schiff ahoi,
vielleicht ist es manchen schon aufgefallen --- oder auch nicht:
der begriff "langfrisitge überlebenschance", wie er in einigen der
trustee-bewerbungen als kriterium genannt wird, und wie er regelmäßig in
diskussionen auftaucht hat einen fauligen geruch.
ich frage mich, welche schlussfolgerungen daraus gezogen werden ... oder
auch, wie überlebensfähigkeit definiert wird in zusammenhang mit etwas,
das im entstehen ist, und das selbst produkt einer menschlichen
unternehmung ist ... ?
"überlebenschance" kann IMHO nur zur beschreibung von sachverhalten
dienen, die in der vergangenheit liegen, etwa in dem sinne, dass
dinosaurier in einer stark geänderten umwelt keine überlebenschance mehr
hatten.
man kann den begriff auch in zusammenhang mit gesellschaftspolitischen
forderungen gebrauchen etwa:
"bei den stetig wachsenden mietpreisen haben kleingewerbetreibende keine
überlebenschance mehr"
macht man den begriff "überlebenschance" aber zum _kriterium für eine
entscheidung, die die überlebenschance (die lebensfähigkeit) selbst
bestimmt_/_beeinflusst und damit regelt_, steht notwendigerweise die
frage dahinter:: wer ist überlebensfähig, und hat damit anrecht auf
förderung, und wer nicht.
genau betrachtet ist das dann der ausdruck eines selektionsprinzips, das
seinen ursprung in der betrachtng schwammiger und vordergründiger
lebensfähigkeitsmerkmale findet. urteile, die hierin ihre begründung
finden sind eher einer schlachtbank würdig.
tja, die kriterien ...
christoph
- wechselstrom -
p.s: im zusammenhang mit oben genannten beispiel stellt sich die frage,
ob selbstreferentielle systeme funktionsuntüchtig werden, wenn das
bestreben nach komplexitätsreduktion in ein copy-paste-verfahren mündet
- das system selbst zur (differenzierungs_un_fähigen) kopiermaschine
wird, und komplexitätsreduktion zu trivialisierung verkommt.
_______________________________________________
netznetz.net mailing list
[email protected]
http://listen.esel.at/mailman/listinfo/liste