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Apparently the geese used in this grotesque German "festival" are slaughtered
prior to being strung up and beheaded by brute force. The following is a link
to a petition asking to halt the practice. The letter below can be translated
thru Google, into English, but I found it to be completely nonsensical.
http://www.thepetitionsite.com/1/Stop-Using-Real-Goose-For-Gaensereiten/
„Gänsereiten“ – Auch in diesem Jahr wieder Leichenfledderei in Bochum
17. Februar 2012
Karneval für Perverse
Gänsereiten – Foto: indymedia.org/2006/02/139831.shtml
Im Folgenden dokumentieren wir einen offenen Brief von Jens Grote an die
Bürgermeisterin von Bochum
Sehr geehrte Frau Dr. Scholz,
ich will dieses Schreiben nicht mit einer
Heuchelei anfangen, also nehmen Sie bitte gleich zur Kenntnis, dass es
momentan bei mir eher schlecht mit einer Verehrung Ihre Person
betreffend aussieht und ich diesen Anfangsgruß lediglich aus einer
reinen Gewohnheit heraus gewählt habe. Sicherlich kennen wir uns nicht,
deshalb streiche ich gerne hervor, dass diese tendenzielle Abneigung
ausschließlich auf Ihre Ausführung des Amts der Bürgermeisterin basiert
und ich Ihre potentiellen Privattalente als Feierbiest oder anderen
Inkarnationen im sympathischen Stimmungskoryphäenbereich schon aus
persönlicher Uninformiertheit darüber völlig unberührt lassen möchte.
Ich will sogar noch einen Schritt weitergehen, indem ich ausdrücklich
betone, dass ich nur einen Aspekt Ihrer Arbeit kritisiere, da ich davon
überzeugt bin, dass Sie die Lage, wie von modernen PolitikerInnen nicht
anders gewohnt, auf den übrigen Gebieten absolut im Griff haben.
Aber was Ihre Untertanen traditionell am Rosenmontag unter dem
Begriff „Gänsereiten“ veranstalten, kann doch weder an Ihnen
vorbeigegangen sein noch können Sie sich mit diesem barbarischen Treiben
solidarisch erklären, sofern Sie Interesse an einer zivilisatorisch an
das 21. Jahrhundert angepassten Politikauslebung haben und zu Ihren
öffentlichen Terminen nicht aus einer inneren Überzeugung heraus mit
Keule und in Felle gehüllt anreisen. Ich gehe fest davon aus, dass Sie
die Evolution erfolgreich mitabsolviert haben und deshalb wie jeder
normale Mensch davon abgestoßen sind, wenn Bindeglieder zwischen Affen
und Menschen (im Volksmund: Karnevalisten) andere Lebewesen an ihren
Beinen aufhängen, um ihnen dann während einer perversen Parodie auf eine
Sportveranstaltung den Kopf abzuschlagen. Das Problem ist dabei, dass
niemand mitbekommt, wenn Sie nach der Übermittlung so einer Nachricht
geschockt von Ihrem Thron fallen oder spontan das Mittagessen Ihrem
Chefkoch wieder vor die Füße göbeln. Als Königinnenalternative von ganz
Bochum müssen Sie in solchen Fällen Ihr Zepter in die Hand nehmen und
mit selbigen den irren Köpfern auf die blutigen Finger klopfen, das sind
Sie auch Ihrem geistig gesunden Restvolk schuldig.
Ganz im Ernst verstehe ich wirklich nicht, warum Sie da überhaupt
zögern, denn Sie haben in dieser Situation doch nur Wähler zu gewinnen.
Gegnern wie mir geht es gar nicht um die Abschaffung des Gänsereitens.
Ich bin weit davon entfernt, das Verbot von Fetischen zu fordern, nur
weil diese auf mich abstoßend wirken. Als engagierter Rollenspieler ist
es mir absolut nicht fremd, virtuelle Blutspuren zu hinterlassen. Sogar
Gänse sind da vor mir nicht sicher, wenn die Viecher Erfahrungspunkte
abwerfen, dann sind sie Schwertfutter und ich freue mich sogar über die
nicht existierende Kampfherausforderung. Mein Alter Ego auf diversen
Videospielsystemen hat da schon in so manchem Stall aufgeräumt, es wäre
wirklich lächerlich, wenn ich mir da eine Zimperlichkeit attestieren
würde.
