Hi,

On Wed, Jan 14, 2004 at 11:24:12AM +0100, Kurt Jaeger wrote:
> > > > >Switch, festgebrannte ether/Port-Maps. Dann: Zwei Server, jeder
> > > > >mit /128 fuer sich selbst und /64 fuer virtuelle Server auf
> > > > >der Maschine.
> > > > Warum die /128? Welchen Sinn macht die?
> 
> > > Damit auf dem Router fuer das Webether nicht zig Aliase
> > > eingetragen werden muessen.
> 
> > Ein L3-Interface pro Kunde.  Alles andere ist beliebig exploitbar.
> 
> Bitte deutlicher erklaeren, was Du damit meinst (L3 pro Kunde) ?

"Ein separat geroutetes Interface (mit Anti-Spoofing-Filtern)"

> - Ich habe einen Router, der z.B. ins webether zeigt.
> - Angeschlossen an einem Switch, jeder Kundenrechner bekommt
>   ein VLAN, alle VLANs zeigen auf den Router-Port.
> 
> Meinst Du jetzt: Jeder Kunde bekommt einen eigenen Router-Port ?
> 
> Oder ist aus Deiner Sicht ein Switch mit VLANs ein L3-Interface
> und damit ausreichend ?

Die VLANs musst Du ja irgendwie routen (ueber einen 802.1q-Trunk zum
Router fuehren und dort routen, oder auf einem Switch mit direkter
Layer3-Routing-Engine).  Damit erfuellen die VLANs die Bedingung 
"separates L3-Interface pro Kunde".

Ob Du jetzt einem Kunden mit 5 Servern 5 Ports auf dem Switch gibst
(die im selben VLAN sind), oder 1 Port und da dran einen Hub ansteckst,
ist eine Layer2-Frage, und fuer IP-Sicherheit nicht relevant.

Was problematisch ist, ist die Konstellation
  
  - jeder Kunde hat ein eigenes VLAN

  - der Router steckt an einem "multi-VLAN-Port" (manche Switches bieten
    sowas), d.h., auf dem Router existiert nur *ein* IP-Interface in
    Richtung Web-Netz, und die verschiedenen Kunden werden ueber 
    Secondary-IPs adressiert.

*Das* ist unsicher - bei v4 und bei v6.

[..]
> > [..]
> > > Scans kosten Geld (Router-Memory, Speicherplatz fuer
> > > Traffic-Accounting, Firewall-Logs, die sich fuellen, Incidents,
> > > die analysiert werden muessen, usw). Wenn aufgrund mangelnder
> > > Erfolge das Grundrauschen an Scans zurueckgeht, habe ich erreicht,
> > > was ich erreichen wollte.
> 
> > Ich sehe Dein Ziel, aber die Argumentation ist nicht schluessig - wo Du
> > die /48s versteckst, ist relativ egal, wenn man schon *im* /48 die
> > Rechner nicht findet.
> 
> Wenn Du beides versteckst, ist das genau dann schluessig, wenn
> die Zahl der Scans zurueckgeht.

Du musst sie im /64 nicht verstecken - das tun sie ganz von alleine, 
sobald Du entweder EUI-64 autoconfig oder privacy extentions verwendest.

Der sichere Weg, die Rechner zu finden, ist "nachvollziehbare Schemata
fuer statische Adressierung".

> Allerdings ist das kaum messbar, denn: ein ISP mit linearer Adressvergabe,
> einer mit zufaellig, da gibt's so viel, das dazu reinspielt,
> dass kaum belastbare Kennzahlen rauskommen werden.

In der Adressvergabe beim ISP musst Du auch noch andere Sachen 
beruecksichtigen:

 - interne Routing-Hierarchie und Adress-Aggregation (!)
 - Reseller, die einen entsprechend groesseren Block wollen

insofern ist der Ansatz "Kunden bekommen zufaellige /48s aus dem /32"
ein sicherer Weg, ueber kurz oder lang Dein IGP-Routing zu killen (weil
Du nicht aggregieren kannst).

[..]
> Haengt an der Kundenstruktur, aber ich kann einer Kleinfirma nicht
> erklaeren, dass sie einen DHCPv6 Server braucht, der irgendwohin
> mitlogged, damit sie wissen, wer's war, wenn was Boeses(tm) passiert.

EUI-64-Autoconfig.  Genau dafuer ist es da.  Die Adressen sind trackbar,
aber nicht erratbar.

Wenn Du Privacy haben willst (privacy extention) ist das mit dem
tracken, "wenn was Boeses passiert" sowieso vorbei.

> > [..]
> > > Kein Problem damit, aber Du denkst zu sehr vom Ende her,
> > > d.h. ein Scan findet einen Rechner. Ein Scan kostet auch dann
> > > Geld/Zeit/Nerven, wenn er nix findet.
> 
> > Klar.  Aber die Leute werden merken, dass sie bei IPv6-Netzscans *nie* 
> > was finden (ausser auf "markanten" IPs, wie ::1 oder ::ffff oder so),
> > also ist das so oder so sinnlos.
> 
> Deine These: Scans wird es sowieso nicht geben, weil es sich nicht lohnt.
> 
> Meine These: Scans wird es weiterhin geben, weil die Kunden mit ::1 usw
> anfangen.

Nur, wenn Leute mit komischen Vorstellungen ueber Autoconfig den Kunden
einreden, dass sie statische Adressen eintragen sollen... *fingerzeig* :-)

Solange man die Leute einfach Autoconfig machen laesst, tritt dieser
Fall nicht ein.

Gert Doering
        -- NetMaster
-- 
Total number of prefixes smaller than registry allocations:  57882  (57753)

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