>Date: Tue, 18 Dec 2007 10:44:16 +0100 >From: "Cafe Critique" <[EMAIL PROTECTED]> >Subject: Neue Unterstützer für STOP THE BOMB; OMV & Iran; > US-Geheimdienstbericht >To: [EMAIL PROTECTED] > >In dieser Email: >I. Neue Unterstützer für STOP THE BOMB >II. Gastkommentar von Stephan Grigat zu >österreichischen Iran-Geschäften in der "Presse" >III. Analysen und Kommentare zu dem >US-Geheimdienstbericht über das iranische Nuklearprogramm: >-Florian Markl auf Instant Coffee >-Iranische Oppositionelle widersprechen US-Geheimdiensten >-Yossi Klein Halevi (Shalem Center Jerusalem) in The New Republic >-Yaacov Lozowick (Yad Vashem) auf seinem Blog >-Alan M. Dershowitz in FrontPageMagazin.com >-Leitartikel aus Ha'aretz >-Interview mit Dan Schueftan (Politikwissenschaftler in Haifa) in der ZEIT > >############ >I. Neue Unterstützer für STOP THE BOMB > >Die Kampagne STOP THE BOMB wird mittlerweile von >1653 Personen unterstützt. Darunter befinden >sich neben den prominenten Erstunterstützern >wie Elfriede Jelinek, Beate Klarsfeld, Robert >Schindel, Wolfgang Neugebauer, Alfred Dorfer, >Gerhard Haderer, Ariel Muzicant oder Leon de >Winter mittlerweile auch Hiwa Bahrami >(Repräsentant der Democratic Party of Iranian >Kurdistan-Austria), Brigitte Bailer >(Historikerin, Wien), Theodore Bikel (Präsident >der amerikanischen Künstlergewerkschaft), Micha >Brumlik (Universitätsprofessor, Frankfurt am >Main), Paulo Casaca (Member of the European >Parliament, Partido Socialista Portugal), >Raimund Fastenbauer (Generalsekretär des >Bundesverbandes der Israelit. Kultusgemeinden), >Yosef Govrin (ehm. Botschafter Israels in >Ãsterreich), Kurt Hengl (ehm. Botschafter >Ãsterreichs in Israel), Mag. Friedrich Herzog >(Generalsekretär IKG-Wien), Yossi Klein Halevi >(Shalem Center Jerusalem), Dieter Graumann >(Rechtsanwalt, Frankfurt am Main), Jeffrey Herf >(Historiker, University of Maryland), Nikolaus >Kunrath (Mitbegründer von SOS Mitmensch), Topsy >Küppers (Schauspielerin, Autorin) Andrei S. >Markovits (Professor of Political Science, >University of Michigan), Fiamma Nirenstein >(Journalistin, Rom), Lars Rensmann (Assistant >Professor of Political Science, University of >Michigan), Edith Schmied (grüne Gemeinderätin, >Linz), Marco Schreuder (grüner Abgeordneter zum >Wiener Landtag), Yoel Sher (ehm. Botschafter >Israels in Ãsterreich) und Claudia Smolik >(grüne Abgeordnete zum Wiener Landtag). > > > > >UNTERSCHREIBEN SIE UNTER: http://www.stopthebomb.net > >STELLEN SIE DEN BANNER DER KAMPAGNE AUF IHRE WEBSITE: > >http://www.stopthebomb.net/de/material.php > > >Ein Bericht über die Kampagne von der >Titelseite der israelischen Tageszeitung Haaretz findet sich hier: >http://www.haaretz.com/hasen/spages/934985.html > >############ >II. Gastkommentar von Stephan Grigat zu >österreichischen Iran-Geschäften in der "Presse" > >http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/349605/index.do > >Ãsterreich als Türöffner für die Mullahs > >GASTKOMMENTAR VON STEPHAN GRIGAT (Die Presse) > > > >Der geplante Milliardendeal der OMV mit dem Iran >würde Ãsterreich zum langfristigen >strategischen Partner des Mullahregimes in Teheran machen. > > > >"Die OMV begegnet ihren Geschäftspartnern auf >gleicher Augenhöhe. SchlieÃlich entspricht der >Respekt vor Mensch und Umwelt unseren ethischen >Prinzipien.â Diese Botschaft verkündete das >zu über 30 Prozent in Staatsbesitz befindliche >Unternehmen im September in ganzseitigen >Inseraten in österreichischen Zeitschriften. >Dieser Respekt scheint momentan vor allem den >islamischen Misogynikern, Schwulenmördern und >Antisemiten in Teheran zu gelten, nicht ihren >Opfern. Ansonsten lieÃe sich schlecht >erklären, wie das geplante >22-Milliarden-Euro-Geschäft mit dem Iran zu den >ethischen Prinzipienâ des Unternehmens passt. > > > > >Der geplante Milliarden-Deal mit einem Regime, >das öffentlich mehrfach angekündigt hat, >Israel vernichten zu wollen, genieÃt >bekanntlich die Unterstützung aller im >Parlament vertretenen Parteien. Die Grünen >beharren dabei auf ihrem kritischen Touch, >empfehlen ein menschenrechtliches Engagement der >OMV zur Flankierung des Iran-Geschäfts und >stoÃen sich am Timing der Verhandlungen. Dass >es keinen Unterschied macht, ob man ein Regime >wie das iranische zu diesem oder jenem >Zeitpunkt, mit oder ohne ein paar Anzeigen in >einer iranischen oppositionellen Zeitung mit >einem 22-Milliarden-Euro-Deal belohnt, scheint dabei nicht weiter zu stören. > > >Deals mit den Mullahs >Die OMV hat mit solch konstruktiven Anregungen >zur Imagepolitur naturgemäà keinerlei >Schwierigkeiten. Dabei hilft die >Anzeigenkampagne und der jährliche >Stakeholderdialog mit verschiedenen NGOs, mit >dem der Konzern schon seit längerem versucht, >sich Kritik vom Leib zu halten. AuÃerdem hat es >nach Angaben von Amnesty International Austria >Ende September einen Gesprächstermin zum >Iran-Engagement mit dem Netzwerk Soziale >Verantwortung gegeben, einem Dachverein von >Gewerkschaften, Betriebsräten und NGOs, der >sich seinem Selbstverständnis nach kritisch >mit Unternehmen und deren menschenrechtlicher, >sozialer und ökologischer Verantwortung >auseinander setztâ. Das OMV-Management scheint >Interesse daran zu haben, die Deals mit den >Mullahs ohne allzu laute Kritik über die Bühne zu bringen. > > >Mit solcher Kritik war Anfang September Kanzler >Alfred Gusenbauer bei seinem Israel-Besuch >konfrontiert. Regierungschef Olmert forderte >unmissverständlich die Stornierung des >Iran-Geschäfts des gröÃten börsennotierten >Unternehmens in Ãsterreich. Gusenbauer hatte in >Jerusalem zwar unverbindlich verlautbart, man >müsse den Iran daran hindern, Atomwaffen zu >erwerben, Fragen zum OMV-Deal wich er aber aus. >Gleichzeitig hat der Kanzler bei seinem >Pflichttermin in der Holocaust-Gedenkstätte Yad >Vashem relativ deutliche Worte zur >österreichischen Rolle im Nationalsozialismus >gefunden. Damit deutet sich ein Anschluss an die >deutsche Vergangenheitspolitik der letzten Jahre >an: Zum Judenmord der Vergangenheit findet man >im Vergleich zu früher klare Worte und stellt >auch Gelder zu seiner Erforschung zur >Verfügung. Gleichzeitig sorgt man für die >Unterstützung jener Kräfte, die den Judenmord in der Gegenwart planen. > > > >Die österreichischen Geschäftsbeziehungen zum >Iran werden keineswegs nur von der OMV >intensiviert. Und so freute sich bereits im >November 2006 der iranische >Handelskammerpräsident Khamoushi: Ãsterreich >ist für uns das Tor in die Europäische >Union.