Liebe Jünger-Freunde,

in der WELT vom 6. Oktober hat Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio die 
Jünger-Biografie von Helmuth Kiesel besprochen.

Beste Grüsse rundum, Ihr/Euer
tw



http://www.welt.de/kultur/article1235211/Das_abenteuerliche_Herz_des_Ernst_Juenger.html
Die Welt, 6. Oktober 2007 Literatur
Von Udo Di Fabio: Das abenteuerliche Herz des Ernst Jünger




Der Schriftsteller ist gleich mehrfach eine Jahrhundertfigur. Immer war Jünger 
(1895-1998) umstritten. Helmuth Kiesel legt nun ein monumentale Biographie vor. 
Bundesverfassungsrichter Udo Di Fabio hat das Buch für WELT ONLINE gelesen. 
Neues Licht fällt auf alte Konflikte.

Eine Biographie zielt auf Enträtselung der Person, verrät aber zugleich auch 
einiges über den Biographen und seine Zeit. Warum schreibt ein renommierter 
Literaturwissenschaftler heute ein 700 Seiten starkes Werk über Ernst Jünger? 
Vielleicht liegt es daran, dass Jünger sich selbst mystifiziert, jedenfalls 
stilisiert hat, seine Nähe wie seine Distanz zum Bösen und sein symbolischer 
Manierismus die Frage aufwerfen: Wer war der Mann?

Gehörte er zu jenen negativen Romantikern des Todes, die ihre Erfahrungen aus 
dem grausamen und banalen Alltag der Schützengräben ästhetisiert haben? War er 
auf der Suche nach dem Sinn und dem verlorenen Zauber der modernen technischen 
Welt auf den falschen Weg geraten? War Ernst Jünger tatsächlich ein 
tiefgründiger moderner Autor oder war er doch nur ein abgründiger Exponent der 
Gegenaufklärung, dem demokratische Regierungschefs besser nicht ihre Aufwartung 
gemacht hätten?
Akademischer Stallgeruch
Helmuth Kiesel insistiert auf gerechte Behandlung. Seine Darstellung erklärt 
das schwer Erklärliche, macht Kontexte sichtbar. Mit etwas Naivität mag man 
darin eine entbehrliche Verteidigung gegen einen nur eingebildeten Angriff 
sehen, weil doch heute angeblich niemand mehr mit Jünger hadere, schon weil 
seine Bedeutung weiter schwinde.
Und handelt es sich überhaupt um eine Biographie? Über weite Strecken liest 
sich das Buch wie eine Werkexegese, literaturwissenschaftliche Leistung, 
umflort von einfühlsamer Apologetik eines Interpreten, der womöglich seinem 
Gegenstand zu nahe gerückt ist. Expressive Leidenschaft für das volle Leben, 
das Sterben eingeschlossen, Schwärmen für das nicht nur Zweckrationale, sondern 
Existentielle: all das fehlt der trockenen, zitierenden und wägenden Biographie.
Ihr Stil scheint jedenfalls dem frühen Jünger kaum gerecht zu werden; der 
akademische Stallgeruch, der Verzicht auf Anekdotisches aus dem Mund von 
Zeitzeugen, lädt ein zum feuilletonistischen Verriss. Aber so leicht sollte man 
es sich nicht machen. Über den literarischen Rang Ernst Jüngers mögen andere 
streiten, sein „Heliopolis“ etwa lohnt vielleicht mehr die Lektüre als mancher 
meint. Der Autor der „Stahlgewitter“ und der „Marmorklippen“ ist jedenfalls ein 
lohnender, aber sperriger Repräsentant des 20. Jahrhunderts, das wir erst 
soeben versuchen zu historisieren, aber noch nicht auf den Begriff gebracht 
haben.
Propagandist eines neuen Nationalismus
Jünger ist ein Exponent. Er gehört zu jenem abgestorbenen Zweig der negativen, 
einer nihilistischen Romantik, die uns heute etwas zu sagen hat, und zwar auch 
in ihrem monströsen Scheitern und in ihrer Schuld. Der Biograph wirkt über 
weite Strecken wie ein Anwalt, der mit Akribie Tatsachen einräumt, um ihre 
erste Wirkung wägend und erläuternd wieder ausräumen zu können.
Es entsteht so ein recht bemerkenswertes Bild des frühen Jüngers, das dessen 
Verantwortung für die Aussaat des Bösen nur umso deutlicher macht. Das gilt 
selbst dann, wenn man genau so einfühlsam wie Helmuth Kiesel den kulturellen 
Kontext berücksichtigt, in dem Jünger sich in den zwanziger Jahren bewegte.
Er war nicht nur in seiner ersten literarischen Phase als Kriegsschriftsteller, 
sondern vor allem als intellektueller Propagandist eines neuen Nationalismus, 
aber auch als Dichter des „Abenteuerlichen Herzens“ und des „Arbeiters“ in den 
Jahren vor 1933 jemand, der Deutschlands Weg in den zivilisatorischen Abgrund 
eines neuen großen Krieges lustvoll, ästhetisierend und eitel entworfen hat.
Revolutionsforderung im "Völkischen Beobachter"
Was davon über wen und auf wen gewirkt hat, wird sich nicht genau klären 
lassen. Aber es macht sich die Sache wohl zu einfach, wer anführt, dass in 
Hitlers Bibliothek kaum etwas von Jünger zu finden gewesen sei und ein 
persönliches Zusammentreffen zwischen beiden nie stattgefunden habe.
Jünger hat bereits in der Zeit vor 1930, als die Nationalsozialisten noch eher 
eine exotische Randgruppe der Gesellschaft waren, die nach Verbreitung und 
markanten Ideen suchte, aus der mächtigen Organisation des Stahlhelms heraus 
publizistisch in einer intellektuell exponierten Weise gewirkt.
Er hatte zuvor bereits 1923 im „Völkischen Beobachter“ die nationale Revolution 
gegen die bürgerliche Kultur, gegen Kapitalismus und westlichen Liberalismus 
propagiert, und zwar ebenso sprachgewaltig wie sprachgewalttätig. Und das soll 
von den Nazis, das soll von Hitler nicht wahrgenommen worden sein?
Treffen mit dem linken Brecht
Was konnten sie über Jahre hinweg in geschliffener Sprache und mit der 
Autorität des Pour-le-mérite-Helden lesen? Jünger spricht vom Blut der Nation, 
das im Kampf vergossen wird, damit über die Opfer hinweg die wahre Freiheit des 
Ganzen entstehe, er spricht von dem verwesenden parlamentarischen Staat und 
seinem an den Börsen schachernden Nihilismus, der letztlich nur durch einen 
neuen heroischen Menschen, durch Kampf und Krieg überwunden werde, weil nicht 
nur im ungewissen Siege, sondern ebenso im Untergang die neuen Werte der 
Zukunft entstünden.

