From: Natalie Nik-Nafs <[email protected]> Date: 22.05.2007 Subject: Konf: Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen Konservativismus nach 1945 in den Westzonen Deutschlands - Berlin 06/07 ------------------------------------------------------------------------
Prof. Dr. Erhard Schütz Humboldt-Universität zu Berlin Institut für deutsche Literatur Hegelplatz 2 10099 Berlin, Berlin 08.06.2007-09.06.2007, Humboldt-Universität zu Berlin, Institut für deutsche Literatur, Hegelplatz 2, 10099 Berlin, Raum 1.103 Auf der interdisziplinären Tagung Solitäre und Netzwerker. Akteure des kulturpolitischen Konservativismus nach 1945 der Humboldt-Universität zu Berlin sollen die verschiedenen Positionen im Spektrum konservativen (d. i. nicht-sozialistischen und nicht-liberalistischen) Denkens präsentiert und diskutiert werden, ihre Beziehungen zueinander, ihre Stellung im intellektuellen Milieu der Westzonen und der frühen Bundesrepublik und ihr Einfluss auf die kulturpolitischen Debatten der Nachkriegsjahre. Die Auseinandersetzung um Mohler, Vietta, Nebel, Boveri u. a., die im Zentrum des ersten Blocks der geplanten Tagung stehen wird, knüpft dabei direkt an die Beiträge der am 1./2. Februar 2006 von Peter-Uwe Hohendahl und Wolf Kittler organisierten Konferenz Conservative Thought in West Germany after 1940: Martin Heidegger - Carl Schmitt - Ernst Jünger am Institute for German Cultural Studies der Cornell University Ithaca (New York, USA) an. In der geschichts-, kommunikations- und literaturwissenschaftlichen Forschung der letzten Jahrzehnte ist oft genug auf die Elitenkontinuität vor und nach 1945 verwiesen worden, auf alte Seilschaften, auf die auch im Nachkriegsdeutschland Verlass war, auf die Netzwerke an den Universitäten und in den Medien, in der Politik, der Wirtschaft und im Kulturbetrieb, in den bald wieder aufgerichteten Streitkräften und im halbherzig entnazifizierten Justizapparat. Mehr als einmal wurde dabei herausgestellt, wer durch welchen für das Dritte Reich geleisteten Beitrag eigentlich empfindlich kompromittiert war und nach Kriegsende wieselflink den Anschluss an die neue Zeit gesucht und gefunden hatte. Das Interesse an der berufsgeschichtlichen Vita der jung gebliebenen Alt-Nazis und die mitunter skandalisierende Suche nach einer nationalsozialistischen Durchdringung der Bundesrepublik (L. Hachmeister) überdeckte dabei aber nicht nur, dass sich die technokratisch-pragmatische Generation des Unbedingten (M. Wildt) mehrheitlich den veränderten politischen und sozialen Bedingungen nach 1945 recht geschmeidig und erfolgreich anpasste. Sie versperrte vor allem auch den Blick auf die Elitenkontinuitäten im kulturpolitisch-konservativen Lager, auf die keineswegs leise auftretenden kulturpessimistisch orientierten Intellektuellen und Besatzungskritiker, die sich zwar teilweise während der NS-Zeit ebenfalls nicht mit Ruhm bekleckert hatten, zu Konzessionen an den postnationalsozialistischen Zeitgeist aber kaum bereit waren. Ausgehend von der Beschäftigung mit dem jeweils spezifischen der Bindungen, dem jeweils spezifischen der Vermittlungstätigkeiten verschiedenster Personen und Konstellationen - im Zentrum Mohler, Vietta, Nebel, Boveri - soll das Feld im weiteren Verlauf der Tagung für die Positionen von Solitären und Netzwerkern geöffnet werden, die wenn überhaupt allenfalls indirekt von den Schriften Heideggers, Schmitts und Jüngers beeinflusst wurden. ------------------------------------------------------------------------ Freitag, der 8. Juni 2007 Einführung 10: 00 Begrüßung 10: 30 Constantin Goschler (Bochum): Radikalkonservatives Denken in der frühen Bundesrepublik im Kontext 11: 00 Dirk van Laak (Jena): Ideengeschichtliche Elemente in den Grundkonstellationen der frühen BRD 12: 00 Mittagspause Jüngers und anderer Jünger 14: 00 Gregor Streim (Berlin): "Aufbruch zum Sein". Kulturkritische Positionierungen zwischen Jünger und Heidegger: Gerhard Nebel und Egon Vietta 14: 30 Roland Berbig (Berlin): "Ich stelle Ihr Bändchen in meine Bücher ein." Zur Begegnung von Margret Boveri und Ernst Jünger 15: 30 Kaffeepause Antipoden der Frankfurter Schule 16: 00 Jens Hacke (Berlin): Arnold Gehlen und der technokratische Konservatismus 16: 30 Stephen Brockmann (Carnegie Mellon): "Der Nullpunkt und seine Überwindung: Hans Egon Holthusen 18: 00 Abendessen Abendvortrag 20: 00 Peter Uwe Hohendahl (Cornell): Erzwungene Synthese: Ernst Jüngers Roman "Heliopolis" als theologisch-politisches Projekt (Raum 1.101) Samstag, der 9. Juni 2007 Alte Netze neu ? 9: 30 Rainer Rutz (Berlin): Die Truppen von Signal - Nachkriegspresse und PK 10: 00 David Oels (Berlin): Rowohlts Rotations Routine 11: 00 Kaffeepause 11: 30 David Bathrick (Cornell): Von der UFA zur DEFA: Gegenwarts- und Vergangenheitsbewältigung im Berliner Kino 1945-1948 12: 00 Wolfram Knäbich (Berlin): Friedrich Sieburgs Auftritt nach 1945 13. 00 Mittagspause 15: 00 Karl Prümm (Marburg): Renouveau catholique: Walter Dirks und die Erneuerung der linkskatholischen Netzwerke in den "Frankfurter Heften". 15: 30 Sean Forner (Michigan State): Die Kehrseite der Kulturkritik. Publizisten eines 'dritten Weges'. 16: 30 Kaffeepause 17: 00: Geoffrey Waite (Cornell): Left-Heideggerianism as Trasformismo, 1919-2007 ------------------------------------------------------------------------ Natalie Nik-Nafs [email protected] URL zur Zitation dieses Beitrages <http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de/termine/id=7349> _________________________________________________ HUMANITIES - SOZIAL- UND KULTURGESCHICHTE [email protected] Redaktion: E-Mail: [email protected] WWW: http://hsozkult.geschichte.hu-berlin.de _________________________________________________ _______________________________________________ Juenger-list mailing list [email protected] http://www.pairlist.net/mailman/listinfo/juenger-list