Aber die Betonung liegt bei der Verteidigung meiner brutalen
Freizeitgestaltung auf „virtuell“. Ich ermorde da hinterrücks Bits und
Bytes, da stehe ich auch zu, da ich mich auf dem Feld der
Anti-Pixelausbeutung nicht engagiere und das wohl auch nie tun werde. Es
gibt auf diesem Gebiet auch keine Gegner, zumindest keine, denen es um
die Verschonung meiner nicht-körperlichen Metzelopfer gibt. Diese sind
nun mal keine realen Lebewesen, sondern programmierte Platzhalter, mit
diesem Hinweis entziehe ich mich recht elegant jeglichem moralischen
Vorwurf. Den gleichen Trick könnten die Gänsereiter ebenfalls für sich
anwenden, indem sie auf künstliche Tiere zurückgreifen, wie in anderen
Städten mit gleicher Tradition auch bereits praktiziert.
Das ist der Hintergrund, warum ich Ihr weiter oben im Text bereits
erwähntes Zögern nicht nachvollziehen kann. Was genau ist für Sie an der
Forderung nach Attrappen bei dieser Veranstaltung kritisch besetzt?
Sollte es tatsächlich Gänsereiter geben, denen es bei diesem Treffen
nicht um den in meinen Augen zwar recht zweifelhaften, aber für mich
nicht zu bewertenden Spaß geht, sondern nur um einen hohen Blutzoll und
um das Schänden echter Leichen, dann würde ich diese Exemplare erstens
schon reflexartig intensiver beobachten lassen und würde sie zweitens
auch nicht unbedingt in meiner Wählerschaft haben wollen.
Zumal solche Leute in den meisten Fällen sowieso allgemein zu blöd
für Kreuze sind, von einer gezielten Markierung auf einem Wahlzettel
ganz zu schweigen. Sollten Sie sich überhaupt nur Sorgen darüber machen,
dass Sie Ihre Forderung wegen einer vielleicht nicht ganz zu Unrecht
vorausgesetzen intellektuellen Niveaudürre in diesen Kreisen nicht
verständlich in einem rein artikulierten Kontakt übermitteln können,
dann bin ich selbstverständlich gerne bereit, Ihnen entsprechende
Bilderskizzen zur Verfügung zu stellen, mit denen Sie die
Federviehcowboys dann sehr viel anschaulicher in den Sachverhalt und der
daraus resultierenden Kritik einweihen können. In dieser Klientel haben
Sie aber auf jeden Fall kaum etwas zu verlieren.
Bei der Gegnerschaft hingegen können Sie nur gewinnen, das sogar in
Bereichen, die nicht unbedingt von SPD-Stammwählern gestellt werden.
Sicher könnten Sie auch einfach sagen, dass sie sich um solche
Kleinigkeiten nicht kümmern wollen, dann wundern Sie sich aber nicht
über ausbleibende Stimmen bei der nächsten Wahl. Es gibt durchaus
Menschen, die sich an solche Entscheidungen erinnern und sich
dementsprechend in Wahlkabinen per Retourkutsche nicht mehr um Ihre
Partei kümmern wollen. Auch weil das die meisten von den in dieses Thema
involvierten Personen schon aus Prinzip nicht tun, da die
Tierrechtsszene politisch nicht unbedingt rot daherkommt. Das können Sie
nur durch vernünftige Beschlüsse ändern, es könnte sich also sehr wohl
für Sie lohnen, sich diese Sache ernsthaft durch den Kopf gehen zu
lassen.
Hinzu kommt auch, dass der Rückhalt in der Stadtbevölkerung
möglicherweise für das Gänsereiten vorhanden ist, die ausdrückliche
Benutzung von echten Tieren und die Verweigerung von künstlichen
Alternativen ist aber garantiert eher verpönt. Zu dieser Überlegung bin
ich gekommen, da ich das Thema gerade sehr intensiv im Bekanntenkreis
bespreche und da auf völliges Unverständnis stoße, wenn ich zu Protokoll
gebe, dass Bochum die einzige Stadt ist, die auf Schändung von realen
Leichen besteht. So etwas macht sich auch nicht gut auf Werbebannern ala
„Bochum – Stadt der Kadaverspiele“. Das eignet sich höchstens als Titel
für einen Splatterfilm und selbst der würde mit diesem Support
definitiv eine DVD-Premiere werden, um dann im Verkaufsregal Spinnweben
anzusetzen.