â Nach Angaben des Bundesministeriums >für Arbeit und Wirtschaft hat Ãsterreich im >Jahr 2006 Waren im Wert von 141 Millionen Euro >aus dem Iran importiert und im Wert von 339 >Millionen Euro in den Iran exportiert. Die >österreichischen Ausfuhren in den Iran haben >sich seit 2002 annähernd verdoppelt. Vergleicht >man das allerdings mit den deutschen Exporten in >den Iran, die sich schon lange im Milliarden-, >nicht im Millionenbereich bewegen, wird >deutlich, dass erst das anvisierte Geschäft der >OMV Ãsterreich zu einem langfristigen >strategischen Partner der Mullah-Diktatur befördern würde. > > >Neben der OMV waren in den letzten Jahren mit >Evicom, VA Tech und der Voestalpine weitere >groÃe österreichische Unternehmen im Iran >aktiv. Im Mai 2007 gab die Ottakringer Brauerei >bekannt, dass sie im Iran eine >Produktionsstätte zur Herstellung ihrer >alkoholfreien Marke Null Komma Josefâ im Wert >von 25 Millionen Euro errichten wird. >Ottakringer-Chef Sigi Menz schwärmt vom >friedenspolitischen Potenzial seines Produkts: >Bier bringt bekanntlich die Menschen zusammen >und fördert die Kommunikation. Gewaltdrohungen >und Sanktionen bringen Null Komma Josef.â >Andere Unternehmen setzen auf weniger >kommunikationsfördernde Artikel. Die >Waffenfirma Steyr-Mannlicher lieferte in den >letzten Jahren Präzisionsgewehre vom Typ Steyr >HS.50 in den Iran. Nach Angaben des American >Enterprise Instituts entfallen elf Prozent des >österreichisch-iranischen Handelsvolumens auf den militärischen Bereich. >. > > >Auf den Trümmern Israels >Ãsterreichische Politiker und >Wirtschaftsvertreter verweisen zur Legitimation >ihres Engagements in der Islamischen Republik >gerne auf die mäÃigenden Effekte von >ökonomischer Kooperation. Dass es den >herrschenden Mullahs in Teheran aber nicht um >einen irgend gearteten Ausgleich oder Kompromiss >geht, sondern um einen Friedenâ, der auf den >Trümmern des Staates der Shoah-Ãberlebenden >und den Leichen seiner jüdischen Bewohner >gedeihen würde, kann man in Ãsterreich >problemlos ausblenden. SchlieÃlich begegnet man >hierzulande auch den eingeborenen Nazis gerne >mit Nachsicht, Toleranz und Feingefühl. > > >Dr. Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für >Politikwissenschaft an der Universität Wien und >gehört zu der Gruppe Café Critique (www.cafecritique.priv.at). > > > >("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2007) > > >############ >III. Analysen und Kommentare zu dem >US-Geheimdienstbericht über das iranische Nuklearprogramm > >Funktionaler Analphabetismus oder Mangel an Urteilskraft? >by Florian Markl >December 8th, 2007 >http://cafecritique.priv.at/blog/2007/12/08/funktionaler-analphabetismus-oder-mangel-an-urteilskraft/#more-55 > >Unter Analphabetismus versteht man, folgt man >der Definition von Wikipedia, âkulturell, >bildungs- oder psychisch bedingte individuelle >Defizite im Lesen und/oder Schreiben bis hin zu >völligem Unvermögen in diesen Disziplinen.â >Die Forschung unterscheidet zwischen >verschiedenen Ausprägungen dieses Phänomens. >Während man von primärem Analphabetismus >spricht, wenn jemand die Fähigkeiten des Lesens >und Schreibens nie gelernt hat, handelt es sich >bei funktionalen Analphabeten um âMenschen, >die zwar Buchstaben erkennen und durchaus in der >Lage sind, ihren Namen und ein paar Worte zu >schreiben, die jedoch den Sinn eines etwas >längeren Textes entweder gar nicht verstehen >oder nicht schnell und mühelos genug verstehen >(können), um praktischen Nutzen davon zu >haben.â Der Unterschied ist einer ums Ganze, >zumal was die Chancen betrifft, auf dem >Arbeitsmarkt zu reussieren. Wer des Lesens und >Schreibens nicht mächtig ist, wird wohl oder >übel gezwungen sein, sich mit schlecht >bezahlten Jobs über Wasser zu halten. Die >Karrierechancen funktionaler Analphabeten sehen >dagegen viel rosiger aus, wie die aktuelle >Diskussion über den letzten Montag >veröffentlichten National Intelligence Estimate >(NIE) eindrücklich unter Beweis stellt. > >Wenn etwa Jörg Lau in der Zeit behauptet, die >amerikanischen Geheimdienste seien davon >überzeugt, dass der Iran bereits im Jahr 2003 >sein Atomwaffenprogramm eingestellt habe und >diese Sichtweise dem eben erwähnten NIE >entnimmt; wenn er weiters behauptet, âdass es >kein iranisches Atomwaffenprogramm (mehr) gebe, >und zwar schon seit vier Jahrenâ, dann wird >klar, dass funktionale Analphabeten nicht dazu >verurteilt sein müssen, ihr Leben als >ungelernte Hilfsarbeiter zu fristen - sie >können es immerhin schaffen, ihr Geld als >Leitartikelschreiber renommierter Wochenzeitungen zu verdienen. >Denn was auch immer man von dem jüngsten Report >der amerikanischen intelligence community halten >mag, die Behauptungen Laus finden darin keine >Bestätigung. Im NIE wird zwar behauptet, >âthat in fall 2003, Tehran haltet its nuclear >weapons programâ, doch das heiÃt noch lange >nicht, das iranische Regime habe seine Arbeit an >der Bombe eingestellt. Denn in einer FuÃnote >erläutern die Verfasser des Reports, was sie >unter dem Begriff ânuclears weapons programâ >verstehen: âwe mean Iransâs nuclear weapons >design and weaponization work and covert uranium >conversion-related and uranium >enrichment-related workâ. Die Arbeit am >letzten Schritt des Entwicklungsprozess, am >Design des tatsächlichen Zusammenbaus der Bombe >(âweaponizationâ) wurde demnach 2003 >eingestellt. Doch dies ist nicht der >entscheidende, sprich technisch am schwierigsten >zu meisternde Punkt des gesammten Programms. >Dass diese Arbeit aufgrund internationalen >Drucks eingstellt worden sei, wie der NIE >behauptet, ist übrigens sehr unwahrscheinlich: >Im Herbst 2003 konnte von nennenswertem >internationalen Druck keine Rede sein. Eine >Möglichkeit wäre, dass die Arbeit eingestellt >wurde, weil diese technischen Fertigkeiten in >Pakistan oder Nordkorea âeingekauftâ werden >konnten und daher gar nicht mehr nötig waren; >diesen Weg hat zumindest Libyen beschritten, >bevor Gadaffi zur Ãberraschung aller (inklusive >der amerikanischen Geheimdienste) die >Einstellung des libyschen Atomwaffenprogramms >verkündete, von dessen Existenz bis dato niemand wusste. >Der viel schwieriger zu meisternde Teil der >Produktion von Atombomben besteht in der >Herstellung eines qualitativ ausreichenden, >spaltbaren Materials. Dem NIE ist diesbezüglich >zu entnehmen, was ohnehin jeder weiss: Dass der >Iran weiter mit Hochdruck daran arbeitet, hoch >angereichertes Uran herzustellen - Material >also, das nach Ansicht aller Experten für die >zivile Nutzung von Nukleartechnologie völlig >überflüssig wäre und dessen angestrebte >Produktion ein eindeutiger Hinweis darauf ist, >was damit in Wahrheit unternommen werden soll. >Ãber mehr als zehn Jahre arbeitete der Iran im >Geheimen an diesem Forschungsprogramm. Da die >iranische Urananreicherung aber mittlerweile vor >den Augen der Weltöffentlichkeit durchgeführt >wird, bedarf es auch keiner âcovert uranium >conversion-related and uranium enrichment-related workâ mehr. >Interessant ist darüber hinaus, dass die >amerikanischen Geheimdienste zwar mit âhigh >confidenceâ vom Stopp eines bestimmten Aspekts >des iranischen Atomwaffenprogramms sprechen, >allerdings nur mit geringerer Sicherheit (nur >âmoderate-to-high confidenceâ) sagen >können, dass der Iran nicht bereits über Atomwaffen verfügt. >Dies und vieles mehr ist dem NIE zu entnehmen, >sofern man sich einerseits die Mühe macht, ihn >auch tatsächlich zu lesen, und andererseits zu >sinnerfassendem Lesen überhaupt in der Lage >ist. Jörg Lau und den Seinen im Geiste mangelt >es nun an einer dieser beiden Voraussetzungen, >oder aber es liegt jenes noch viel ernstere >Gebrechen vor, das der groÃe Immanuel Kant als >âMangel an Urteilskraftâ bezeichnet hat. >Unter Urteilskraft verstand er âdas Vermögen, >unter Regeln zu subsumieren, d.i. zu >unterscheiden, ob etwas unter einer gegebenen >Regel stehe, oder nicht.â Ein Mangel an >solcher Urteilskraft, so ist einer FuÃnote der >Kritik der reinen Vernunft zu entnehmen, âist >eigentlich das, was man Dummheit nennt, und >einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.â >_____________________ > >Welt Online > >URL: >http://www.welt.de/politik/article1450425/Iran_nahm_Waffenprogramm_2004_wieder_auf.html > >11. Dezember 2007 >OPPOSITIONSGRUPPE: >Iran nahm Waffenprogramm 2004 wieder auf > >Erst vor wenigen Tagen hat der amerikanische >Geheimdienst die Gefahr, die vom iranischen >Atomwaffenprogramm ausgeht, relativiert. Schon >gieÃen iranische Oppositionelle Ãl in die >Flammen: Teheran hat demnach sein Programm >mitnichten zu den Akten gelegt. Es wurde über das ganze Land verteilt. > >Der Iran hat nach Darstellung einer >Oppositionsgruppe sein 2003 eingestelltes >Atomprogramm schon ein Jahr später wieder >aufgenommen. Ein Vertreter des Nationalen >Widerstandsrats im Iran (NCRI) sagte dem "Wall >Street Journal", dazu sei die Ausrüstung für >das Programm auf verschiedene Teile des Landes >verteilt worden, um Inspektoren der >Internationalen Atomenergieagentur IAEA zu täuschen. >Die Einschätzung der US-Geheimdienste, wonach >derzeit vom Iran keine Gefahr ausgeht, sei >falsch. Der von den USA und der Europäischen >Union als terroristische Organisation >eingestufte Widerstandsrat beruft sich auf >Informanten im Iran. Die Gruppe hatte 2002 die >Existenz des iranischen Atomprogramms enthüllt. > >Widerstandsrat bestreitet Darstellung des US-Geheimdienstes >Der Widerstandsrat stimmt mit den >US-Geheimdiensten in der Einschätzung überein, >dass die Islamische Republik 2003 ihr in Teheran >konzentriertes Waffenprogramm eingestellt habe. >Das Programm sei danach jedoch in elf >Einzelvorhaben aufgeteilt worden, zu denen auch >die Entwicklung eines Zünders gehört habe. >"Sie verteilten das Waffenprogramm auf andere >Orte und nahmen es 2004 wieder auf", sagte der >beim Widerstandsrat für AuÃenpolitik >zuständige Mohammed Mohaddessin dem "Wall Street Journal". > >Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem >Deckmantel der Stromerzeugung Atomwaffen zu >entwickeln. Die Führung in Teheran bestreitet >das. Vertreter der fünf ständigen Mitglieder >des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands wollen >sich laut US-AuÃenministerin Condoleezza Rice >nun bemühen, ihre Beratungen über eine neue >Iran-Resolution der Vereinten Nationen abzuschlieÃen. >_____________________ >The New Republic >An Insult to Intelligence >by Yossi Klein Halevi >The Israeli defense community responds to the NIE. >Thursday, December 06, 2007 > >Since the early 1990s, when Israel first began preparing for a possible >military strike against Iran's nuclear program, its security >establishment has been divided not about the threat Iran posed--which >was almost universally agreed upon to be grave--but about whether >America and the international community would have the will to stop >Tehran. Optimists noted the near-total Western acceptance of the Israeli >intelligence assessment that the goal of the Iranian nuclear program was >a bomb. In the last year, they have also pointed to the growing strength >of the American-led sanctions effort, along with repeated warnings by >American, French, and British leaders about a possible military strike >if sanctions failed. The pessimists, for their part, insisted that the >sanctions were too little too late, that America was in the grip of a >new Vietnam-like trauma in Iraq, and that the mullahs' will to attain >the bomb was stronger than the West's resolve to stop them. > >Now, with the release of the National Intelligence Estimate (NIE) on >Iran, the argument apparently has been resolved. If sanctions fail to >stop Iran from achieving the potential to produce nuclear weapons, the >dirty work will be left to Israel, just as it was left to Israel to stop >Saddam Hussein from going nuclear. America, even under George Bush, is >hardly likely to go to war to stop a program many Americans now believe >doesn't exist. > >Until now, pessimists here could console themselves that a last-resort >Israeli attack on Iranian nuclear facilities would likely draw wide >international sympathy and even gratitude--very different from the >near-total condemnation that greeted Israel's attack on Saddam's reactor >in 1981. Now, though, the NIE will ensure that if Israel does attack, it >will be widely branded a warmonger, and faulted for the