Lieber Simon:
 
"Die wahren Fuehrer der Welt sind in den Graebern zu Haus." GES. WERKE. Band 2. 
"Strahlungen". 276. 30. 11. 1941.
 
"Wichtiger noch als die Haueser, Land und Gueter sind die Graeber, die man als 
letztes im Stich laesst." Ibid.  28.9. 1945.
 
"Sie wussten es vorher, aber ich habe es von Aischylos und Sophokles gelernt, 
DASS DIE GRAEBER UNS KRAFT SPENDEN UND DASS DIE TOTEN LEBENDIGER SIND ALS DIE 
LEBENDEN." Ernst Juenger-Gerhard Nebel BRIEFWECHSEL. Gerhard Nebel an Ernst 
Juenger.  170.     8.2. 1948.
 
"Sie haben recht, dass ich die Toten liebe und verehre - und deshalb haenge ich 
auch an meinem ersten Buch IN STAHLGEWITTERN als an der Erinnerung an alle, die 
damals neben mir gefallen sind. Die Literatur ueber den ersten Weltkrieg ist 
nun wohl abgeschlossen, und ich glaube, dass es dieses Buch sein wird, das sich 
im Volke mit der Erinnerung an ihn verknuepfen wird." Ernst Juenger an Gerhard 
Nebel.  203.     10.5. 1948.
 
"Die Ehre der Toten ist von der Hochachtung der Vorfahren, diese von der Liebe 
zu dem Herkommen und von einer vorzugsweise der Vergangenheit zugekehrten 
Geistesrichtung unzertrennlich." Johann Jakob Bachofen. (1815-1887).
 
"Der Friedhof: Wir billigen, dass die Graeber vergehen, die Monumente stuerzen, 
das Planzenreich die Friedhoefe bedeckt. Der Schmerz um den Toten endet, dann 
kommt die Schwermut, die Melancholie, dann das Schweigen, zuletzt das 
Vergessen. Nach drei Generationen sind die meisten Menschen vergessen. Unsere 
Friedhoefe sind die Abbilder dieses Vorgangs, der einer Heilung gleicht. 
Deshalb wird man keinen Friedhof finden - er sei denn ganz neu angelegt - der 
in allen seinen Teilen sorgfaeltig gepflegt und instandgehalten wird. Es ist 
gehoerig, ist in der Ordnung, dass die Verwilderung in ihn eintritt, der 
Graswuchs, der Strauchwuchs, der Baumwuchs, dass die Denkmaeler sich neigen, 
der Stein Risse bekommt, das Eisen rostet und Moos die Platten ueberzieht. 
Darin liegt nicht Schmerz, sondern Trost. Ein Friedhof muss alt sein, wenn er 
schoen sein soll. Neue Friedhoefe haben nichts Anziehendes. Die Toten scheinen 
so geduldig, dass wir uns ueber ihre Kraft oft taeuschen.Wir springen nach 
unserem Belieben mit ihnen um, weil sie auch unseren Missgriffen und Irrtuemern 
mit Schweigen begegnen. So springen wir mit allem Vergangenen um. Wir sind ihm 
gegenueber so leichtfertig wie gegenueber der Zukunft. Auch jenes Wort: Lass 
die Toten ihre Toten begraben, wendet sich gegen den Graeberkult und hat seine 
Monumentalisierung verhindert. - - - Wie leicht die Alten werden. Sie werden so 
federleicht wie Voegelchen. Bald werden sie davonfliegen." Friedrich Georg 
Juenger. GEDANKEN UND MERKZEICHEN.  47. 
 
Unvergleichlich Heinrich 
 


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