Moin schon wieder,
Gert Doering <[EMAIL PROTECTED]> writes:
> Ich sag' mal was zu den "Mailheadern" bei uns.
>
> Der aktuelle mail.space.net kann zwar von Betriebssystem / Router-Umgebung
> prima IPv6, aber er ist qmail-geschaedigt - kein IPv6 "ab Werk", und
> inzwischen *so* viele anderen Patches, dass die existierenden IPv6-Patches
> nicht mehr passen. Waere also mit ca. 1-2 Manntagen Arbeit verbunden
> - und ausser "geek value" ist der Benefit gering, d.h. die Firma sagt
> "wenn der erste Kunde danach fragt".
...und unterscheidet sich damit angenehm von einigen großen Providern,
bei denen es heißt "das brauchen Sie nicht". Oder noch besser:
"Glauben Sie nicht alles, was Sie in irgendwelchen komischen
Computerblättchen lesen---ein Protokoll 'IPv6' gibt es nicht".
> Wir bauen gerade einen Relaunch unseres "managed mail"-Produkts, auf Basis
> von Postfix. Das kann dann zwar IPv6 - soll aber in einer "vserver"-Umgebung
> laufen. Die kein IPv6 kann. Und *das* ist dann "mehr als 1-2 Manntage",
> also ein Fall von "gehen Sie einen Schritt vor und zwei zurueck"...
:-)
Ich wollte auch schon vor Jahren meine privaten Server unter FreeBSD
so umbauen, dass jeder Service in einem eigenen Jail läuft. Leider
unterstützen die kein IPv6, so dass ich es bisher bleiben lassen habe.
(Die naheliegende Alternative sind Solaris Zones, aber die Hardware
der beiden großen Maschinen wird nicht unterstützt.)
>> Wobei auch das vielleicht
>> eine interessante Frage ist: Warum kommen einige von uns nicht ohne
>> IPv4 aus und müssen mindestens an manchen Stellen Dual-Stacked fahren?
>
> Problem 1:
> $ host -t aaaa www.google.de
>
> Problem 2:
> OpenVPN im "routed mode" kann kein (automatisch gepushtes) IPv6
>
> Problem 3:
> "alle unsere Drucker koennen nur IPv4"
>
> nur mal so als unvollstaendige Liste...
Wenn ich mal wieder auf ein völlig anderes Umfeld als Deins abziele,
sieht die Liste gleich wieder anders (und länger) aus: www.google.de
lässt sich per Proxy in einem normalen Firmennetz sozusagen an der
Haustür abwickeln. Auch bei den Druckern besteht unter Umständen noch
die Möglichkeit, mit einem vorgeschalteten Print-Spooler eine Art
Proxy-Betrieb aufzubauen, wobei man dann bei lokal aufgestellten
Netzwerkdruckern auf eine entsprechende physikalische Verkabelung
angewiesen ist.
OpenVPN ist nach meinem Verständnis in zweierlei Hinsicht etwas außen
vor: Erstens ist die IPv6-Unterstützung eingeschränkt ist und zweitens
kann man bei einem (nach meinem Verständnis) typischen Road-Warrior-
Szenario bis auf weiteres nicht davon ausgehen, dass man immer und
überall auch IPv6 als Unterbau zur Verfügung hat.
Was mir persönlich wehtut ist die fehlende IPv6-Unterstützung bei
- PXE
- Syslog unter Linux
- NFS unter Linux
- FreeBSD Jails
Ich denke, da hat jeder so seine frustrierenden Erfahrungen gemacht.
Die werden aber im Zweifelsfall deutlich weniger frustrierend, wenn
man von jemand anderem erfährt, dass es nicht geht, statt selbst
mehrere Tage erfolglos rumzuexperimentieren.
> Diesen Teil (Connectivity) finde ich gerade eher einfach :-)
Auch das reicht einigen Leuten schon vollauf:-)
> - das Minenfeld geht dann los, wenn man aus irgendwelchen Gruenden
> keine voellig freie Wahl der Software hat, und ein kleines Stueck
> des grossen Puzzles kein IPv6 kann...
Das sehe ich auch so (he, wir sind uns mal in was einig:-). In
manchen Fällen kann man sich da vielleicht noch drumherummogeln, aber
das kann im Extremfall einigen Stress bedeuten. Andererseits halte
ich die Vorstellung, mehrere tausend Arbeitsplätze nur noch per IPv6
anbinden zu müssen und nur noch in einer "Legacy Zone" dual-stacked
weiter IPv4 unterstützen zu müssen schon für sehr interessant und auch
durchaus einigen Ärger wert; ich sehe das ein bischen wie den Einsatz
von Thin Clients am Arbeitsplatz.
Bei allen Problemen, die ich mit Microsoft-Produkten im allgemeinen
und Windows im besonderen hatte und habe, da ist Vista wirklich
spannend. Wenn damit IPv6-only am Arbeitsplatz machbar wird, kann das
mittelfristig den Betrieb ganz erheblich vereinfachen. <Zaunpfahl>Nur
so als kleiner Hinweis, falls jemand dazu schon was erzählen
will.</Zaunpfahl>
Viele Grüße,
Benedikt
--
Benedikt Stockebrand, Dipl.-Inform. http://www.benedikt-stockebrand.de/
"IPv6 in Practice---A Unixer's Guide to the Next Generation Internet"
(Springer, ca. 410 pages, hardcover) now internationally available.
_______________________________________________
ipv6 mailing list
[email protected]
http://listserv.uni-muenster.de/mailman/listinfo/ipv6