inevitable >fallout of rising oil prices and increased terror. > >The sense of betrayal within the Israeli security system is deep. After >all, Israel's great achievement in its struggle against Iran was in >convincing the international community that the nuclear threat was real; >now that victory has been undone--not by Russia or the European Union, >but by Israel's closest ally. > >What makes Israeli security officials especially furious is that the >report casts doubt on Iranian determination to attain nuclear weapons. >There is a sense of incredulity here: Do we really need to argue the >urgency of the threat all over again? The Israeli strategists I heard >from ridicule the report's contention that "Tehran's decisions are >guided by a cost-benefit approach rather than a rush to a weapon >irrespective of the political, economic, and military costs." Is it, >asks one Israeli analyst sarcastically, a cost-benefit approach for one >of the world's largest oil exporters to risk international sanctions and >economic ruin for the sake of a peaceful nuclear program? > >No one with whom I've spoken takes even remotely seriously the notion >that professional considerations, such as new intelligence, were >responsible for the change in the American assessment on Iran. What has >been widely hailed in the American media as an expression of >intelligence sobriety, even courage, is seen in the Israeli strategic >community as precisely the opposite: an expression of political >machination and cowardice. "The Americans often accuse us of tailoring >our intelligence to suit our political needs," notes a former top >security official. "But isn't this report a case study of doing >precisely that?" > >Adds a key security analyst: "The report didn't surprise me. The >[American intelligence] system isn't healthy. It has been thoroughly >politicized. I saw it when I brought hard evidence to them through the >1990s about how the Palestinian Authority was violating its commitments. >Their responses weren't professional but political. This report only >deepens the crisis of confidence we feel." > >The debate over the report within the Israeli security network is >whether the motive of its sponsors was ideological or opportunistic. Was >the NIE a back-handed way of implementing the Baker-Hamilton report, >which called for engagement with Iran? Or, more simply, was the NIE >motivated by fear among intelligence analysts not to be caught >exaggerating another WMD crisis? > > >Ironically, an Israeli reading of the report only confirms the anxiety >here, felt across the political spectrum, about Iranian intentions and >capabilities. Responding to the NIE, the left-wing newspaper, Haaretz, >sounds like a neo-con organ: "While Iran continues threatening to >annihilate Israel, what American intelligence thinks about Iran's >nuclear capability is irrelevant.... The report establishes that if Iran >wants to produce a bomb it can do so, and if it doesn't want to, it >won't. This evaluation may have a restraining effect in internal >American politics. But in Israeli politics it should cause the opposite >reaction." > >After all, the NIE affirms not only that attaining nuclear weapons >remains a central goal within the Iranian leadership, but also that, by >continuing to enrich uranium, Iran has maintained efforts to make that >goal achievable. For Israeli security analysts, the suspension in 2003 >of Iran's covert nuclear military program--the NIE's defining issue--is >hardly pivotal. Partly that's because the working assumption in Israeli >intelligence is that the Iranians have resumed their covert military >program. "The Syrians were working on their nuclear project for seven >years, and we discovered it only recently," says one security analyst. >"The Americans didn't know about it all. So how can they be so sure >about Iran?" > >The more compelling reason, though, for minimizing the significance of a >suspension of the covert military program is that the program itself is >of secondary importance at this stage in the development of an Iranian >bomb. The Iranians have continued to vigorously pursue two other >programs--uranium enrichment and missile delivery systems--whose success >would ensure them relatively quick access to military capability, even >without a weapons program already in place. Says Shabtai Shavit, former >head of the Mossad: "My assessment is that, after they decided to aim >for nuclear weapons, they advanced on three parallel tracks: enriching >uranium, creating components for a bomb, and developing missiles. The >missiles are ready for operation. As for enrichment, they have >encountered all kinds of problems, like exploding centrifuges. I >estimate that they made great progress, and very quickly, on the >military track. Since they have problems with the uranium enrichment >track, they can allow themselves to delay the military track, and wait >for progress with uranium." Given that world attention has been focused >on the military track, a tactical Iranian concession made sense. > >Shavit notes that the problem with the NIE isn't in its facts but its >deliberate ambiguity. "The whole report is filled with assessments of >'high probability,' 'middle probability,' 'low probability.' I don't >need that." And if he had written the report? "I would have based my >assessment on the facts and said unequivocally that Iran is going to >create the ability to make a bomb." > >Nor do senior analysts here take seriously the NIE's vague assessments >of when Iran will reach the point of no return: beginning in 2010, it >says, though not likely until 2013 or even 2015. Israel's point of no >return is when Iran attains the potential to produce sufficient fissile >material for making a bomb. And they believe that is likely to >happen--barring continued mishaps, accidental or not, in the Iranian >nuclear program, like exploding centrifuges--somewhere within the next >two years. > >Once the material is available, the final step toward constructing a >bomb is the least complicated part of the process. "Making bombs is a >much shorter process than uranium enrichment," explains Ephraim Asculai, >a senior research fellow at the Institute for National Security Studies >and a 40-year veteran of the Israel