>Date: Tue, 18 Dec 2007 10:44:16 +0100
>From: "Cafe Critique" <[EMAIL PROTECTED]>
>Subject: Neue Unterstützer für STOP THE BOMB; OMV & Iran;
>   US-Geheimdienstbericht
>To: [EMAIL PROTECTED]
>
>In dieser Email:
>I. Neue Unterstützer für STOP THE BOMB
>II. Gastkommentar von Stephan Grigat zu 
>österreichischen Iran-Geschäften in der "Presse"
>III. Analysen und Kommentare zu dem 
>US-Geheimdienstbericht über das iranische Nuklearprogramm:
>-Florian Markl auf Instant Coffee
>-Iranische Oppositionelle widersprechen US-Geheimdiensten
>-Yossi Klein Halevi (Shalem Center Jerusalem) in The New Republic
>-Yaacov Lozowick (Yad Vashem) auf seinem Blog
>-Alan M. Dershowitz in FrontPageMagazin.com
>-Leitartikel aus Ha'aretz
>-Interview mit Dan Schueftan (Politikwissenschaftler in Haifa) in der ZEIT
>
>############
>I. Neue Unterstützer für STOP THE BOMB
>
>Die Kampagne STOP THE BOMB wird mittlerweile von 
>1653 Personen unterstützt. Darunter befinden 
>sich neben den prominenten Erstunterstützern 
>wie Elfriede Jelinek, Beate Klarsfeld, Robert 
>Schindel, Wolfgang Neugebauer, Alfred Dorfer, 
>Gerhard Haderer, Ariel Muzicant oder Leon de 
>Winter mittlerweile auch Hiwa Bahrami 
>(Repräsentant der Democratic Party of Iranian 
>Kurdistan-Austria), Brigitte Bailer 
>(Historikerin, Wien), Theodore Bikel (Präsident 
>der amerikanischen Künstlergewerkschaft), Micha 
>Brumlik (Universitätsprofessor, Frankfurt am 
>Main), Paulo Casaca (Member of the European 
>Parliament, Partido Socialista Portugal), 
>Raimund Fastenbauer (Generalsekretär des 
>Bundesverbandes der Israelit. Kultusgemeinden), 
>Yosef Govrin (ehm. Botschafter Israels in 
>ísterreich), Kurt Hengl (ehm. Botschafter 
>ísterreichs in Israel), Mag. Friedrich Herzog 
>(Generalsekretär IKG-Wien), Yossi Klein Halevi 
>(Shalem Center Jerusalem), Dieter Graumann 
>(Rechtsanwalt, Frankfurt am Main), Jeffrey Herf 
>(Historiker, University of Maryland), Nikolaus 
>Kunrath (Mitbegründer von SOS Mitmensch), Topsy 
>Küppers (Schauspielerin, Autorin) Andrei S. 
>Markovits (Professor of Political Science, 
>University of Michigan), Fiamma Nirenstein 
>(Journalistin, Rom), Lars Rensmann (Assistant 
>Professor of Political Science, University of 
>Michigan), Edith Schmied (grüne Gemeinderätin, 
>Linz), Marco Schreuder (grüner Abgeordneter zum 
>Wiener Landtag), Yoel Sher (ehm. Botschafter 
>Israels in ísterreich) und Claudia Smolik 
>(grüne Abgeordnete zum Wiener Landtag).
>
>
>
>
>UNTERSCHREIBEN SIE UNTER: http://www.stopthebomb.net
>
>STELLEN SIE DEN BANNER DER KAMPAGNE AUF IHRE WEBSITE:
>
>http://www.stopthebomb.net/de/material.php
>
>
>Ein Bericht über die Kampagne von der 
>Titelseite der israelischen Tageszeitung Haaretz findet sich hier:
>http://www.haaretz.com/hasen/spages/934985.html
>
>############
>II. Gastkommentar von Stephan Grigat zu 
>österreichischen Iran-Geschäften in der "Presse"
>
>http://diepresse.com/home/meinung/gastkommentar/349605/index.do
>
>ísterreich als Türöffner für die Mullahs
>
>GASTKOMMENTAR VON STEPHAN GRIGAT (Die Presse)
>
>
>
>Der geplante Milliardendeal der OMV mit dem Iran 
>würde ísterreich zum langfristigen 
>strategischen Partner des Mullahregimes in Teheran machen.
