Hallo,

Am 15.08.22 um 11:06 schrieb Dominik George:
Hi,


wenn Freie Software Standards implementiert, sich es in der Regel Offene.

Aus meiner Sicht geht es hier eher darum, überhaupt Standards zu wählen.

Und dazu gehört für mich unbedingt: Projektubergreifende Standards.

Ein Standard ist ein öffentlich zugängliches technisches Dokument, das unter Beteiligung aller interessierter Parteien entwickelt wird und deren Zustimmung findet. Der Standard zielt darauf ab, das Gemeinwohl zu fördern.

Was Du wohl im Auge hast, sind "Formate". Ein Standard ist per Definition "projektübergreifend" oder zumindest derart intendiert (s. a. https://fsfe.org/freesoftware/standards/def.de.html zu "Entwicklungsstandards").


Niemandem ist geholfen, wenn 5 Projekte für einen Zweck 5 Protokolle 
entwickeln, auch nicht, wenn sie sie offenlegen und frei lizenzieren.

Das stimmt. Derartiges gibt es vielleicht auch, aber hoffentlich nicht zu häufig bei Projekten.

Es ist durchaus möglich, Software und Protokolle zu entwickeln, die nach allen 
juristischen Gesichtspunkten frei und offen sind, aber de facto trotzdem 
proprietär.

Ja, man kann aber auch "unlesbaren" Quellcode schreiben (das kann sogar als Kunst gelten) und unter eine Freie Lizenz stellen. Im "Sinne des Erfinders" ist dies aber sicherlich nicht. Wenn ich einen Standard in "Hethitisch" formuliere und (demgemäß) in Keilschrift schreibe, dürften sich andere mit der Implementierung schwer tun. (Aber will ich dann wirklich das Gemeinwohl fördern?)

Gruß
Michael

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