Atomic Energy Commission. "Today the >Iranians are enriching uranium at four percent; to make a bomb, you need >90 percent. From there, the transition doesn't require a lot of time. >Most of the work has been done to get to the four percent. It is a >matter of months, not years." > >That sense of urgency is evident in the highest ranks of the Israeli >military. A recent letter circulated by Eliezer Shkedi, commander of the >Israeli Air Force, to his officers offered a textual comparison between >quotes from Hitler threatening Europe's Jews in the 1930s with quotes >from Iranian President Ahmadinejad threatening Israel today. An >accompanying letter, signed by an officer identified only as >"responsible for the Iranian arena," noted laconically, "We can rely >only on ourselves." With the release of the NIE, that old Israeli >sentiment has become far more acute. > >Yossi Klein Halevi is a contributing editor of The New Republic and a >senior fellow at the Shalem Center in Jerusalem. >_____________________ >National Intelligence Estimate, and Truth >by Yaacov Lozowick >Wednesday, December 5, 2007 > ><http://yaacovlozowick.blogspot.com/2007/12/national-intelligence-estimate-and.html> > >As I noted in the previous post, sometimes it is >possible to know what's happening even in a >fog-enveloped war zone. And sometimes, it's >equally clear, it is not possible to know >crucial things even where there is no war. Take, >for example, the ><http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf>National >Intelligence Estimate on Iran: Nuclear >Intentions and Capabilities. Media outlets the >world over put it on the top of their pages, >websites, or the beginning of their broadcasts >yesterday, and many of them continue to do so >today. Not to mention the blogosphere, which is >all agog. Predictably, everyone is spinning the >story the way you'd expect them to. (Sometimes, >making predictions, even about the future, is no problem at all). > >My suggestion is that people read the damn >thing, for crying out loud. ><http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf>Here, >I'll link to it again. It's all of nine (9) >pages long, the first one with ten words. You >can read it in ten minutes, and many of the >commentators either haven't, or they know we >won't, or they're fools, or all of the above. > >Top quality military intelligence enables its >owner to destroy all the air forces of it's >enemies, on the ground, in one swoop, while not >bombing the decoy planes parked on the same >runways. Top quality military intelligence >enables its owners to kill or arrest almost the >entire command structure of terrorist >organizations deeply embedded in their society, >and to do so uninterrupted for a number of >years, so that each time a commander disappears >the life expectancy of his replacement is weeks, >no more, until finally the violence dies down >and lives are saved on all sides. Top quality >military intelligence enables its owners to >destroy an entire mid-range ballistic missile >system aimed at civilians in one attack. That's >what top quality military intelligence can do. > >Now, go read the NIE >(http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf >it's right here), and weep: > >We judge with high confidence that in fall 2003, >Tehran halted its nuclear weapons >program1; we also assess with moderate-to-high >confidence that Tehran at a minimum is >keeping open the option to develop nuclear >weapons. We judge with high confidence >that the halt, and Tehrans announcement of its >decision to suspend its declared uranium >enrichment program and sign an Additional >Protocol to its Nuclear Non-Proliferation >Treaty Safeguards Agreement, was directed primarily in response to increasing >international scrutiny and pressure resulting >from exposure of Irans previously >undeclared nuclear work. >- We assess with high confidence that until fall >2003, Iranian military entities were >working under government direction to develop nuclear weapons. >- We judge with high confidence that the halt >lasted at least several years. (Because of >intelligence gaps discussed elsewhere in this >Estimate, however, DOE and the NIC >assess with only moderate confidence that the >halt to those activities represents a halt >to Iran's entire nuclear weapons program.) >- We assess with moderate confidence Tehran had >not restarted its nuclear weapons >program as of mid-2007, but we do not know >whether it currently intends to develop >nuclear weapons. >- We continue to assess with moderate-to-high >confidence that Iran does not currently >have a nuclear weapon. >- Tehrans decision to halt its nuclear weapons >program suggests it is less determined >to develop nuclear weapons than we have been >judging since 2005. Our assessment >that the program probably was halted primarily >in response to international pressure >suggests Iran may be more vulnerable to influence on the issue than we judged >previously. >B. We continue to assess with low confidence >that Iran probably has imported at least >some weapons-usable fissile material, but still >judge with moderate-to-high confidence it >has not obtained enough for a nuclear weapon. We >cannot rule out that Iran has acquired >from abroador will acquire in the futurea >nuclear weapon or enough fissile material >for a weapon. Barring such acquisitions, if Iran >wants to have nuclear weapons it would >need to produce sufficient amounts of fissile >material indigenouslywhich we judge >with high confidence it has not yet done. > >No-where does the document say anything along >the line of "This is what we know for fact". The >whole thing is an exercise in obfuscation of the >simple fact that it's authors don't know what >they're talking about. They don't really know, >so they're guessing. On the one hand, they're >trying to guess intelligently, on the other they >don't want any politicians to be able to cite >them as having irrefutably said anything. > >______________________ >Stupid Intelligence > >By Alan M. Dershowitz >*FrontPageMagazine.com | Friday, December 07, 2007 * > >The recent national intelligence estimate that concluded that Iran >halted its nuclear weapons program in 2003 is just about the stupidest >intelligence assessment I have ever