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Aufruf zu Bewerbungen

Theme: Antwort auf das Fremde
Subtitle: Grundzüge einer responsiven Phänomenologie
Type: Philosophischer Meisterkurs 2011 mit Bernhard Waldenfels
Institution: Forschungsinstitut für Philosophie Hannover
Evangelische Bildungsstätte auf Schwanenwerder
Location: Berlin (Deutschland)
Date: 19.–23.9.2011
Deadline: 6.6.2011

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Thema

Im Mittelpunkt des Kurses stehen Fragen wie: Auf welche Weise und
unter welchen Voraussetzungen begegnet uns das Fremde? Welche
Ansprüche gehen von ihm aus? Wie verkörpert es sich? Diese Fragen
werden aus der Sicht einer responsiven Phänomenologie erörtert.
Radikal Fremdes, das von allem relativ Unbekannten und
Unverständlichen wohl zu unterscheiden ist, lässt sich weder aus
Eigenem herleiten, noch in ein Ganzes integrieren. Autonomie des
Subjekts und Universalanspruch der Vernunft stoßen an ihre Grenze,
wenn sich etwas so zeigt, dass es sich unserem Zugriff entzieht. Die
stetige Beunruhigung, die davon ausgeht, provoziert Aneignung und
Abwehr. Die responsive Phänomenologie sucht indessen nach einer
kreativen Form des Antwortens, die sich den überraschenden Ansprüchen
des Fremden aussetzt. Dies betrifft Umbrüche im persönlichen Leben
wie auch Erfindungen, Revolutionen und kulturelle Neuerungen. Dabei
verteilt sich das Fremde auf verschiedene Dimensionen. Wir erfahren
es am eigenen Leib, im Unbewussten, im Körpergeschehen. Es begegnet
uns im Angesicht des Anderen, im fremden Blick und in der fremden
Stimme. Als Außerordentliches begleitet es jede Ordnung wie ein
Schatten. Es bildet ein Bezugs- und Konfliktfeld zwischen
Geschlechtern, Sprachen und Kulturen. Fremde begegnen uns als Gast
auf der Schwelle, als Feind vom anderen Ufer. Barbaren, Ungläubige
und Wilde, Emigranten und Asylanten gehören zur Politik des Fremden.
Fremdes, das Tag für Tag auftaucht, wenn uns etwas auffällt oder
einfällt, gipfelt schließlich in der Aufmerksamkeit. Die
Aufmerksamkeit, die wir schenken, berührt sich mit der Achtung, die
wir anderen schulden. Hier entspringt eine responsive Form der Ethik,
die jeder Ziel- und Normethik zuvorkommt.

Zur Person

Bernhard Waldenfels, geb. 1934, ist Professor Emeritus für
Philosophie an der Universität Bochum und lehrte als Gastprofessor in
Debrecen, Hongkong, Louvain-la-Neuve, San José, New York, Prag, Rom,
Rotterdam und Wien. Arbeitsschwerpunkte sind: Phänomenologie und
neuere französische Philosophie sowie spezielle Themen wie
Lebenswelt, Leiblichkeit, Fremdheit, Re­sponsivität, Bild,
Phänomenotechnik, Ort und Raum.

Veröffentlichungen in Auswahl: Phänomenologie in Frankreich (1983);
Ordnung im Zwielicht (1987); Der Stachel des Fremden (1990, ³1998);
Antwortregister (1994); Deutsch-Französische Gedankengänge (1995);
Topographie des Fremden (1997); Das leibliche Selbst (2000);
Bruchlinien der Erfahrung (2002); Phänomenologie der Aufmerksamkeit
(2004); Idiome des Denkens (2005); Grundmotive einer Phänomenologie
des Fremden (2006); Schattenrisse der Moral (2006); Philosophisches
Tagebuch (2008); Ortsverschiebungen, Zeitverschiebungen (2009); Sinne
und Künste im Wechselspiel (2010).

Teilnahme und Anmeldung

Teilnehmer/innen: Eingeladen sind akademische Nachwuchskräfte aus
Philosophie, Theologie sowie den Sozial-, Geistes- und
Geschichtswissenschaften. Ein Studienabschluss ist in der Regel
Voraussetzung zur Teilnahme. Die Teilnehmer/innen sollen möglichst
ein eigenes wissenschaftliches Projekt verfolgen, das
Berührungspunkte zum Thema aufweist und während des Meisterkurses
präsentiert und zur Diskussion gestellt werden kann.

Voraussichtlicher Programmablauf

Beginn am 19.9.2011 um 15:00 Uhr mit dem Kaffee. Tägliche
Arbeitszeiten von 9:00-12:30 Uhr, 15:30-18:30 Uhr sowie an drei
Abenden von 19:30-21:00 Uhr. Ende am 23.9.2011 mit dem Mittagessen.
Der erste Nachmittag dient der gegenseitigen Vorstellung,
organisatorischen Abspra­chen und der Einführung ins Thema. Der erste
Abend und die Vormittage sind der Arbeit mit Bernhard Waldenfels im
Plenum gewidmet. An den Nachmittagen haben die Teilnehmer/innen die
Möglichkeit, eigene wissenschaftliche Projekte in Arbeitsgruppen zur
Diskussion zu stellen.

Kosten

Teilnahmebeitrag (einschl. Unterkunft und Verpflegung):
- für Teilnehmer/innen, die ein Projekt vorstellen: 300,– Euro
- für Teilnehmer/innen, die kein Projekt vorstellen: 550,– Euro

Auf begründeten Antrag ist eine Ermäßigung des Teilnahmebeitrags
möglich.

Bewerbungen

Bewerbungen richten Sie bitte bis zum 6. Juni 2011 schriftlich mit
Angabe Ihrer Studien­fächer, Ihrem Studienabschlusszeugnis, einem
kurzen Lebenslauf und gegebenenfalls einer Kurzbeschreibung Ihres
wissenschaftlichen Projekts an

Anna Maria Hauk
Forschungsinstitut für Philosophie Hannover
Gerberstraße 26
D-30169 Hannover
Tel: +49 (511) 16409-10
Fax: +49 (511) 16409-40
E-Mail: [email protected]

Die Teilnehmerzahl ist auf 25 begrenzt. Die Teilnehmer/innen und die
Projekte, die während des Meisterkurses präsentiert werden können,
werden vom Forschungsinstitut für Philosophie Hannover ausgewählt.


Kontakt:

Anna Maria Hauk
Forschungsinstitut für Philosophie Hannover
Gerberstraße 26
D-30169 Hannover
Deutschland
Tel: +49 (511) 16409-10
Fax: +49 (511) 16409-40
E-Mail: [email protected]
Web: http://www.fiph.de/veranstaltungen/meisterkurs/
 
 
 
 
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