Call for Papers "Philosophie und Religion im Widerstreit? Eine interkulturelle - philosophische - Annäherung" Internationaler Kongress Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie (GIP) Philosophisches Seminar, Universität zu Köln Köln (Deutschland) 13.-16. Juli 2006
Innerhalb der neuzeitlichen Philosophie werden Rationalität und Spiritualität/Religiosität, Philosophie und Religion, zusehends in eine Spannung gebracht: Eine autonom gewordene Vernunft oder Rationalität wird sich nicht mehr vor über- bzw. vorrationalen Quellen verantworten und eine heimatlos gewordene, frei bewegliche Spiritualität oder Religiosität kann sich im Binnenraum philosophischer Argumentation - in Zeiten der rational organisierten Diskurse kaum mehr in ihrem Eigenrecht behaupten. Die Tagung sucht im Spannungsfeld zwischen einer autonom gewordenen Rationalität und einer rational sich explizierenden Spiritualität nach Wegen der Vermittlung. Die leitende Überlegung lautet: Sowenig eine rational argumentierende Philosophie das Phänomen des Spirituellen ausblenden kann (und sei es, dass es als 'ihr gänzlich Anderes' bestimmt wird), so wenig können Positionen der Spiritualität oder Religiosität ohne rationale Explikationsgrundlage bestehen: Beide Konzepte stehen im Tagungsthema darum auch nicht isoliert zur Diskussion, sondern werden bezogen auf ihr je ausgegrenztes 'Anderes' hin geöffnet und zur Sprache gebracht. Die Konferenz rückt einen poliperspektivischen Blick in das Zentrum der Annäherung: Nicht sollen bilateral einzelne Traditionslinien aufeinander bezogen werden, (wie es etwa in den vielfältigen Tagungen über den 'Islam und das Verhältnis zum Westen'; die Kyoto-Schule und der Einfluß des Idealismus, der Phänomenologie oder Martin Heideggers zum Ausdruck kommt), sondern es soll ein tragendes Leitthema aus verschiedenen Richtungen thematisiert und erörtert werden. So soll ein polyphones Gespräch in Gang gebracht werden, in dem sich die einzelnen philosophischen Traditionen wechselseitig einander öffnen und voneinander lernen können. Die gemeinsame Aufgabenstellung lautet: Wie können Positionen, denen Rationalität als letzter Horizont der Weltbeschreibung gilt, die Tauglichkeit der in diesem Konflikt in Gebrauch genommenen Rationalitätsstandards erweisen, um der Herausforderung der wiedererwachenden Spiritualität/Religiosität Rechnung zu tragen? Und wie können Positionen, denen die Spiritualität, das Sakrale oder der jeweilige Transzendenzbezug ein Letztes ist, zu Formen der Verständigung finden, die sie nicht dogmatisch voreinander separiert, sondern ihr Anliegen auch für die anderen verständlich und nachvollziehbar zu artikulieren vermag? Nähere Informationen und das Programm finden Sie unter der Homepage des Kongresses: http://www.philosophie.uni-koeln.de/kongress2/home.html Kontakt: Prof. Dr. Claudia Bickmann Universität zu Köln Philosophisches Seminar Albertus-Magnus-Platz D-50923 Köln Deutschland Tel: +49 (221) 4706362 Fax: +49 (221) 2825188 E-Mail: [email protected] _________________________________ InterPhil List Administration: http://interphil.polylog.org/ Intercultural Philosophy Calendar: http://agd.polylog.org/cal/