read. It falls hook, line and sinker >for a transparent bait and switch tactic employed not only by Iran, but >by several other nuclear powers in the past. > >The tactic is obvious and well-known to all intelligence officials with >an IQ above room temperature. It goes like this: There are two tracks to >making nuclear weapons: One is to conduct research and develop >technology directly related to military use. That is what the United >States did when it developed the atomic bomb during the Manhattan >Project. The second track is to develop nuclear technology for civilian >use and then to use the civilian technology for military purposes. > >What every intelligence agency knows is that the most difficult part of >developing weapons corresponds precisely to the second track, namely >civilian use. In other words, it is relatively simple to move from track >2 to track 1 in a short period of time. As Valerie Lincy and Gary >Milhollin, both experts on nuclear arms control, put it in a New York >Times Op Ed on December 6, 2007: > >"During the past year, a period when Iran's weapons program was >supposedly halted, the government has been busy installing some 3,000 >gas centrifuges at its plant at Natanz. These machines could, if >operated continuously for about a year, create enough enriched uranium >to provide fuel for a bomb. In addition, they have no plausible purpose >in Iran's civilian nuclear effort. All of Iran's needs for enriched >uranium for its energy programs are covered by a contract with Russia. > >"Iran is also building a heavy water reactor at its research center at >Arak. This reactor is ideal for producing plutonium for nuclear bombs, >but is of little use in an energy program like Iran's, which does not >use plutonium for reactor fuel. India, Israel and Pakistan have all >built similar reactors---all with the purpose of fueling nuclear >weapons. And why, by the way, does Iran even want a nuclear energy >program, when it is sitting on an enormous pool of oil that is now >skyrocketing in value? And why is Iran developing long-range Shahab >missiles, which make no military sense without nuclear warheads to put >on them? > >"...the halting of its secret enrichment and weapon design efforts in >2003 proves only that Iran made a tactical move. It suspended work that, >if discovered, would unambiguously reveal intent to build a weapon. It >has continued other work, crucial to the ability to make a bomb, that it >can pass off as having civilian applications." > >Duh! What then can explain so obvious an intelligence gaffe. One >explanation could lie in the old saw that "military intelligence is to >intelligence as military music is to music". But I simply don't believe >that our intelligence agencies are populated by the kind of nincompoops >who would fall for so obvious an Iranian ploy. The more likely >explanation is that there is an agenda hiding in the report. What then >might that agenda be? To find a hidden agenda one should always look for >the beneficiaries. Who wins from this deeply flawed report? Well, >certainly Iran does, but it is unlikely that Iranian interests could >drive any American agenda. Lincy and Milhollin surmise that: > >"We should be suspicious of any document that suddenly gives the Bush >administration a pass on a big national security problem it won't solve >during its remaining year in office. Is the administration just washing >its hands of the intractable Iranian nuclear issue by saying, '[i]f we >can't fix it, it ain't broke?'" > >My own view is that the authors of the report were fighting the last >war. No, not the war in Iraq, but rather what they believe was Vice >President Cheney's efforts to go to war with Iran. This report surely >takes the wind out of those sails. But that was last year's unfought >war. Nobody in Washington has seriously considered attacking Iran since >Condolleezza Rice and Robert Gates replaced Cheney as the foreign policy >power behind the throne. > >Whatever the agenda and whatever the motive this report may well go down >in history as one of the most dangerous, misguided and counterproductive >intelligence assessments in history. It may well encourage the Iranians >to move even more quickly in developing nuclear weapons. If the report >is correct in arguing that the only way of discouraging Iran from >developing nuclear weapons is to maintain international pressure, then >the authors of the report must surely know that they have >single-handedly reduced any incentive by the international community to >keep the pressure up. > >If Neville Chamberlain weren't long dead I would wonder whether he had a >hand in writing this "peace in our time" intelligence fiasco. > >I wish the intelligence assessment were correct. So does most of the >media, which accepted its naïve conclusion with uncritical enthusiasm. >The world would be a far safer place if Iran had indeed ended its >efforts to develop deliverable nuclear weapons. But wishing for a >desirable outcome does not make it so. Pretending that a desirable >outcome is happening, when the best information indicates that it's not, >only encourages the worst outcome. > >The authors of this perverse report, which is influencing policy so >immediately and negatively, will have much to answer for if their >assessment results in a reduction of pressure on Iran---which is the >only nation actually to threaten to use nuclear weapons to attack its >enemies---to stop its obvious march toward becoming the world's most >dangerous nuclear military power. >______________ >Leitartikel, Haâaretz, 06.12.2007 >Ãbersetzung von Daniela Marcus >http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=1545 > >Der Nudnik der Welt >Solange der Iran weiterhin damit droht, Israel >zu vernichten, ist es irrelevant, was >amerikanische Geheimdienste über das nukleare >Potenzial des Iran denken. Die konkreten >Drohungen, die wir regelmäÃig aus Teheran zu >hören bekommen, sind weder Hirngespinste noch >Paranoia. Diese Drohungen mögen in den Ohren >der Welt nichts weiter als ein vertrautes Summen >im Hintergrund sein, doch es ist Israels >Pflicht, die Welt davon zu überzeugen, dieser Musik genau zuzuhören... > >Der iranische Präsident sagte niemals, er >würde den zionistischen Staat akzeptieren, >sollte