In den Bahnen Nietzsches und Spenglers gab sich Jünger als selbstverliebter 
rechter Intellektueller, der eine mächtige Tendenz gegen die neuzeitliche 
humanistische Aufklärung radikalisierte und in einer eigentümlichen Weise auch 
literarisch modernisierte. Dass er um 1930 herum und nach dem Erscheinen des 
„Abenteuerlichen Herzens“ dabei auch mit damaligen oder späteren linken 
Intellektuellen, mit Bertolt Brecht, Alexander Mitscherlich und Ernst Rowohlt 
zusammengetroffen und dabei keineswegs nur feindlich wahrgenommen worden sein 
soll, verwundert nicht.
Die Diagnose der antibürgerlichen Front gegen Weimar war dieselbe. Das 
bürgerlich-liberale Gesellschaftsmodell sei am Ende, umstritten war nur, wer 
das Erbe antreten würde: der Kommunismus mit seiner Verheißung vom Ende des 
Klassenkampfs oder die nationale Revolution.
Ein Kristall in dem das 20. Jahrhundert schillert
Der jüngersche Kriegsnationalismus wollte mit seiner Finalität ewiger Bewegung 
noch „moderner“ sein als seine linken Antipoden der Antibürgerlichkeit. Er 
drängte nicht auf Überwindung des Kampfes durch Aufhebung aller 
Klassengegensätze und damit auf ein Ziel der Harmonie, sondern bestand auf 
ewigen Kampf als dynamisches Lebensprinzip, weil in ihm das stählerne 
Geschlecht von morgen entstünde.
Der Wahnsinn der hitlerschen Kriegsführung, die ohne Anlass, ohne Maß, ohne 
Moral und ohne Ziel war, hatte insofern (jüngersche) Methode, sie wird aus 
dieser Version einer permanenten Revolution „verständlich“.
Wenn die von Kiesel vorgelegte Biographie als apologetische Schrift verstanden 
wird, ist sie gewiss gescheitert, schon weil sie gerade das zitiert, was ein 
echter Apologet tunlichst verschwiegen hätte. Doch man würde dem Autor auch 
unrecht tun, wenn man sein Werk so verkürzte. Es ist etwas anderes gelungen. 
Ernst Jünger wirkt wie ein Kristall, in dem das 20. Jahrhundert in ungewohnten 
Facetten schillert, die wir aus anderen Perspektiven entweder nicht oder anders 
wahrnehmen.
Verachtung des Biedermeier
Das Jahrhundert mag ein nervöses Zeitalter gewesen sein und auch das 
Jahrhundert der politischen Extreme. Aber solche Etikettierungen bleiben – man 
wagt das Wort nach der Lektüre von Jüngers Schriften kaum in den Mund zu nehmen 
– „blutleer“. Das 20. Jahrhundert ist jene Epoche, die den Aufstand gegen die 
bürgerliche, gegen die humanistisch-rationale Kultur der Neuzeit geprobt hat 
und die vom liberaldemokratischen westlichen Modell mühsam, aber letztlich 
erfolgreich niedergekämpft wurde. Die Substanz des Besiegten muss indes nicht 
exterminiert sein, sie kann morgen an ganz anderer, überraschender Stelle 
wieder zum Vorschein gelangen.
Ernst Jünger ist ein wichtiger Exponent der rechten Variante des Aufruhrs gegen 
die bürgerliche Welt, die er auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs 
endgültig als gestorben ansah. Nichts durchzieht seine Schriften und seinen 
Habitus deutlicher, als jene elitäre Attitüde der Antibürgerlichkeit, seine 
Verachtung und sein Hohn auf das Biedermeier und die Händlermentalität.
Dies gilt prononciert jedenfalls bis etwa zur Mitte des Jahrhunderts, als der 
rechte Aufruhr bekämpft war und der linke noch auf seine Implosion 1990 
wartete. Und gerade weil Ernst Jünger mehr war, als ein intellektueller 
Exponent der radikalen Rechten, sondern zugleich auch ein hochgebildeter Poet, 
macht seine stete Suche nach Modernität und nach einem ambitionierten, einem 
mehrdimensionalen, tieferen Weltzugang etwas sichtbar, was für heute und für 
morgen wichtig ist.
Kiesel unterstellt selbst Himmler "Bürgerlichkeit"
Jene so expressiv von den politischen Extremen angegriffene Bürgerlichkeit ist 
jedenfalls keine Frage von links gegen rechts oder umgekehrt. Friedrich Ebert 
war mit seinem Anstand und seinem Sinn für die demokratische Staatsordnung 
bürgerlich im besten Sinne, und gerade deshalb mit Kübeln von Schmutz 
übergossen worden.
