Lieber Martin, fast wie im richtigen Leben haben wir die Bürde freiwillig auf uns genommen, mit einem begrenzten Budget eine nicht genau begrenzte Aufgabe zu erfüllen, wobei noch nicht einmal das "wir" präzise definiert ist.
Giesskanne hilft da nix. Du kannst wohl selbst erahnen, wieviele Netzkünstler sich plötzlich bei der MA7 validieren würden, um sich ihre 25 cent abzuholen und in der gemeinsamen Sparbüchse abzuliefern. Wenn nur der Headcount zählt, werden Institutionen und Projekte mit hoher Publikumswirksamkeit bevorzugt gefördert, also Medien, Theater, Clubkultur. Dein Vorschlag, die Giesskanne zu befüllen in Ehren - aber: WAS GENAU ist der Garten der Netzkultur? Besser formuliert: Wo sind die Grenzen des Gartens? Auch die Tröpfchenbildung ist dabei nicht unproblematisch: Schon jetzt haben wir nicht mehr alle NetzkünstlerInnen an Bord, weil einige sich "das nicht mehr antun", die zu erzielende Förderung also in keinem Verhältnis mehr zum Aufwand steht. Die einfachste Lösung unseres Problems ist es, die Wahluntergrenze für Projekte, die gefördert werden können, wieder abzusenken und somit das "Drüberheben" von Projekten über die Untergrenze durch die Trustees wieder zuzulassen. Ich meine, dass sich im Community Plenum bei der Abstimmung über das Procedere wohl so gut wie keiner im Raum über die konkreten Auswirkungen im Klaren war. Ich für meinen Teil habe damals für die Anhebung gestimmt, weil ich mir dachte: Größere Cluster schaffen zwar wenigere, aber größere Töpfe, mit denen man wirklich was anfangen kann. Kurz danach war ich verblüfft, dass nun die Trustee- und die Wahluntergrenze gleich war. Aufgegangen ist mir das eigentliche Problem erst in der Trusteesitzung, da musste ich die Regeln als unbrauchbar einstufen, weil das Regulativ der Trustees de facto abgeschafft war. Ich muss zugeben, als Teil des Volkes bin ich selbst an der Misere schuld. Ich hätte im Community Plenunm den Aufschrei loslassen können, dass ich mir über die Wirkung der geänderten Regeln nicht vollständig im Klaren bin. Aber das soll hier kein Confiteor werden. Und mich tät interessieren, ob und wem die Auswirkungen überhaupt klar waren. Ich wage fast zu sagen: Keiner hat sich was dabei gedacht... Jeder wollte nur so schnell wie möglich das Plenum über die Bühne bringen. Oder? Die komplexere Lösung ist eine Netznetz-Verfassung, die beispielsweise beinhalten kann, dass ein bestimmter Teil des Netznetz-Budgets an EinzelkünstlerInnen vergeben werden muss. Die Wahl könnte so komplexer (eventuell auch intransparenter?) werden, denn die Töpfe werden kleiner, weil das Gesamtbudget gedeckelt ist. Von mir aus: Probieren wir's aus. Es erscheint mir fairer als der aktuelle Zustand. Hast eine konkrete Idee, was man wie giessen soll? Dem Flagellantentum fernstehend - aber für jede vernünftige Idee zu haben, fra ------------ "Das ist Demokratie. Langweilig wird sie nie." (Andreas Dorau) _______________________________________________ netznetz.net mailing list [email protected] http://listen.esel.at/mailman/listinfo/liste
