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Konferenzankündigung

"Dialogisches Denken. Martin Bubers Philosophie des Dialogs
und ihre Rezeption bis in die Gegenwart"
Internationales Symposium
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Berlin (Deutschland)
16.-17. Juli 2008

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In der Auseinandersetzung mit dem erschütternden Ereignis
des Ersten Weltkrieges und der zunehmenden Zerfaserung in
der Welt der Moderne befragte Martin Buber die
philosophische und theologische Tradition erneut nach den
Grundlagen des Zwischenmenschlichen und entwickelte das
Konzept der Dialogischen Philosophie, das er 1923 mit der
Veröffentlichung seiner Schrift Ich und Du in die
Wissenschaft einführte.

Im Zentrum von Bubers Konzeption, die vom Ich des Einzelnen
ausgeht, steht die Anerkennung der anderen Person als
Gegenüber und als unmittelbares Du. Von dieser ontologischen
wie individualgeschichtlichen Zentralstellung des "Du"
ausgehend reformulierte Martin Buber auch seine Philosophie
der jüdischen Religion als steten Dialog mit dem als ewiges
Du vorgestellten Gott.

In den folgenden Jahren nach dem Erscheinen von "Ich und Du"
arbeitete Buber die Idee des Dialogs in zahlreichen
Aufsätzen und Büchern aus und wandte sie darin auf die
unterschiedlichsten Disziplinen an, darunter
Bibelwissenschaft, Hermeneutik, Literaturkritik, Pädagogik,
Philosophie, Politik, Psychologie, Religionswissenschaft,
Religionsphilosophie, Theater(-theorie), Kunstgeschichte,
Übersetzungstheorie und Gesellschaftspolitik.

Wissenschaftler aus den Bereichen der Geistes- und
Kulturgeschichte verzeichnen für die letzten Jahrzehnte ein
wachsendes Interesse an den verschiedensten Formen von
Dialogischem Denken. Aktuelle theoretische Debatten in
unterschiedlichen Disziplinen zeugen - oftmals einzig im
Namen - von einem wachsenden Stellenwert des Dialogischen
Denkens. Wie diese Debatten zeigen, genießt die Dialogik
eine beherrschende Relevanz in der Philosophie und
kritischen Theorie, aber auch im weiten Bereich von
Literatur, Kultur und Sozialwissenschaften sowie in den
Rechtswissenschaften, der Religionswissenschaft und der
Theologie.

Die Tagung findet in deutscher und englischer Sprache statt
und wird gefördert durch die Fritz Thyssen Stiftung sowie
das Franz Rosenzweig Minerva Forschungszentrum der
Hebräischen Universität Jerusalem.

Mittwoch, 16. Juli 2008

10.00 Uhr
Begrüßung und Moderation : Peter Schäfer, Princeton / Berlin

10.15 Uhr
Paul Mendes-Flohr, Jerusalem / Chicago
Dialogue as a Trans-Disciplinary Concept

10.45 Uhr
Julia Matveev, Haifa
>>From Buber's I and Thou to Bakhtin's "Polyphonic Dialogue"

- Kaffeepause -

12.00 Uhr
Jeffrey Barash, Amiens
Politik und Judentum in der Debatte zwischen Hermann Cohen
und Martin Buber

- Mittagspause -

14.30 Uhr
Moderation: Martina Urban, Nashville

Ran Hacohen, Tel Aviv
Wege des Dialogs in Bubers Gog und Magog

- Kaffeepause -

15.30 Uhr
Irene Kajon, Rom
'Religio' Today: The Concept of Religion in Martin Buber's
Thought

16.00 Uhr
Karl-Josef Kuschel, Tübingen
Bubers Dialog mit dem Christentum

- Ende des Nachmittagsprogramms: ca. 17.00 Uhr -

19.00 Uhr
Moderation: Paul Mendes-Flohr, Jerusalem / Chicago

Volker Gerhardt
Grußwort der Berlin-Brandenburigschen Akademie der
Wissenschaften

19.15 Uhr
John Bunzl, Wien
Spiegelbilder: Wahrnehmung und Interesse im Konflikt
Israel-Palästina

Donnerstag, 17. Juli 2008

10.00 Uhr
Moderation: Aleida Assmann, Konstanz

Yoram Bilu, Jerusalem
Reflections on Dialogical Anthropology

10.30 Uhr
Andreas Kraft, Konstanz
Jüdische Identität im Liminalen und das dialogische Prinzip
bei Martin Buber

- Kaffeepause -

11.45 Uhr
Henry Abramovitch, Tel Aviv
The Impact of Martin Buber's Philosophy of Dialogue on
Psychotherapy: A Lasting Contribution

12.15 Uhr
Alan J. Flashman, Beersheva
Almost Buber: Buber's Complex Influence on Family Systems
Therapy

- Mittagspause -

14.30 Uhr
Moderation: Paul Mendes-Flohr, Jerusalem / Chicago

Aleida Assmann, Konstanz
Dialogisches Erinnern

15.00 Uhr
Mohammad Abu Zaid, Ramallah
"Ein Land und zwei Völker" - Buber und die jüdisch-arabische
Frage heute. Einige Überlegungen

- Ende ca. 16.00 Uhr -


Kontakt:        

Heike Krajzewicz
Arbeitsstelle Martin Buber Werkausgabe
Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften
Unter den Linden 8
D-10117 Berlin
Deutschland
Tel./Fax: +49-30-266 1949
E-Mail: [email protected]

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