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Konferenzankündigung

Theme: Wertetraditionen und Wertekonflikte in interkultureller
Perspektive
Type: Internationale Tagung
Institution: Gesellschaft für Interkulturelle Philosophie
   Philosophisches Institut und Forschungsplattform "Cultural
Encounters and Transfers, Universität Innsbruck
Location: Innsbruck (Österreich)
Date: 2.–3.5.2012

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Werte besagen, worauf es ankommt. Als Anker- und Orientierungspunkte
des Lebens und Zusammenlebens sind sie unverzichtbar für die
Selbstvergewisserung und Identitätsbildung sowohl von Individuen als
auch von Kollektiven.  

Garantierten Wertetraditionen ehemals geistigen Rückhalt, evozieren
sie heute – in Zeiten der zunehmenden kulturellen Durchmischung und
Konfrontation – vielfach Irritation und Verunsicherung. Welche
praxisleitenden Vorgaben sollen bei divergierenden oder
gegensätzlichen Wertvorstellungen gelten? Feyerabend vertritt einen
Relativismus der Traditionen, bei dem in letzter Konsequenz nicht
einmal Menschenopfer angemessen von außen beurteilt werden können.
Aber können wir uns mit der angeblichen Unentscheidbarkeit von
Geltungsansprüchen begnügen? Die Wertphilosophie steht angesichts
dieser Fragen vor großen Herausforderungen.  

Zwischen einem universaldogmatischen Ansatz, der – nicht immer ohne
hintergründige Herrschaftsinteressen – bestimmte Kernwerte als
universal und allgemeingültig fixieren möchte, und relativistischen
Positionen, bei denen man die Beliebigkeit von Wertsetzungen
befürchten muss, liegen viele Versuche, Moralkonsense zu etablieren
bzw. mit Moralkonflikten umzugehen. Spricht Apel im Hinblick auf die
Diskursethik von einer „Planetary Macroethics of Humankind“, so wird
das diskursethische Modell aus Sicht der lateinamerikanischen
Befreiungsphilosophie kritisiert. Aus afrikanischer Sicht werden die
Menschenrechte oft als einseitige Individualrechte beanstandet und
vielmehr Rechte für Gruppen eingefordert. Der in einigen asiatischen
Kulturen herrschende „Zwang zur Harmonie“ wiederum konfligiert nicht
selten mit den Freiheitsrechten des Einzelnen. Diese Verschiedenheit
der Standpunkte spiegelt unterschiedliche Wertetraditionen, die es zu
verstehen und als historisch gewachsene zu respektieren gilt.
Andererseits erscheint ein gemeinsamer Verständnishorizont, ein
übergreifendes globales Ethos, angesichts der akuten globalen
Probleme zumindest in wesentlichen Punkten dringend nötig.  

Der Kongress soll einen Wertediskurs über Kulturgrenzen hinweg
ermöglichen und unterschiedliche Begründungsmodelle reflektieren
helfen, die der Problembewältigung dienen können.  

Als Referenten sind u.a. vorgesehen: Prof. Dr. Pier Cesare Bori
(Bologna); Prof. Dr. Ryosuke Ohashi (Kyoto); Prof. Dr. Elmar Waibl
(Innsbruck); Dr. Chibueze Udeani (Linz); Prof. Dr. Franz Martin
Wimmer (Wien); Prof. Dr. Georg Stenger (Würzburg/ Wien); Dr.
Hermann-Josef Röllicke (Düsseldorf); Prof. Dr. Monika
Kirloskar-Steinbach (Konstanz); Dr. Jayendra Soni (Marburg); Prof.
Dr. Mohamed Turki (Tunis); Dr. Marie-Luisa Frick (Innsbruck); Dr.
Gabriele Münnix (Innsbruck); Dr. Hakan Gürses (Wien); Prof. Dr.
Johann Schelkshorn (Wien), Prof. Dr. Ram Adhar Mall (Weimar).
Änderungen vorbehalten.

Es wird keine Teilnahmegebühr erhoben. Anmeldung ab sofort bis
spätestens 15. April 2012 über [email protected].


Kontakt:

Karin Farokhifar
Email: [email protected]
Web: http://www.int-gip.de/termine.html
 
 
 
 
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