Hi Theo, Du sprichst viele spannende Punkte an - um nicht Gefahr zu laufen, die Themen dieser Liste zu sprengen, nur zu einem:
On 09/17/2018 10:30 AM, Theo Schmidt wrote: > Am 16.09.2018 um 10:13 schrieb Gerhard Kugler: > >> immer dringlicher werden Probleme der Nutzung der begrenzten Resourcen >> der Erde. ... > > Vielen Dank für die vielen Antworten in diesem Thread. Das Hauptproblem > hat nur indirekt mit freier Software oder Hardware zu tun, sondern mit > unseren Konsumgewohnheiten und unserem Reichtum allgemein. Extrem viele > noch funktionierende, teils sogar neuwertige oder gar nicht gebrauchte > Hardware wird dauerend weggeworfen ganz einfach weil die Leute (inkusive > Firmen, Organisationen und Behörden) immer wieder etwas neues wollen > oder prioritär modisch bzw. designmässig denken, gegen eigentlich > besseres Wissen. > Ja, trifft allerdings in meinen Augen noch nicht den Kern des Problems. Ich überspringe mal rhetorische Gegenfragen und frage stattdessen: Wie ließe sich mit dem Umstand umgehen, einem Weltwirtschaftssystem unterworfen zu sein, das ständig anlasslos produzieren muss, um ein zinsbasiertes Finanz(kredit)system am Leben zu erhalten, das in Folge dessen, frei nach Eugen Drewermann, einen permanenten "Krieg gegen die Menschheit" führt? Ich fahre seit Jahren ein (von der Bereifung abgesehen) wartungsfreies Klapprad der Marke "Mifa", das min. doppelt so alt ist wie ich und noch in einem Wirtschaftssystem entwickelt wurde, das ingesamt eher bedarfsorientiert produzierte (wahrscheinlich fährt dieses Fahrrad nur deswegen seit 50 Jahren mit der selben Kette, jedenfalls scheint es mir im besagten System kein Konzept von geplanter Obsoleszenz gegeben zu haben, nichtmal die Plastikgrieffe haben sich ansatzweise aufgelöst). Dieses System gilt, das scheint mir zumindest heute die mehrheitliche Meinung zu sein, als "nicht zukunftsfähig" (manchmal fällt das Wort "marode") und hat wohl auch deswegen nicht überlebt. Die Frage ist also, was ein Wirtschaftssystem wäre, das zukunftsfähig und innovationsfreudig, aber nicht ausbeuterisch, profitgierig und umweltzerstörend und dennoch überlebensfähig ist. Mir kam in diesem Zusammenhang die Frage, ob die Bewegung für Freie Software nicht als "real existierender digitaler Sozialismus" bezeichnet werden könnte und es wäre spannend, ob es allein am Umstand immaterieller Produktion liegt, dass dieses Konzept (anders als der nicht-digitale Vorläufer) min. genauso innovationsfreudig und zukunftsfähig ist wie propr. digitale Entwicklungsansätze. Daraus ergibt sich wiederum die Frage, was die klass. Güterproduktion von der Philosophie Freier Software realitisch übernehmen könnte (schließlich können Ressourcen nicht in der Form geteilt werden wie Code). Gruß Roland
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