Da vermutlich viele der hier anwesenden früher oder später selbst davon
betroffen sein können, eine allgemeinpolitische Information mit der Bitte
um passend erscheinende Weiterverbreitung.


lg

Martin

--->x<---

Nach nur kurzer Begutachtungsfrist soll am 6.12.2007 die mit Abstand
grösste Verschlechterung des Arbeitslosenversicherungsgesetzes seit
bestehen der zweiten Republik von der grossen Koalition im Parlament
durchgezogen werden.

Deshalb findet am 27.11. ab 15 Uhr (aus Anlass der Behanldung der
AlVG-Novelle im zuständigen Ausschuss) vor dem Parlament eine
Demonstartion statt:

In Ketten gelegte "Arbeitslose" werden von Gusenbauer, Molterer,
Hundstorfer, Bartenstein, Haberzettl, Leitl & Co vor sich hergetrieben,
während "AMS-Betreuer und –Trainer" die Arbeitssklaven "positiv
aktivieren" und ihnen "das richtige Feeling" für Zwangsmaßnahmen und
Schikanen vermitteln.

Wer mitmachen will: +43 (0) 676 / 977 54 87 oder
[EMAIL PROTECTED]

Eine erste Protestnote kann unter http://www.gewerkschaftsplattform.org
unterstützt werden.

Bitte verbreitet diese Information weiter!

Das bereits in Europa mit Abstand menschenfeindlichste Arbeitslosenrecht
soll weiter verschärft werden:

* Private Personalvermittler sollen vollen Zugriff auf die Daten der
Arbietslsoen erhalten und Jobs unter Androhung existenzgefährdenden
Totalsperren des Arbeitslosengeldes (eine Versicherungsleistung!) / der
Notstandshilfe vermitteln können - schlecht bezahlte Jobs sollen so
vermehrt den betroffenen Menschen aufgedrückt werden.

* Urteile des Verwaltungsgerichtshofes sollen ausgehebelt werden:  Alle
Arten von AMS-Massnahmen, und seien diese noch so sinnlos, aufgedrückt
werden. Für die Verfälschung der Arbeitslosenstatistik werden weiter
millionen Euros Versicherungsbeiträge und Steuergelder von der Regierung
verschwendet.

* Schlechtbezahlte "Arbeitsverhältnisse" in "sozialökonomischen Betrieben"
sollen auch mit Totalsprerren bedrohbar werden. Insbesondere
"gemeinnützige Personalüberlasser" mit vorgetäuschten Arbeitsverträgen
("Arbeitsinhalt": sich einen Job suchen) sollen so als Druckmittel gegen
Erwerbsarbeitslsoe eingesetzt werden.

* AMS-Zwangsmassnahmen gegen Langzeitserwerbsarbeitslsoe sollen keiner
Begründungspflicht mehr unterliegen

* De facto unbegrenzte Wegzeiten sollen zumutbar werden

* Menschen mit Kinderbetreuungspflichten (vorwiegend Frauen) sollen statt
16 nun auch 20 Stunden die Woche für Jobs verfügbar sein (egal ob es
Kinderbetreuungseinrichtungen gibt)

* Kinderbetreuungspflichten soleln nur noch bis zum 6. Lebensjahr
anerkannt werden

* Die Befugnisse Daten über arbeitslos gemeldete Menschen und deren
Angehörige solle stark erweitert werden und auch sensible Gesundheitsdaten
erfassen. Die Daten sollen unbeschränkt an AMS-Partner (und möglicherweise
an Firmen) weiter gegeben werden.

* Strafen gegen "pfuschende Arbeitslose" sollen verdoppelt werden, aber
nicht gegen die Schwarzarbeit vergebenden und von ihr profitierenden
Unternehmen

* Es soll verstärkt in unsichere/schlechter bezahlte Jobs in
Personalleasingfirmen vermittelt werden

Insgesamt läuft die Arbeitsmarktpolitik der grossen Koalition unter Alfred
Gusenbauer und Martin Bartenstein darauf hinaus, gut bezahlte reuläre
Arbeitsverhältnsise unter Druck zu setzen und durch schlechter bezahlte,
prekarisierte Arbeitsverhältnisse zu ersetzen. Somit sind alle
ArbeitnehmerInnen von den Verschlechterungen des AlVG betroffen!

Ursprünglich war die Arbeitslosenversicherung von den Gewerkschaften als
Solidarfonds selbst organisiert, nun wird sie immer mehr zum staatlichen
Zwangsmittel zur Erhöhung der Profite der unternehmen auf Kosten der
ArbeitnehmerInnen. Menschenrechte wie das Recht auf freie Berufswahl,
Recht auf angemessene Bezahlung etc. werden weiter ausgehöhlt.

Mit der Mogelpackung "Grundsicherung" sollen weiters auch
SozialhilfebezieherInnen unter das verschärfte AMS-Zwangsregime gezwungen
werden.

Gesammelte Informationen und Aktionsmöglichkeiten vermutlich etwa ab
27.11. Vormittag unter http://www.arbeitslosennetz.org




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