Walter Rathenau und Gustav Stresemann waren im besten Sinne als weltoffene 
pragmatische Patrioten bürgerlich und deshalb im Fadenkreuz des 
antibürgerlichen Aufruhrs von links und rechts. Sozialdemokraten heute sind in 
diesem ideellen Kerngehalt genauso bürgerlich wie Christdemokraten. Vom 
Sozialismus als politische Revolte gegen die privatwirtschaftliche Ordnung sind 
sie genauso weit entfernt wie die so genannten Konservativen von irgendeiner 
nationalistischen Volksromantik.
Dass wir allerdings auch heute keinen klaren Begriff von Bürgerlichkeit haben, 
wird daran sichtbar, dass Helmuth Kiesel einen halbpathologischen Massenmörder 
wie Heinrich Himmler „Bürgerlichkeit“ attestiert, wo er gewiss nur dessen 
obszöne Fassade bürgerlichen Anstandes meinte.
Jünger hält sich zu den Nazis auf Distanz
Ein scharfsehender und ahnender Geist wie Jünger wusste im Jahr 1933 natürlich, 
dass die überraschende Verwirklichung seiner eitlen Salonideen einer 
antihumanistischen nationalen Kampfgemeinschaft – angereichert mit einem 
rassistischen Antisemitismus, der nicht auf ihn zurückgeht – nur in einem 
Desaster enden konnte, und er blieb nach eigenem Bekunden deshalb in 
Deutschland, um diesem grausigen Experiment beiwohnen zu können.
Dabei war er peinlich auf Distanz bedacht, die für den moralischen Richter 
alles offen halten will, ganz so wie bei jener im Ersten Pariser Tagebuch 
beschriebenen Exekution eines deutschen Fahnenflüchtigen oder in seinen 
Kaukasischen Aufzeichnungen, die jene eigentlich unan-greifbare Distanz des 
Diagnostikers in Anspruch nimmt, der festhält, was man als Offizier von den 
Verbrechen gegen die Menschlichkeit mitten im Krieg wissen konnte.
Der Biograph Kiesel seinerseits will ganz ersichtlich nicht der moralische 
Richter sein, und er unterscheidet sich darin wohltuend von anderen. Aber 
gerade die Lektüre seines Buches führt zu einer Schlussfolgerung, die er nicht 
ausarbeitet, sondern vorbereitet. Warum eigentlich erscheinen jetzt beachtete 
und womöglich auch beachtliche Biographien über Ernst Jünger oder Stefan 
George? Blubbert da vielleicht etwas in einer neokonservativen Blase, sucht da 
jemand nach alten Stämmen, um neue Triebe sprießen zu lassen?
Die Spießer an den Wahlurnen
Wohl kaum. Die Lage ist komplizierter: Das Spiel geht über die Bande. Hinter 
Jüngers Werk steht die ewige Sehnsucht der Neuzeit nach der verlorenen Einheit, 
nach dem Ganzen. Sein erklärter Feind, die von ihm verachtete 
„bürgerlich-liberale Gesellschaftsdemokratie“ mit ihrer individuellen Freiheit, 
mit ihren Parteien und Parlamenten, der liberalen Publizistik und der freien 
Wirtschaft, steht für ihn für Durchtrennung, Ent-fremdung, Vermassung, 
Entwertung aller Werte, Verlust heroischer Größe, kollektive Unfreiheit unter 
den Imperativen wirtschaftlicher und bürokrati-scher Sachgesetzlichkeiten.
„Bürgerlich“ ist von Intellektuellen wie Jünger nicht als Bezeichnung einer 
sozialen Schicht verstanden worden, der man schließlich selbst angehörte, 
sondern ganz zu Recht als eine Weltsicht und Lebensweise. Im Verdikt gemeint 
waren jene „Spießer“, die zu den Wahlurnen ebenso wie zur Kirche gingen, die 
Apotheken betrieben, routiniert ihre Arbeit verrichteten und kleine Geschäfte 
machten, die ihre Kinder erzogen, ein Sparkonto besaßen und zur Streitbelegung 
auf Gerichte und ihr bürgerliches Recht, auf den Rechtsstaat vertrauten.
Das ganze liberal-demokratische System galt als morsch und faul; seit Nietzsche 
wartete man auf die Wiedergeburt des Heroischen gegen das 
Merkantil-Kalkulierende, gegen jene kleine Redlichkeit und Langeweile.
Globalisierungskritik und Nietzsche
Vielleicht könnte man einiges von solchen Destruktions-Diagnosen auch heute im 
kulturellen Betrieb unserer Gegenwart wieder finden, auch bei der politischen 
Linken und ganz Rechts sowieso, oder auch im religiös verbrämten 
Fundamentalismus.
Findet sich nicht auch in der Globalisierungskritik einiges von Nietzsches 