>
>
>
>"Die OMV begegnet ihren Geschäftspartnern auf 
>gleicher Augenhöhe. Schließlich entspricht der 
>Respekt vor Mensch und Umwelt unseren ethischen 
>Prinzipien.“ Diese Botschaft verkündete das 
>zu über 30 Prozent in Staatsbesitz befindliche 
>Unternehmen im September in ganzseitigen 
>Inseraten in österreichischen Zeitschriften. 
>Dieser Respekt scheint momentan vor allem den 
>islamischen Misogynikern, Schwulenmördern und 
>Antisemiten in Teheran zu gelten, nicht ihren 
>Opfern. Ansonsten ließe sich schlecht 
>erklären, wie das geplante 
>22-Milliarden-Euro-Geschäft mit dem Iran zu den 
>„ethischen Prinzipien“ des Unternehmens passt.
>
>
>
>
>Der geplante Milliarden-Deal mit einem Regime, 
>das öffentlich mehrfach angekündigt hat, 
>Israel vernichten zu wollen, genießt 
>bekanntlich die Unterstützung aller im 
>Parlament vertretenen Parteien. Die Grünen 
>beharren dabei auf ihrem kritischen Touch, 
>empfehlen ein menschenrechtliches Engagement der 
>OMV zur Flankierung des Iran-Geschäfts und 
>stoßen sich am Timing der Verhandlungen. Dass 
>es keinen Unterschied macht, ob man ein Regime 
>wie das iranische zu diesem oder jenem 
>Zeitpunkt, mit oder ohne ein paar Anzeigen in 
>einer iranischen oppositionellen Zeitung mit 
>einem 22-Milliarden-Euro-Deal belohnt, scheint dabei nicht weiter zu stören.
>
>
>Deals mit den Mullahs
>Die OMV hat mit solch konstruktiven Anregungen 
>zur Imagepolitur naturgemäß keinerlei 
>Schwierigkeiten. Dabei hilft die 
>Anzeigenkampagne und der jährliche 
>Stakeholderdialog mit verschiedenen NGOs, mit 
>dem der Konzern schon seit längerem versucht, 
>sich Kritik vom Leib zu halten. Außerdem hat es 
>nach Angaben von Amnesty International Austria 
>Ende September einen Gesprächstermin zum 
>Iran-Engagement mit dem Netzwerk Soziale 
>Verantwortung gegeben, einem Dachverein von 
>Gewerkschaften, Betriebsräten und NGOs, der 
>sich seinem Selbstverständnis nach „kritisch 
>mit Unternehmen und deren menschenrechtlicher, 
>sozialer und ökologischer Verantwortung 
>auseinander setzt“. Das OMV-Management scheint 
>Interesse daran zu haben, die Deals mit den 
>Mullahs ohne allzu laute Kritik über die Bühne zu bringen.
>
>
>Mit solcher Kritik war Anfang September Kanzler 
>Alfred Gusenbauer bei seinem Israel-Besuch 
>konfrontiert. Regierungschef Olmert forderte 
>unmissverständlich die Stornierung des 
>Iran-Geschäfts des größten börsennotierten 
>Unternehmens in ísterreich. Gusenbauer hatte in 
>Jerusalem zwar unverbindlich verlautbart, man 
>müsse den Iran daran hindern, Atomwaffen zu 
>erwerben, Fragen zum OMV-Deal wich er aber aus. 
>Gleichzeitig hat der Kanzler bei seinem 
>Pflichttermin in der Holocaust-Gedenkstätte Yad 
>Vashem relativ deutliche Worte zur 
>österreichischen Rolle im Nationalsozialismus 
>gefunden. Damit deutet sich ein Anschluss an die 
>deutsche Vergangenheitspolitik der letzten Jahre 
>an: Zum Judenmord der Vergangenheit findet man 
>im Vergleich zu früher klare Worte und stellt 
>auch Gelder zu seiner Erforschung zur 
>Verfügung. Gleichzeitig sorgt man für die 
>Unterstützung jener Kräfte, die den Judenmord in der Gegenwart planen.