dieser ein Friedensabkommen mit den >Palästinensern unterzeichnen. Deshalb besteht >keine Notwendigkeit, eine Verbindung zwischen >der Besatzung und der Drohung, Israel zu >vernichten, zu suchen. Es ist möglich, Mahmoud >Ahmadinejads Beschimpfungen als bloÃe Demagogie >abzutun, doch es wäre zu gefährlich, seine >erklärte Absicht zu unterschätzen. > >Deshalb ist die Frage, ob der Iran in zwei oder >in sieben Jahren das nukleare Potenzial zur Zerstörung Israels hat, unwichtig. > >Nun, da die amerikanischen Geheimdienste >Entwarnung gegeben haben, mag Israel wie der >Nudnik* der Welt dastehen. Doch Israel ist das >einzige Land, das seine Wachen nicht entlassen >kann. Während sich andere Nationen mit dem >Erwägen ihrer wirtschaftlichen Beziehungen zum >Iran die Zeit vertreiben und darüber rätseln >können, ob Sanktionen ihrer Agenda dienen oder >nicht, kann sich Israel solcher Betrachtungen >nicht erfreuen, solange das gegenwärtige iranische Regime an der Macht ist. > >Der amerikanische Geheimdienstbericht hat keine >fundamentalen Ãnderungen erbracht, auÃer der >Tatsache, dass Israels strategische Bedeutung >hinsichtlich der iranischen Bedrohung abgenommen >hat. In diesem Bericht werden keine neuen Fakten >diskutiert. Nur der Wortlaut ist unpräziser und >die Einschätzungen sind flexibler geworden. >Dies macht es schwierig zu erfassen, ob die >Bedrohung tatsächlich geringer geworden ist >oder nur zeitlich verschoben und ob nun eine >Ãnderung in der Politik gegenüber dem Iran erforderlich ist oder nicht. > >Wie der vorherige Bericht, so sagt auch dieser >ausdrücklich, dass der Iran im Herbst 2003 >Atomwaffen entwickelte. Danach verschwimmt das >Bild. In den verschiedenen Geheimdiensten gibt >es unterschiedliche Vermutungen darüber, ob der >Iran die Entwicklung seiner Atomwaffen >tatsächlich gestoppt hat. Der Bericht sagt, man >wisse nicht, ob der Iran plane, die Entwicklung >seiner Atomwaffen wieder aufzunehmen. Die >Autoren schlieÃen die Möglichkeit nicht aus, >dass der Iran Atomwaffen aus dem Ausland erworben hat oder noch erwerben wird. > >Es gibt keine Informationen, die uns erlauben, >die Absichten des Iran zu bewerten. Doch es gibt >genug Informationen darüber, dass der Iran Uran >angereichert hat, um an verschiedenen geheimen >Orten Atomwaffen zu bauen und dass er sowohl die >handwerkliche Fähigkeit wie die >wissenschaftliche Expertise besitzt, um jederzeit Atomwaffen zu produzieren. > >Weder verstärkt der Bericht der amerikanischen >Geheimdienste die Angst noch verringert er sie. >Er rechtfertigt weder eine Ãnderung in der >Politik noch ein beruhigtes Zurücklehnen. Der >Bericht zeigt, dass der Iran eine Bombe bauen >kann, wenn er dies will und dass er keine Bombe >bauen wird, wenn er dies nicht will. Diese >Einschätzung mag auf die Innenpolitik der USA >eine beruhigende Wirkung haben. Doch in der >israelischen Politik sollte sie das Gegenteil >hervorrufen, denn jede Schwäche im Vorstoà der >Amerikaner, der an die Auswirkungen auf Europa gebunden ist, gefährdet Israel. > >___________________ >DIE ZEIT >http://www.zeit.de/online/2007/50/interview-israel-iran-shueftan > >Gleich einem Selbstmordâ >Was halten die Israelis vom amerikanischen Geheimdienstbericht? Nichts. >Ein Interview mit Dan Schueftan, dem ehemaligen stellvertretenden Direktor >des Forschungszentrums für Nationale Sicherheit in Haifa. > >ZEIT online: Warum wurde ausgerechnet jetzt der amerikanische >Geheimdienstbericht veröffentlicht? > >Dan Schueftan: Es gibt unterschiedliche Meinungen innerhalb der >amerikanischen Regierung darüber, was in Iran geschieht und wie man mit >diesen Erkenntnissen umgehen soll. Auch gibt es unterschiedliche >Interessen innerhalb der amerikanischen Geheimdienstlandschaft. Wir sind >uns alle bewusst, dass Geheimdienste politisch manipuliert werden können, >wenn man sich über konkrete Informationen hinaus auf die Terra incognita >der Auswertung begibt. Natürlich kann nicht nur der Präsident die Arbeit >der Geheimdienste manipulieren, sondern auch seine Gegner können deren >Einschätzungen beeinflussen. Meiner Meinung nach sehen wir gerade einen >Kampf sowohl innerhalb der Geheimdienstlandschaft als auch innerhalb der >amerikanischen Regierung über die gewünschte Politik vis-à -vis Iran. Das >entzündet sich insbesondere an der Frage: Militärschlag ja oder nein? > >ZEIT online: Das Ergebnis des Geheimdienstberichts wurde also von Bushs >Gegnern beeinflusst? > >Schueftan: Scheinbar ist die Einschätzung der Geheimdienste Teil des >Versuchs derjenigen, die einen Militärschlag gegen Iran verhindern >möchten. Wie man bei uns sagt: Derjenige, der von kochendem Wasser >verbrannt wurde, wird auch bei kalten Wasser vorsichtig sein. Nach den >Erfahrungen aus dem Irak kann das, was jetzt passiert, als ein >Sich-in-die-komplett-andere-Richtung-Lehnenâ beschrieben werden. Wichtig >ist meiner Meinung nach an dem Bericht, dass er keine Informationen >liefert, sondern eine Einschätzung, die auf mangelnden Informationen >beruht. > >ZEIT online: Die wirkliche Frage ist also demnach: Was kann man aus den >nicht vorhandenen Informationen schlieÃen? > >Schueftan: In dem Buch Der Hund von Baskerville taucht eine sehr >interessant Frage auf: Was bedeutet die Tatsache, dass der Hund nicht >gebellt hat? Sherlock Holmes benutzt diese Frage, um das Rätsel zu lösen. >Mit anderen Worten, manchmal kann auch das Nichtvorhandensein von >Informationen von Bedeutung sein. Schlussendlich kommt es immer auf die >Interpretation an. Wir haben in Iran bestimmte Bestrebungen beobachtet, >die darauf hindeuten, dass das Land Nuklearwaffen bauen will. Diese sollen >laut Geheimdienstbericht bereits 2003 beiseite gelegt worden sein. Sollen >wir daraus schlieÃen, dass die Iraner keine Nuklearwaffen mehr >beanspruchen? Das ist eine sehr einfache und eine sehr einfältige Sicht >der Dinge. > >ZEIT online: Um Ihre These zu belegen, haben Sie aber keine Argumente. > >Schueftan: Es gibt überhaupt keinen Beweis dafür, dass Teheran den Versuch >aufgegeben hat, Nuklearwaffen zu bauen. Ich werde das anhand einer >logischen Erklärung des Berichts versuchen. Der wichtigste, schwierigste >und langwierigste Prozess beim Bau von Nuklearwaffen ist die >Urananreicherung. Alles andere kann in relativ kurzer Zeit fertiggestellt >werden. Selbst wenn es so wäre, dass alle anderen Vorbereitungen >eingestellt worden sind, was ich nicht glaube, wäre es für das Endziel, >den Besitz von Atomwaffen, zunächst einmal nicht weiter bedeutend. Warum? >Wenn man den Plan hat, Nuklearwaffen herzustellen und dabei nicht von >einem Militärschlag unterbrochen werden will, ist es logisch, mit den >Dingen fortzufahren, die am schwierigsten sind und die am längsten dauern. >Alles andere lässt sich verstecken oder auch verschieben. In dem Fall wäre >der Plan, eines Tages Nuklearwaffen zu besitzen, nicht gefährdet. >Gleichzeitig würde es auch keinen merklichen Negativeffekt auf den >Zeitplan haben. > >ZEIT online: Was lässt Sie so sicher sein, dass die Iraner an ihrem >Atomprogramm festhalten? > >Schueftan: Alle Fakten deuten darauf hin. Vor allem die Tatsache, dass sie >Uran anreichern wollen. Bezüglich der Energiegewinnung hat es wenig Sinn >für Iran, so viel Geld in die Forschung zu stecken und gleichzeitig >internationale Kritik einzustecken, eine Verschärfung der Sanktionen in >Kauf zu nehmen und mit der Gefahr eines amerikanischen Militärschlags zu >kalkulieren. SchlieÃlich können die Iraner beinahe unbegrenzt Energie aus >ihrem Erdöl schöpfen. Auch macht es aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn, >Langstreckenraketen mit einer sehr geringen Tragfähigkeit zu bauen, wenn >man diese nicht mit Nuklearsprengköpfen bestücken wollte. > >AuÃerdem: Was wissen wir über die Länder, die Nuklearwaffen besitzen >wollten? Der US-Geheimdienst hat im Fall von Pakistan versagt. Und der >israelische Geheimdienst im Fall von Libyen. Wir wollten unglaublich gern >wissen, was in Libyen vor sich geht und wir hatten keine Ahnung, wie weit >Ghaddafi bereits mit seinem Atomprogramm vorangeschritten war. > >Wenn ich kein Israeli wäre, würde ich sagen, dass die Israelis in diesem >Bereich Erfolg hatten und sie es verbergen konnten. Niemand hat hier zu >der Zeit eine rauchende Pistole gefunden. > >ZEIT online: Wieso schenken die Israelis dem US-Geheimdienstbericht keinen >Glauben? > >Schueftan: Von einem israelischen Standpunkt aus würde die Logik des >Geheimdienstberichts einem Selbstmord gleichkommen. Wenn wir von dieser >Logik ausgegangen wären, hätten wir 1981 sicherlich nicht den irakischen >Reaktor Osirak bombardiert. Und wenn wir das nicht getan hätten, wäre >Saddam Hussein jetzt wahrscheinlich im Besitz von Atomwaffen. Nicht nur >die Geschichte dieser Region, sondern die der Welt wäre mit Sicherheit >anders verlaufen. Aus israelischer Sicht wäre es viel besser, die >Amerikaner würden einen Militärschlag gegen die Iraner durchführen. Wenn >sie es nicht tun, muss Israel sich ernsthaft überlegen, was es unternehmen >wird. Für uns ist nicht nur die Frage, ob die Iraner Atomwaffen gegen >Israel einsetzen, sondern auch, dass diese Tatsache einen Nahen Osten >schaffen würde, in dem Israel nur schwer überleben kann. Wenn die Iraner >die Bombe hätten, dann hätten sie auch Saudi-Arabien, Ãgypten und Syrien. >Wenn Saudi-Arabien sie hat, könnte sie auch al-Qaida haben. In diesem Teil >der Welt ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand den Knopf drückt. > >ZEIT online: Ihrer Meinung nach werden also die USA Iran nicht attackieren? > >Schueftan: Das, was passiert, entscheidet der Präsident, niemand anderes. >Mit der Veröffentlichung des Berichts ist es für Bush schwieriger >geworden, einen Militärschlag durchzusetzen. Aber nicht unmöglich. Einer >der Gründe, warum die Amerikaner es tun könnten, wäre die Möglichkeit, >dass Israel es tun würde. > >ZEIT online: Wie sollte man künftig mit dem Iran umgehen? Einen >Regimewechsel anstreben? > >Schueftan: Im Prinzip schon. Aber das ist etwas, was wir von auÃen nur >schwer beeinflussen können. Ich denke, das Richtige wäre, sehr viel >schärfere Sanktionen zu verhängen oder, in einem nächsten Schritt, eine >Blockade. Wenn das nicht wirkt, würde ich für einen amerikanischen >Militärschlag plädieren. Aber das wird vielleicht nicht passieren. >Zumindest ist es seit Dienstag schwieriger geworden. Die Erfahrungen aus >dem Irak stehen dem im Weg. Ich war übrigens für den Irakkrieg. Aber ich >habe damals gesagt, man solle Saddam Hussein bestrafen, aber das Land >nicht mit der Einführung einer Demokratie korrigieren. > >ZEIT Online: Einige Stimmen in Israel fordern, die Gelegenheit zu nutzen >und mit Teheran zu verhandeln. > >Schueftan: Das ist ein Beispiel für Appeasement. Und Appeasement ist >meiner Meinung nach eine Krankheit. Ich möchte nicht missverstanden >werden: Mit dem iranischen Volk gibt es eine Menge zu bereden. Die Iraner >beeindrucken mich sehr, 70 Prozent der Iraner wollen in einer >pluralistischen Realität leben. Das Problem mit Iran ist das barbarische >Regime. Wenn dieses nicht existierte, hätte ich, anders als bei den >arabischen Staaten, kein Problem damit, wenn Iran eine starke regionale >Rolle spielte. Wenn der Schah über Nuklearwaffen verfügen würde, dann >würde es mir nur deshalb nicht gefallen, weil ich Angst hätte, jemand wie >Khomeini würde die Macht übernehmen. > >Dan Schueftan ist Dozent am Fachbereich Politikwissenschaft der >Universität Haifa und am National Security College in Israel. > >_____________ > >Termine: > >10. 1. 2008 >Wien, 20:00 >Anmerkungen zur Person. Hans-Jürgen Krahl zum Gedächtnis >Ein Film der Gruppe Slatan Dudow - Filme gegen Deutschland >AnschlieÃend Erläuterungen und Diskussion mit Tobias Ebbrecht >Wipplingerstr. 23 (Tiefer Graben) >Ankündigungstext > >24. 1. 2008 >Un pueblo en armas >Filmvorführung mit einleitenden Worten und Diskussion >Wipplingerstr. 23 (Tiefer Graben), 1010 Wien >Ankündigungstext > >____________________________ >unsubscribe: [EMAIL PROTECTED] >____________________________ >Café Critique >Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik >Wickenburggasse 16/5 >A-1080 Wien >Tel.: 0043 676 720 55 45 >Fax: 0043 1 406 81 54 19 >Email: [EMAIL PROTECTED] >Web: http://www.cafecritique.priv.at >Blog: http://blog.cafecritique.priv.at >Konto: Dr. Renate Göllner, Erste Bank, Nr. 28660228600, BLZ 20111 >BIC: GIBAATWW, IBAN: AT512011128660228600 >-- >Psssst! Schon vom neuen GMX MultiMessenger gehört? >Der kann`s mit allen: http://www.gmx.net/de/go/multimessenger?did=10
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