resignativen Diagnosen, ist seine „Wirtschaftsgesamtverwaltung“ der ganzen Erde 
nicht auch schon auf dem Weg und jene planetarische Dimension von Jüngers 
technisierter Arbeitsgesellschaft, in deren Vorstellung er sich just 
hineinflüchtete als in Deutschland sein programmatischer Irrtum von gestern, 
sein radikaler Kriegs-Nationalismus, schneller Wirklichkeit wurde als erwartet?
Die Kultur des Bürgertums, die der Neuzeit ihren Stempel aufgedrückt hat, 
beantwortete die Einheitssehnsucht und die von Jünger gestellte Fra-ge nach der 
Idee vom Leben anders und nicht destruktiv: zuerst mit Religion, dann mit 
Wissenschaft und Philosophie, dem rationalen Vernunft-staat, mit einer 
Tugendlehre und einer privaten Lebensführung, die im Familien- und 
Erwerbsethos, in Vernunftzugewandtheit ebenso wie in ka-tholischer Frömmigkeit 
und protestantischem Pietismus ihre Gestalt fand, die im viktorianischen 
England und im deutschen Biedermeier starke Linien für die gesellschaftliche 
Ordnung einer nicht-etatistischen Zivilgesellschaft zeichneten.
Enttäuschter Intellektueller im Abwärtssog
Das Verstehen von Einheit und Freiheit als Komplementäre der Moderne bedurfte 
entweder der städtisch bürgerlichen Tradition oder hegelianischer Einsicht in 
die Dualitäten und Gleichzeitigkeiten der prägenden Kräfte des Seins: Beides 
geriet im 19. Jahrhundert unter den Druck von Fortschrittshysterie, 
Sozialdarwinismus und aufkeimenden Totalitarismus. Es folgte die geistige 
Verengung einer beinah nur noch poli-tisch und immer weniger kulturell und 
lebenspraktisch denkenden Aufklärung, die die Intellektuellen seit dem späten 
19. Jahrhundert mehr und mehr in politische Konzepte gegen diese bürgerliche 
Kultur der funktionalen Differenzierung hineinriss.
Ernst Jünger befand sich in diesem Abwärtssog des späteren 19. Jahrhunderts. Er 
wähnte sich im wissend triumphierenden, wenngleich nihilisti-schen 20. 
Jahrhundert. Für ihn war es ausgemacht, dass er ein Fährtenleser in jenen 
tiefen Schichten sei, „in denen die Überlegenheit des Denkens unseres 
Jahrhunderts liegt, verglichen mit dem vorhergegangenen“.
„Es ist der Unterschied im Lichte, das nicht mehr als reine Schwingung 
auftritt, sondern zugleich korpuskular.“ Er hat – und das legt die Lektüre 
seiner Biographie so nahe – nicht verstanden, was jene angedeutete 
selbstreflexive Dualisierung des physikalischen Denkens eigentlich für das 
gesellschaftliche und kulturelle Denken bedeutet.
Antibürgerlicher Affekt als Krankheit der Aufklärung
Jünger hat nie gesehen, jedenfalls nicht eingeräumt, dass er das zu zerstören 
half, was angeblich schon untergegangen war und was erst wieder mit 
amerikanischen GI’s 1945 nach Westdeutschland zurückkam: die westliche Moderne, 
mit individuellem Lebensstil, Liberalität und Demokratie.
Schlagworte
Ernst Jünger Helmuth Kiesel Stahlgewitter Antibürgerlichkeit Heinrich Himmler 
Friedrich Nietzsche
Heute besteht die Chance, nicht nur Rousseau und Marx, sondern auch Nietzsche 
und Jünger in ihren Verengungen überwindend, positiv zu wenden und die Moderne 
an ihren wirklichen Quellen neu zu entdecken. Jene von Jünger erstrebte 
„Transformation der rationalistisch entzauberten und nihilistisch 
desorientierten Moderne“ in eine wiederum sinnerfüllte, wunderbare und 
abenteuerliche Moderne kann nur gelingen, wenn der antibürgerliche Affekt der 
Extreme als die große Krankheit einer politisch allzu sehr verengten Aufklärung 
verstanden wird.
Dadurch würde auch Ernst Jünger historisiert, als ein wichtiger Repräsentant 
des antibürgerlichen Aufruhrs. Ihn in dieser Rolle ebenso ernst zu nehmen wie 
in seiner zwar zeitigen, aber schwachen Distanzierung von den Geistern, die er 
rief, setzt uns heute überhaupt instand, Jünger wieder mit Gewinn zu lesen. Für 
diesen Beitrag, verengte Diskurse in redlicher Weise wieder zu öffnen, gebührt 
Helmuth Kiesel Anerkennung.
Helmuth Kiesel: Ernst Jünger - Die Biographie. Siedler, München. 720 S., 24,95 
Euro