>
>
>
>Die österreichischen Geschäftsbeziehungen zum 
>Iran werden keineswegs nur von der OMV 
>intensiviert. Und so freute sich bereits im 
>November 2006 der iranische 
>Handelskammerpräsident Khamoushi: „ísterreich 
>ist für uns das Tor in die Europäische 
>Union.“ Nach Angaben des Bundesministeriums 
>für Arbeit und Wirtschaft hat ísterreich im 
>Jahr 2006 Waren im Wert von 141 Millionen Euro 
>aus dem Iran importiert und im Wert von 339 
>Millionen Euro in den Iran exportiert. Die 
>österreichischen Ausfuhren in den Iran haben 
>sich seit 2002 annähernd verdoppelt. Vergleicht 
>man das allerdings mit den deutschen Exporten in 
>den Iran, die sich schon lange im Milliarden-, 
>nicht im Millionenbereich bewegen, wird 
>deutlich, dass erst das anvisierte Geschäft der 
>OMV ísterreich zu einem langfristigen 
>strategischen Partner der Mullah-Diktatur befördern würde.
>
>
>Neben der OMV waren in den letzten Jahren mit 
>Evicom, VA Tech und der Voestalpine weitere 
>große österreichische Unternehmen im Iran 
>aktiv. Im Mai 2007 gab die Ottakringer Brauerei 
>bekannt, dass sie im Iran eine 
>Produktionsstätte zur Herstellung ihrer 
>alkoholfreien Marke „Null Komma Josef“ im Wert 
>von 25 Millionen Euro errichten wird. 
>Ottakringer-Chef Sigi Menz schwärmt vom 
>friedenspolitischen Potenzial seines Produkts: 
>„Bier bringt bekanntlich die Menschen zusammen 
>und fördert die Kommunikation. Gewaltdrohungen 
>und Sanktionen bringen Null Komma Josef.“ 
>Andere Unternehmen setzen auf weniger 
>kommunikationsfördernde Artikel. Die 
>Waffenfirma Steyr-Mannlicher lieferte in den 
>letzten Jahren Präzisionsgewehre vom Typ Steyr 
>HS.50 in den Iran. Nach Angaben des American 
>Enterprise Instituts entfallen elf Prozent des 
>österreichisch-iranischen Handelsvolumens auf den militärischen Bereich.
>.
>
>
>Auf den Trümmern Israels
>ísterreichische Politiker und 
>Wirtschaftsvertreter verweisen zur Legitimation 
>ihres Engagements in der Islamischen Republik 
>gerne auf die mäßigenden Effekte von 
>ökonomischer Kooperation. Dass es den 
>herrschenden Mullahs in Teheran aber nicht um 
>einen irgend gearteten Ausgleich oder Kompromiss 
>geht, sondern um einen „Frieden“, der auf den 
>Trümmern des Staates der Shoah-Überlebenden 
>und den Leichen seiner jüdischen Bewohner 
>gedeihen würde, kann man in ísterreich 
>problemlos ausblenden. Schließlich begegnet man 
>hierzulande auch den eingeborenen Nazis gerne 
>mit Nachsicht, Toleranz und Feingefühl.
>
>
>Dr. Stephan Grigat ist Lehrbeauftragter für 
>Politikwissenschaft an der Universität Wien und 
>gehört zu der Gruppe Café Critique (www.cafecritique.priv.at).
>
>
>
>("Die Presse", Print-Ausgabe, 18.12.2007)
>
>
>############
>III. Analysen und Kommentare zu dem 
>US-Geheimdienstbericht über das iranische Nuklearprogramm
>
>Funktionaler Analphabetismus oder Mangel an Urteilskraft?
>by Florian Markl
>December 8th, 2007
>http://cafecritique.priv.at/blog/2007/12/08/funktionaler-analphabetismus-oder-mangel-an-urteilskraft/#more-55
>
>Unter Analphabetismus versteht man, folgt man 
>der Definition von Wikipedia, “kulturell, 
>bildungs- oder psychisch bedingte individuelle 
>Defizite im Lesen und/oder Schreiben bis hin zu 
>völligem Unvermögen in diesen Disziplinen.” 
>Die Forschung unterscheidet zwischen 
>verschiedenen Ausprägungen dieses Phänomens. 
