Hallo Cord

Am Freitag, 29. Dezember 2023, 20:42:54 CET schrieb Cord Beermann:
>
> da meine aktuellen Methoden Backups (von Servern) und Archivierung (von
> Dokumenten und Emails) mittlerweile sehr sperrig (sowohl vom Platzbedarf, als
> auch vom Handling) geworden sind möchte ich mich bei Euch erkundigen
> wie Ihr diese Probleme löst:

Bei Backups gibt es ja unterschiedliche Herangehensweisen, je nach persönlichen 
Erfordernissen. Vielleicht kannst du mit meinem Konzept, mit dem ich schon seit 
einigen Jahren sehr zufrieden bin, auch was anfangen.

Ich verwende ein selbst geschriebenes Bash-Skript, das per Systemd-Unit beim 
Herunterfahren gestartet wird. Das eigentliche Backup wird in dem Skript mit 
rsync ausgeführt. An einem USB-Port hängt eine SSD, auf der die Backups auf 
einer verschlüsselten Partition abgelegt werden. Für das Wurzelverzeichnis 
(ohne /home und ohne Laufzeitverzeichnisse) und für /home werden separate 
Backups angelegt. Somit wird also faktisch der gesamte Verzeichnisbaum 
gesichert.

Das Skript kann auch ohne Systemd im laufenden System gestartet werden. Es kann 
beliebig viele Backup-Medien verwalten (ich habe vier). Für jedes Backup-Medium 
wird ein Profil angelegt. Darin kann ich festlegen, wie viele Backups für / und 
wie viele für /home maximal angelegt werden (wird die Anzahl überschritten, 
wird das älteste Backup gelöscht). nach wie vielen Stunden Computerlaufzeit ein 
Backup angelegt wird (die Zeiten der einzelnen Sitzungen werden aufaddiert) und 
wie viel Prozent auf dem Backup-Medium mindestens frei bleiben soll (bei 
Überschreiten werden so viele Backups gelöscht, bis der Wert wieder 
unterschritten wird).

Bei jedem Backup legt rsync zuerst Hardlinks zu allen unveränderten Objekten 
des voraus gegangenen Backups (falls vorhanden) an. Somit ist es physikalisch 
nur ein inkrementelles Backup, da nur die neuen und veränderten Dateien 
zusätzlichen Speicherplatz belegen. Aber durch die Hardlinks ist jedes Backup 
auf logischer Ebene ein vollständiges Backup. Auf der USB-SSD, die dauerhaft am 
Rechner hängt, halte ich 20 Backups für / und 50 für /home. Alle sind faktisch 
vollständige Backups, belegen aber durch die Hardlinks nicht wesentlich mehr 
Speicherplatz als mein komplettes System. (Würden sich bei mir aber ständig 
große Datenmengen ändern, wäre das völlig anders!)

Die USB-SSD, auf die beim Herunterfahren ein Backup geschrieben wird, dient vor 
allem als Ausfallsicherheit bei einem möglichen System-Crash (ist noch nie 
passiert) oder bei eigener Dummheit (ich schreibe lieber nicht, wie oft das 
schon passiert ist...). Die anderen Backup-Medien, auf die natürlich nicht so 
oft ein neues Backup geschrieben wird, dienen eher als Schutz vor größeren 
Katastrophen wie Wohnungsbrand oder Diebstahl (ist zum Glück auch noch nie 
passiert). Deshalb ist eines davon immer bei einem Freund von mir, eines habe 
ich immer bei mir, wenn ich mehr als einen Tag aus dem Haus bin, und eines 
liegt im Keller. (Sorry, wegen schlechter Erfahrungen bin ich da etwas 
paranoid.)

So sieht in groben Zügen mein Backup-Konzept aus. Vielleicht ist das ja auch 
was für dich oder gibt dir Anstoß für eigene Ideen.

Viele Grüße
Rolf


-- 
Linux mailing list [email protected]
subscribe/unsubscribe: https://lug-owl.de/mailman/listinfo/linux
Hinweise zur Nutzung: http://www.lug-owl.de/Mailingliste/hints.epo

Antwort per Email an