Hallo Klaus und Liste,
> > Man kann zwar High-Tech entwickeln und moeglicherweise
> > in einigen Jahren auf dem Handy-Display in perfekter
> > Qualitaet Spielfilme, Websites usw. sehen, aber wer wird
> > das wollen? Der Verbraucher sicher nicht.
>
> mit dieser Auffassung widersprichst Du der Realitaet. Denn
> wie sonst waere z. B. der Erfolg des Palm Pilot zu erklaeren?
Der Erfolg des Palm Pilot ist nicht mit meiner Aussage
vergleichbar. Der Palm Pilot hat ein *bereits existierendes*
Beduerfnis lediglich ergaenzt, bzw. ersetzt. Das unhandliche
Filofax wurde ersetzt durch ein kleines, praktisches Multi-
funktionsgeraet. Ein konkreter Zusatznutzen fuer den Ver-
braucher! Was dieser bei einem Handy, welches im 5 mal 5
cm groessen Display einen Spielfilm abspielt oder eine
Website darstellt, nicht unbedingt so sieht.
Vergesse zudem nicht, dass der Palm Pilot fuer eine ge-
wisse Klientel ein Statussymbol darstellt. Was vor einigen
Jahren das Handy, ist nun der Palm Pilot.
> Und was das Thema "Display" angeht, wie auch beim Eingabe-Werkzeug,
> muss man sich von den Formen, die heute gebraeuchlich sind,
> ganz sicher freimachen. Eingabe wird nach meinem Dafuerhalten
> durch Sprache erfolgen und die Ausgabe durch irgendwas, was
> auch akustisch sein kann.
Mag sein. Aber es wird nicht angenommen werden. Technische
Machbarkeit impliziert noch lange keine Akzeptanz bei der breiten
Masse. Wenn es nach uns geht, Klaus, dann nehmen wir als
Freunde der High-Tech und des modernen Lebens diese Geraete
sicher gerne an und erfreuen uns allein an den technischen
Moeglichkeiten, der Durchschittsbuerger hingegen sieht dies
nicht, sondern ist ein Gewohnheitstier. Ein Bildschirm ist ein
Ksten. Eine Tastatur hat Knoepfe. Eine Website besteht aus
Buchstaben plus Grafik. Das sind die Vorstellungen. Da
hilft auch keine Sprachausgabe und das noch so praktische
holografische Display.
> > Nochmals: Miniaturisierung - schoen und gut, doch wer wird
> > Geraete, die Du ansprichst, nutzen wollen? Warum hat sich
> > z.B. das Bildtelefon nicht durchgesetzt.
>
> Warum haben Videokamers vor zehn Jahren fuenftausend Mark
> gekostet und sind jetzt fuer hundertzwanzig erhaeltlich?
Dieser Vergleich hinkt.
Weil Videokameras einen *wahrgenommenen Zusatznutzen*
bringen, Bildtelefone nicht. Mit einer Videokamera kann man
seine Liebsten filmen und Erinnerungen konservieren, mit
einem Bildtelefon den pickligen, unsympathischen Gespraechs-
partner betrachten, wird zudem in seiner Privatsphaere gestoert.
Und dies ist genau das Problem. Solange man zuhause oder im
Betrieb mit einem praktischen PC Websiten betrachten kann,
wird keiner auf die Idee kommen, dies mit einem Handy zu
erledigen.
> Und wo ist eigentlich das Problem, so ein Kameramodul noch
> zusaetzlich in einem Handy unterzubringen, das Handy per
> Infrarot mit einem "Abspielgeraet" zu koppeln usw.
Das will ich Dir sagen: in der ERGONOMIE!
Nochmals: Technik hat nur dann Erfolg, wenn Sie dem Menschen
entgegenkommt, nicht wenn Sie den Menschen zwingt, seine
Gewohnheiten zu aendern ...
Viele der euphorischen Zukunfsszenarien werden spaeter
nur noch belaechelt. Sie waren ein Traum der Techniker.
Motto: "Why? Because we can ...".
Man denke nur an das "intelligente Haus". Was war das
fuer ein Hype vor einigen Jahren. Alle Welt sprach davon.
Haueser, die "mitdenken", bei denen alles vollautomatisch
laeuft, usw. Wer spricht heute noch davon? Wieviele Neu-
bauten werden tatsaechlich mit der dahintersteckenden
Technik gebaut?
Gruss,
Andreas Frenko
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