>Während man von primärem Analphabetismus 
>spricht, wenn jemand die Fähigkeiten des Lesens 
>und Schreibens nie gelernt hat, handelt es sich 
>bei funktionalen Analphabeten um “Menschen, 
>die zwar Buchstaben erkennen und durchaus in der 
>Lage sind, ihren Namen und ein paar Worte zu 
>schreiben, die jedoch den Sinn eines etwas 
>längeren Textes entweder gar nicht verstehen 
>oder nicht schnell und mühelos genug verstehen 
>(können), um praktischen Nutzen davon zu 
>haben.” Der Unterschied ist einer ums Ganze, 
>zumal was die Chancen betrifft, auf dem 
>Arbeitsmarkt zu reussieren. Wer des Lesens und 
>Schreibens nicht mächtig ist, wird wohl oder 
>übel gezwungen sein, sich mit schlecht 
>bezahlten Jobs über Wasser zu halten. Die 
>Karrierechancen funktionaler Analphabeten sehen 
>dagegen viel rosiger aus, wie die aktuelle 
>Diskussion über den letzten Montag 
>veröffentlichten National Intelligence Estimate 
>(NIE) eindrücklich unter Beweis stellt.
>
>Wenn etwa Jörg Lau in der Zeit behauptet, die 
>amerikanischen Geheimdienste seien davon 
>überzeugt, dass der Iran bereits im Jahr 2003 
>sein Atomwaffenprogramm eingestellt habe und 
>diese Sichtweise dem eben erwähnten NIE 
>entnimmt; wenn er weiters behauptet, “dass es 
>kein iranisches Atomwaffenprogramm (mehr) gebe, 
>und zwar schon seit vier Jahren”, dann wird 
>klar, dass funktionale Analphabeten nicht dazu 
>verurteilt sein müssen, ihr Leben als 
>ungelernte Hilfsarbeiter zu fristen - sie 
>können es immerhin schaffen, ihr Geld als 
>Leitartikelschreiber renommierter Wochenzeitungen zu verdienen.
>Denn was auch immer man von dem jüngsten Report 
>der amerikanischen intelligence community halten 
>mag, die Behauptungen Laus finden darin keine 
>Bestätigung. Im NIE wird zwar behauptet, 
>“that in fall 2003, Tehran haltet its nuclear 
>weapons program”, doch das heißt noch lange 
>nicht, das iranische Regime habe seine Arbeit an 
>der Bombe eingestellt. Denn in einer Fußnote 
>erläutern die Verfasser des Reports, was sie 
>unter dem Begriff “nuclears weapons program” 
>verstehen: “we mean Irans’s nuclear weapons 
>design and weaponization work and covert uranium 
>conversion-related and uranium 
>enrichment-related work”. Die Arbeit am 
>letzten Schritt des Entwicklungsprozess, am 
>Design des tatsächlichen Zusammenbaus der Bombe 
>(”weaponization”) wurde demnach 2003 
>eingestellt. Doch dies ist nicht der 
>entscheidende, sprich technisch am schwierigsten 
>zu meisternde Punkt des gesammten Programms. 
>Dass diese Arbeit aufgrund internationalen 
>Drucks eingstellt worden sei, wie der NIE 
>behauptet, ist übrigens sehr unwahrscheinlich: 
>Im Herbst 2003 konnte von nennenswertem 
>internationalen Druck keine Rede sein. Eine 
>Möglichkeit wäre, dass die Arbeit eingestellt 
>wurde, weil diese technischen Fertigkeiten in 
>Pakistan oder Nordkorea “eingekauft” werden 
>konnten und daher gar nicht mehr nötig waren; 
>diesen Weg hat zumindest Libyen beschritten, 
>bevor Gadaffi zur Überraschung aller (inklusive 
>der amerikanischen Geheimdienste) die 
>Einstellung des libyschen Atomwaffenprogramms 
>verkündete, von dessen Existenz bis dato niemand wusste.
>Der viel schwieriger zu meisternde Teil der 
>Produktion von Atombomben besteht in der 
>Herstellung eines qualitativ ausreichenden, 
>spaltbaren Materials. Dem NIE ist diesbezüglich 
>zu entnehmen, was ohnehin jeder weiss: Dass der 
>Iran weiter mit Hochdruck daran arbeitet, hoch 
>angereichertes Uran herzustellen - Material 
>also, das nach Ansicht aller Experten für die 
>zivile Nutzung von Nukleartechnologie völlig 
>überflüssig wäre und dessen angestrebte 
>Produktion ein eindeutiger Hinweis darauf ist, 
>was damit in Wahrheit unternommen werden soll. 
>Über mehr als zehn Jahre arbeitete der Iran im 
>Geheimen an diesem Forschungsprogramm. Da die 
>iranische Urananreicherung aber mittlerweile vor 
>den Augen der Weltöffentlichkeit durchgeführt 
>wird, bedarf es auch keiner “covert uranium 
>conversion-related and uranium enrichment-related work” mehr.