Gerne kann ich auch noch kurz (na ja, sagen wir für meine
Verhältnisse) auf das Thema eingehen, warum ich um tote Lebewesen so
einen Trara mache. Das hat bei mir den gleichen Grund, aus dem Sie
wahrscheinlich sehr irritiert darauf reagieren würden, wenn ein paar
Narren zu Karneval den städtischen Friedhof umpflügen und danach auf den
eindeutig bewiesenen Exitusstatus der Bewohner pochen würden. Dieser
Mensch/Tier-Vergleich kommt nie so gut an, das ist mir bewusst, deshalb
male ich auch gleich noch das alternative Szenario aus, wie das
Gänsereiten wohl bewertet werden würde, wenn es auf Hundereiten mit
entsprechenden Protagonisten umgetauft werden würde. In so einem Fall
wäre die Würde von Toten wohl ruckzuck ein Thema, egal wie unmenschlich
diese ihre Existenz geführt hätten.
Erinnern Sie sich auch daran, warum das Kinder-Gänsereiten in Ihrer
Stadt bereits seit Jahren mit Attrappen bestritten wird. Das liegt
sicher nicht daran, dass den Machern die verstorbenen Gänse ausgegangen
sind. Für Kinderseelen ist es noch mal etwas ganz anderes, an einem
Spektakel teilzunehmen, bei dem Lebewesen brutal am Fließband zerfetzt
werden und diese Abscheulichkeit auch noch bejubelt wird. Solche
Vorgänge rufen bei jungen Gemütern nur zwei Dinge hervor, nämlich
Abstumpfung inklusive Verlust des Respekts vor Lebewesen oder
Angstzustände. Beide Auswahlmöglichkeiten werden es wohl nie zum Gimmick
der neuen Micky-Maus-Ausgabe schaffen, und das aus gutem Grund, da
niemand an einer Vergewaltigung dieser zarten Seelengebilde interessiert
sein kann. Wenn man sich darüber einig ist, deshalb einen Konsens
gefunden hat und im Zuge dessen die Variante für jüngere Mitbürger
richtigerweise entschärft hat, wie kann man dann Kinder im Publikum der
Erwachsenenveranstaltung ignorieren und sich weigern, dort die gleichen
Maßstäbe anzusetzen?
Ich glaube, ich bin jetzt soweit fertig, Sie können also an dieser
Stelle aufatmen. Allerdings bezweifele ich sowieso irgendwie, dass Sie
sich mein ganzes Manifest angetan haben, eigentlich nehme ich sogar
ziemlich fest an, dass ich gerade in Kontakt mit dem Azubi der Stadt
stehe, der via Arschkarte diese Woche die Mail-Adresse pflegen muss.
Deshalb gehe ich auf Nummer Sicher und lasse das Teil mit Ihrer
E-Mail-Adresse “[email protected] “; auch in mir ganz wohl
gesonnenen Zeitungsredaktionen herumgehen. Vielleicht findet sich ja
dort per Artikelveröffentlichung noch der eine oder andere Leser, der
die Problematik griffiger zusammenfassen kann. An Ihrer Stelle würde ich
mich auf jeden Fall schon mal in den hoffentlich künstlichen
Hermelinmantel werfen, die Bürgermeisterkette anlegen und mich auf eine
offizielle Kundgebung zum Thema vorbereiten. Daran kommen Sie wohl nicht
vorbei, spätestens nächstes Jahr geht das ganze Theater nämlich wieder
los, sollten Sie tatsächlich einen Status Quo auszusitzen versuchen.
Die Seite, die Sie bei so einer Verlautbarung taktisch geschickt
wählen sollten, ist Ihnen hoffentlich klar. Rein vom Gefühl her glaube
ich nämlich, dass die Bürger auf die Ansage, dass Sie ausdrücklich auf
Realschändungen bestehen, nicht allzu begeistert reagieren würden. Es
könnte sicher auch zu Irritationen führen, wenn man dieses Thema während
einer Info-Veranstaltung zur Diskussion stellt und Ihre Position
aufgrund fehlender Stellungnahme nicht definieren kann.
Also raffen Sie sich auf, klären Sie das mit den Veranstaltern oder
geben Sie wenigstens eine entsprechende Depesche in Auftrag. Die
Verantwortlichen in Dortmund und Essen sind ja auch zu einem
befriedigenden Kompromiss gekommen, nehmen Sie diese Tatsache doch
einfach mal als politische Herausforderung an. Es kann doch nicht sein,
dass nur Ihre Stadt Bochum aus welchen Gründen auch immer in längst
vergangenen Jahrhunderten stecken bleibt.
Infos zum Thema: http://www.youtube.com/watch?v=cE63_HtUxlI
http://de.wikipedia.org/wiki/G%C3%A4nsereiten
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http://www.s-o-z.de/?p=62792