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Einladung zu Beiträgen "Von Liebe und Fremde(n). Xenophilie aus der Sicht der Geistes- und Sozialwissenschaften" Interdisziplinäre Konferenz Graduiertenkolleg "Kontaktzone Mare Balticum", Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald (Deutschland) 25.-26. September 2008 __________________________________________________ Die Begegnung mit dem Fremden wird gemeinhin als eine irritierende Erfahrung betrachtet, die den Menschen in seiner Totalität erfasst und dabei auch seine Emotionen anspricht. So kann der oder das Fremde zum Objekt von Abneigung, Antipathie oder gar Hass werden, bereits vorhandene Abgrenzungstendenzen verschärfen oder solche von Neuem legitimieren. Andererseits wird in verschiedenen Kontexten aber oft auch von der Liebe des oder zum Fremden (Xenophilie) gesprochen. Diese kann man als ein Grenzen überschreitendes Phänomen oder als eine Art des Sichaufeinanderzubewegens ausgehend von unterschiedlichen kulturell wie individuell bedingten Standpunkten verstehen. Beide Positionierungen zum Fremden eint, dass sie Veränderungen mit sich bringen, die sich sowohl emotional als auch im Denken und Handeln der jeweiligen Akteure abbilden können. Das Greifswalder Graduiertenkolleg Kontaktzone Mare Balticum setzt sich daher mit dieser interdisziplinären Tagung das Ziel, die vielfältigen Facetten dieser Prozesse, die sich zwischen den Polen von Liebe und Fremdheit abspielen, zu untersuchen. Der Begriff des Fremden lässt sich allgemein auf Grund der Überlegungen von Bernhard Waldenfels fassbarer machen; dieser bemerkt hierzu: Fremd ist erstens, was außerhalb des eigenen Bereiches vorkommt [ ] und was in der Form von Fremdling [ ] personifiziert wird. Fremd ist zweitens, was einem Anderen gehört [ ]. Als fremd erscheint [aber auch] drittens, was von fremder Art ist und als fremdartig gilt [ ]. Es sind also die drei Aspekte des Ortes, des Besitzes und der Art, die das Fremde gegenüber dem Eigenen auszeichnen. (aus: Topographie des Fremden, Frankfurt am Main 1997, S. 20.) Aus diesem Standpunkt wird das Fremde zum einen als Abstraktum, Idee oder auch als Realität (die Fremde) betrachtet. Zugleich findet sich hierin auch ein Verweis auf die personelle Ebene. Die Konferenz soll ein Podium bieten, um die Rolle der Liebe im Kontext von Kontakt und Austausch zwischen fremden Kulturen und ihren Repräsentanten aus der Sicht unterschiedlicher geistes- und sozialwissenschaftlicher Disziplinen zu beleuchten. Bitte bewerben Sie sich mit einem kurzen CV und einem Abstract (ca. 200 Wörter) bis zum 29.02.2008 elektronisch oder auch postalisch. Die Auswahl der Themen durch die Mitglieder des Graduiertenkollegs erfolgt bis zum 31.03.2008. Kontakt: Dr. Alexander Drost Koordinator des Graduiertenkollegs "Kontaktzone Mare Balticum" Historisches Institut Ernst-Moritz-Arndt-Universität Domstraße 9a D-17487 Greifswald Deutschland E-Mail: [email protected] Web: http://www.uni-greifswald.de/~marebalt/Startseite.htm __________________________________________________ InterPhil List Administration: http://interphil.polylog.org Intercultural Philosophy Calendar: http://cal.polylog.org