>Interessant ist darüber hinaus, dass die 
>amerikanischen Geheimdienste zwar mit “high 
>confidence” vom Stopp eines bestimmten Aspekts 
>des iranischen Atomwaffenprogramms sprechen, 
>allerdings nur mit geringerer Sicherheit (nur 
>“moderate-to-high confidence”) sagen 
>können, dass der Iran nicht bereits über Atomwaffen verfügt.
>Dies und vieles mehr ist dem NIE zu entnehmen, 
>sofern man sich einerseits die Mühe macht, ihn 
>auch tatsächlich zu lesen, und andererseits zu 
>sinnerfassendem Lesen überhaupt in der Lage 
>ist. Jörg Lau und den Seinen im Geiste mangelt 
>es nun an einer dieser beiden Voraussetzungen, 
>oder aber es liegt jenes noch viel ernstere 
>Gebrechen vor, das der große Immanuel Kant als 
>“Mangel an Urteilskraft” bezeichnet hat. 
>Unter Urteilskraft verstand er “das Vermögen, 
>unter Regeln zu subsumieren, d.i. zu 
>unterscheiden, ob etwas unter einer gegebenen 
>Regel … stehe, oder nicht.” Ein Mangel an 
>solcher Urteilskraft, so ist einer Fußnote der 
>Kritik der reinen Vernunft zu entnehmen, “ist 
>eigentlich das, was man Dummheit nennt, und 
>einem solchen Gebrechen ist gar nicht abzuhelfen.”
>_____________________
>
>Welt Online
>
>URL: 
>http://www.welt.de/politik/article1450425/Iran_nahm_Waffenprogramm_2004_wieder_auf.html
>
>11. Dezember 2007
>OPPOSITIONSGRUPPE:
>Iran nahm Waffenprogramm 2004 wieder auf
>
>Erst vor wenigen Tagen hat der amerikanische 
>Geheimdienst die Gefahr, die vom iranischen 
>Atomwaffenprogramm ausgeht, relativiert. Schon 
>gießen iranische Oppositionelle íl in die 
>Flammen: Teheran hat demnach sein Programm 
>mitnichten zu den Akten gelegt. Es wurde über das ganze Land verteilt.
>
>Der Iran hat nach Darstellung einer 
>Oppositionsgruppe sein 2003 eingestelltes 
>Atomprogramm schon ein Jahr später wieder 
>aufgenommen. Ein Vertreter des Nationalen 
>Widerstandsrats im Iran (NCRI) sagte dem "Wall 
>Street Journal", dazu sei die Ausrüstung für 
>das Programm auf verschiedene Teile des Landes 
>verteilt worden, um Inspektoren der 
>Internationalen Atomenergieagentur IAEA zu täuschen.
>Die Einschätzung der US-Geheimdienste, wonach 
>derzeit vom Iran keine Gefahr ausgeht, sei 
>falsch. Der von den USA und der Europäischen 
>Union als terroristische Organisation 
>eingestufte Widerstandsrat beruft sich auf 
>Informanten im Iran. Die Gruppe hatte 2002 die 
>Existenz des iranischen Atomprogramms enthüllt.
>
>Widerstandsrat bestreitet Darstellung des US-Geheimdienstes
>Der Widerstandsrat stimmt mit den 
>US-Geheimdiensten in der Einschätzung überein, 
>dass die Islamische Republik 2003 ihr in Teheran 
>konzentriertes Waffenprogramm eingestellt habe. 
>Das Programm sei danach jedoch in elf 
>Einzelvorhaben aufgeteilt worden, zu denen auch 
>die Entwicklung eines Zünders gehört habe. 
>"Sie verteilten das Waffenprogramm auf andere 
>Orte und nahmen es 2004 wieder auf", sagte der 
>beim Widerstandsrat für Außenpolitik 
>zuständige Mohammed Mohaddessin dem "Wall Street Journal".
>
>Der Westen wirft dem Iran vor, unter dem 
>Deckmantel der Stromerzeugung Atomwaffen zu 
>entwickeln. Die Führung in Teheran bestreitet 
>das. Vertreter der fünf ständigen Mitglieder 
>des UN-Sicherheitsrats und Deutschlands wollen 
>sich laut US-Außenministerin Condoleezza Rice 
>nun bemühen, ihre Beratungen über eine neue 
>Iran-Resolution der Vereinten Nationen abzuschließen.
