"Eine Kenntnis gewesener Groesse, eine Verehrung kann nur ernst genommen werden, wenn sie Wiederholung ist, und das gilt nicht nur fuer geschichtliche, sondern auch fuer biblische und mythische Gestalten - die Wiederholung ist die Weise, in der sich der Umgang mit der Bibel und der Dichtung erfuellt." Gerhard Nebel. (1903-1974). HAMANN 152. "Der vernunftbegabte, aufmerksame, talentierte Leser geniesst das Lesen, weil er haeufig wiederholt, oefters vergleicht und niemals die Uebersicht verliert." Harold Kleed. (1934 ).
"Die Alten wussten, dass die Wiederholung die Mutter des Wissens ist. Wie lange waehrt es - BIS ETWAS "SITZT" DAZU GEHOEREN LIEBE ZUR SACHE , BESCHEIDENHEIT UND UNERSCHOEPFLICHE GEDULD." Ernst Juenger. SIEBZIG VERWEHT. II. 2.4. 1979. Liebe Juenger-Freunde: Ein Zitat haette genuegt, um das Problem des Herrn Friedrich zu loesen: WIEDERHOLUNG. Vor etlichen Jahren veroeffentlichte ich ein Buch ueber die Wiederholung, so dachte ich, alle guten Dinge drei zu machen. Es freut mich immer wieder belesene Menschen vom Schlage des Herrn Friedrich kennenzulernen, da die stumpfsinnige Masse ueberhaupt nicht liest, und die Gelehrten in der Meinung von Wilhelm von Humboldt (1767-1835) " nur den eigenen Dreck lesen." Ein Professor der Germanistik, "Herr Professor Dr. P. erzaehlte mir drei Monate vor seiner Emeritierung:" Im Ruhestand werde ich das Leben geniessen, - kein Buch mehr angucken, - ich habe waehrend meiner Karriere soviel gelesen, weshalb soll man ein Buch zweimal lesen." Tant mieux - cosi fan tutte. Da ich saemtliche Werke Ernst Juengers gelesen habe, interessierte ich mich nicht fuer die Veroeffentlichung der Korrespondenz zwischen Juenger und Nebel, da Juenger fortan regelmaessig Nebel in den STRAHLUNGEN verdummdeubelt und verhohnepiepelt. Vorsehungsvoll - niemals zufaellig - erwarb ich das Buch ein Jahr spaeter und wurde derart beglueckt und befluegelt, dass ich Nebels ca 30 Buecher erwarb, und sie WIEDERHOLT mit unglaublichem Hochgenuss gelesen habe. Zum Beispiel schreibt Nebel an Ernst Juenger am 12.11. 1948:" Die STRAHLUNGEN habe ich jetzt , exzerpierend und gliedernd, durchgearbeitet, und immer wieder stockte mir der Atem. Sie sind in der Prosa das, was Hoelderlin in der Poesie war. Sie lassen sogar Goethe zurueck. Aber so etwas auszusprechen ist wohl noch nicht moeglich. Der einzige Vergleichspunkt ist Luther. So geht es nicht nur mir, sondern allen denen ich Einblick in die STRAHLUNGEN gebe. Ich habe jetzt ein Kapitel ueber ihre Sprache beendet, das ich fuer das beste des ganzen Buchs halte. Mit stilistischen Analysen ist es nicht getan. Es kommt darauf an, das Wort auf den Gott zu beziehen, der "Wort" ist, und ebenso natuerlich auf das Pfingstwunder. Die VIERTE Lektuere der STRAHLUNGEN , und jedesmal vertieft sich der Eindruck." Aus dem Lande der ziegelsteinroten Irokesen, der glitzernden Gewaesser und des maechtigen Manitous - unvergleichlich Heinrich.
