman/listinfo/fsfe-de Diese Mailingliste wird durch den Verhaltenskodex der FSFE abgedeckt. Alle Teilnehmer werden gebeten, sich gegenseitig vorbildlich zu behandeln: https://fsfe.org/about/codeofconduct
