Hallo Leena und Stefan,

auch von mir einige Anmerkungen zu Matrix/Riot, das ich regelmäßig nutze.

1. Wer die Verschlüsselung nutzt, braucht auch dem Serverbetreiber nicht zu vertrauen. Aber abgesehen davon muß man nur dem/n Netzknoten vertrauen, bei dem der/die Kommunikationspartner sitzen. Sobald alle Kommunikationspartner bei einem Knotenbetreiber sind, hat man eine quasi zentralistische Situation. Und wie Stefan schrieb, spricht dieses "Argument" gegen alle föderierten Systeme, auch gegen das empfohlene XMPP.

2. Ich kann kein google-analytics finden. matrix.org und riot.im nutzen piwik. Das kann allerdings vor mehreren Monaten noch anders gewesen sein. Die Entwickler lernen dazu.

3. Die Datenschutzerklärung von Matrix/Riot war lange Zeit völlig veraltet. Das Team hat in den letzten Monaten am Datenschutz (und nicht nur an der Erklärung) intensiv gearbeitet. Im übrigen kann man über github auch Einfluß auf die Entwicklung nehmen. Sachkundige Verbesserungsvorschläge werden gehört. Sofern im Datenschutz noch irgendetwas zu beanstanden ist, würde ich das an die Entwickler weiterleiten.

4. Matrix ist mit Hilfe von Riot deutlich einfacher zu nutzen als XMPP.

5. Es gibt dazu mit Matrix.org einen professionell betriebenen, offenen Server.

6. Viele FOSS-Projekte nutzen mittlerweile Matrix als Support-Channel, auch wegen der guten Anbindung an IRC.

7. Alle im Text aufgeführten Vorteile von XMPP gelten auch für Matrix/Riot.

8. Die Nutzung von Google Cloud Messaging ist kein Nachteil, sondern ein Vorteil für die an diesem Dienst interessierten Nutzer. Wer googlefrei kommunizieren will, muß ohnehin den Googlestore meiden und nutzt Fdroid.

Zu XMPP:

XMPP empfiehlt man nur, wenn man Nutzer zurück zu Whatsapp treiben will.
Ich habe es nicht geschafft, XMPP mit Verschlüsselung einigermaßen zuverlässig zu nutzen und ich kenne auch niemanden, dem das gelungen ist. Die Einrichtung bei meinen Kommunikationspartnern war eine Krankheit und erforderte vor-Ort-Unterstützung. Wenn man allen seinen Kommunikationspartnern einen eigenen Server anbietet, mag es gehen. Die von mir vor ca. 4 Jahren genutzten öffentlichen Jabber-Server gibt es mittlerweile alle nicht mehr. Das ist dem Durchschnittsnutzer nicht zu vermitteln.

Metadaten kann keines der derzeit verbreiteten Systeme vermeiden. Briar soll insofern eine interesssante Alternative sein, habe ich aber noch nicht getestet.

Viele Grüße

Ilu

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