--
Tobias Wimbauer | Wimbauer Buchversand
Waldhof Tiefendorf
Tiefendorfer Str. 66
58093 Hagen-Berchum
02334-502826
http://www.waldgaenger.de/fragebogen.html
USt-IdNr.: DE251720280
unsere Angebote (ZVAB, AbeBooks, Amazon, Booklooker, Antbo, Antiquario, 
Antikbuch24, Guthschrift, Buchfreund und Allstores) finden Sie hier: 
http://www.waldgaenger.de/wimbauerbuchversand.html
http://www.waldgaenger.de/tiefendorf.JPG
einen Büchergruß an TW senden: http://www.amazon.de/gp/registry/IBSBOT1B0


 
Yahoo! Groups Links

<*> Besuchen Sie Ihre Group im Web unter:
    http://de.groups.yahoo.com/group/juenger_org/

<*> Ihre Mail-Einstellungen:
    Einzelne Mails | Klassisch

<*> Wenn Sie die Einstellungen online ändern möchten, gehen Sie zu:
    http://de.groups.yahoo.com/group/juenger_org/join
    (Yahoo!-ID erforderlich)

<*> Zum Ändern der Einstellungen per Mail:
    mailto:[email protected] 
    mailto:[email protected]

<*> Um sich von der Group abzumelden, senden Sie eine Mail an:
    [email protected]

<*> Mit der Nutzung von Yahoo! Groups akzeptieren Sie unsere:
    http://de.docs.yahoo.com/info/utos.html
 

Antwort per Email an