FROM HENRY MALON... Diese Mail kommt immer wieder nicht durch... Ich schicke es daher selbst...
Schöne Grüsse aus Hamburg, JK --------------- Geld ist das wesentliche und einzige Besaenftigungsmittel der maroden Geltungsbeduerfnisse - aller Art." Harold Kleed. (1934 - ). Liebe Juenger Freunde: Da hat der Herr Hedderich wohl den Nagel ganz gut auf den Kopf getroffen, " dass Geld fuer Ernst Juenger kein Thema war, da es nicht dem von ihm gepflegten Bild und nicht seiner Denkungsart entspraeche." Angeblich hat Juenger wiederholt gesagt, dass IN STAHLGEWITTERN = sein "Brot und Butter" Buch war. In SIEBZIG VERWEHT bemerkt er mehrmals, dass DER ARBEITER (1932) weder in Deutschland noch im Ausland ankam. Aus diesem Grunde erwaegte er vielmals Revisionen, aber er kam niemals dazu. Er hatte grosse Hoffnungen fuer AN DER ZEITMAUER (1959), doch wurde er auch hier enttaeuscht. Als ich vor vier Jahren meine Heimatstadt (Einw. 80 000) im Muensterland besuchte, und in einem renommierten Buchgeschaeft fuer ein Buch bei Juenger ansprach, sagte der Inhaber mir er habe kein Juenger Buch auf Lager - "kein Bedarf". Als ich vor drei Jahren dem Klett-Cotta Verlag einen Vorschlag fuer ein Juenger Buch anbot, wurde mir gesagt , dass sich kein Bedarf fur Juenger Buecher befinde, " dass Juenger auf einer Talfahrt waere." Wie ein informierter Juengerfreund weiss, wurde der Juenger-Nebel Briefwechsel vor zwei Jahren veroeffentlicht. Da ich gewoehnlich zwei Wochen in der Heiligkreuztal Gegend waehrend des Symposiums verweile, besprach ich das Buch bei meiner Ankunft mit der Juengerhauskuratorin. Nach dem Symposium fragte ich sie wieviele Exemplare ueber den Juenger-Nebel Briefwechsel sie verkauft habe:" Kein einziges!" Somit hatte Heiner Mueller die Lage wohl richtig in 1988 analysiert. Wenn man den Reichtum des Prachkoettels Goethe und des Zimperlings Thomas Mann mit dem Juengers vergleicht, so gibt es doch gar keinen Vergleich. Doch soll Goethe kurz vor seinem Tode gesagt haben, er haette keine drei glueckliche Wochen in seinem Leben genossen, und der Zimperling Mann haette Goethe "mit drei Tagen" uebertroffen. Da Juenger sich nicht fuer das krankhafte Geltungsbeduerfnis und Geld interessierte , waere so eine Frage fuer ihn belanglos. Er sagt aber in SIEBZIG VERWEHT I am 23.5.1968: " Der musische Mensch laesst sich allzu leicht fuer Ideen einspannen, die ihn von seiner Berufung ablenken; er scheitert daran oft. Seine Existenz ist von einem Reichtum abhaengig, der, durch wen auch immer, in Kultur verwandelt wird. Das ist ihm wichtiger als eigener Reichtum, ja als das taegliche Brot." "Selbsuechtige Gier zerstoert Geselligkeit und Zaertlichkeit." Juvenal (55-130). "Gott laesst uns dreifach fuer das Almosen zahlen, das wir versaeumt haben." SIEBZIG VERWEHT V. 12.8. 1995. 185. "Unsicherheit, Vertrauenslosigkeit, Ungluecklickeit verraten die Versicherungsordnungen und der unglaubliche Reichtum der Versicherungsgesellschaften. Es gibt Laender in denen jeder, dem man begegnet mehrfach versichert ist und in denen man dennoch das Gefuehl hat, dass nicht nur die Unzufriedenheit, das Missbehagen, sondern sogar die Unsicherheit ununterbrochen zunehmen." DER ARBEITER. 441. "Reiche Leute langweilen mich. Sie sind reich, weil das ganze Leben nur mit Geld zu tun hat, und sie immer nein zu ihren Mitmenschen sagen." Francois Sagan. (1935 - ) " Waehrend meiner Lebenszeit habe ich viele wichtige Koffer kennengelernt, die es im Leben zu etwas brachten und sehr reich dabei wurden. Doch gewoehnlich waren sie ausserhalb ihres Geschaeftsbereichs unvernuenftig und liederlich - und Menschen ohne Substanz." Somerset Maugham. (1874-1965). Herzlich - aus dem Lande der ziegelroten Abenakis, der freudigen Raubdrucker, der rosaroten Irokesen und des maechtigen Manitous. _______________________________________________ Juenger-list mailing list [email protected] http://www.pairlist.net/mailman/listinfo/juenger-list