>_____________________
>The New Republic
>An Insult to Intelligence
>by Yossi Klein Halevi
>The Israeli defense community responds to the NIE.
>Thursday, December 06, 2007
>
>Since the early 1990s, when Israel first began preparing for a possible
>military strike against Iran's nuclear program, its security
>establishment has been divided not about the threat Iran posed--which
>was almost universally agreed upon to be grave--but about whether
>America and the international community would have the will to stop
>Tehran. Optimists noted the near-total Western acceptance of the Israeli
>intelligence assessment that the goal of the Iranian nuclear program was
>a bomb. In the last year, they have also pointed to the growing strength
>of the American-led sanctions effort, along with repeated warnings by
>American, French, and British leaders about a possible military strike
>if sanctions failed. The pessimists, for their part, insisted that the
>sanctions were too little too late, that America was in the grip of a
>new Vietnam-like trauma in Iraq, and that the mullahs' will to attain
>the bomb was stronger than the West's resolve to stop them.
>
>Now, with the release of the National Intelligence Estimate (NIE) on
>Iran, the argument apparently has been resolved. If sanctions fail to
>stop Iran from achieving the potential to produce nuclear weapons, the
>dirty work will be left to Israel, just as it was left to Israel to stop
>Saddam Hussein from going nuclear. America, even under George Bush, is
>hardly likely to go to war to stop a program many Americans now believe
>doesn't exist.
>
>Until now, pessimists here could console themselves that a last-resort
>Israeli attack on Iranian nuclear facilities would likely draw wide
>international sympathy and even gratitude--very different from the
>near-total condemnation that greeted Israel's attack on Saddam's reactor
>in 1981. Now, though, the NIE will ensure that if Israel does attack, it
>will be widely branded a warmonger, and faulted for the inevitable
>fallout of rising oil prices and increased terror.
>
>The sense of betrayal within the Israeli security system is deep. After
>all, Israel's great achievement in its struggle against Iran was in
>convincing the international community that the nuclear threat was real;
>now that victory has been undone--not by Russia or the European Union,
>but by Israel's closest ally.
>
>What makes Israeli security officials especially furious is that the
>report casts doubt on Iranian determination to attain nuclear weapons.
>There is a sense of incredulity here: Do we really need to argue the
>urgency of the threat all over again? The Israeli strategists I heard
>from ridicule the report's contention that "Tehran's decisions are
>guided by a cost-benefit approach rather than a rush to a weapon
>irrespective of the political, economic, and military costs." Is it,
>asks one Israeli analyst sarcastically, a cost-benefit approach for one
>of the world's largest oil exporters to risk international sanctions and
>economic ruin for the sake of a peaceful nuclear program?
>
>No one with whom I've spoken takes even remotely seriously the notion
>that professional considerations, such as new intelligence, were
>responsible for the change in the American assessment on Iran. What has
>been widely hailed in the American media as an expression of
>intelligence sobriety, even courage, is seen in the Israeli strategic
>community as precisely the opposite: an expression of political
>machination and cowardice. "The Americans often accuse us of tailoring
>our intelligence to suit our political needs," notes a former top
>security official. "But isn't this report a case study of doing
>precisely that?"
>
>Adds a key security analyst: "The report didn't surprise me. The
>[American intelligence] system isn't healthy. It has been thoroughly
>politicized. I saw it when I brought hard evidence to them through the
>1990s about how the Palestinian Authority was violating its commitments.
>Their responses weren't professional but political. This report only
>deepens the crisis of confidence we feel."
>
>The debate over the report within the Israeli security network is
>whether the motive of its sponsors was ideological or opportunistic. Was
>the NIE a back-handed way of implementing the Baker-Hamilton report,
>which called for engagement with Iran? Or, more simply, was the NIE
>motivated by fear among intelligence analysts not to be caught
>exaggerating another WMD crisis?
>
>
>Ironically, an Israeli reading of the report only confirms the anxiety
>here, felt across the political spectrum, about Iranian intentions and
>capabilities. Responding to the NIE, the left-wing newspaper, Haaretz,
>sounds like a neo-con organ: "While Iran continues threatening to
>annihilate Israel, what American intelligence thinks about Iran's
>nuclear capability is irrelevant.... The report establishes that if Iran
>wants to produce a bomb it can do so, and if it doesn't want to, it
>won't. This evaluation may have a restraining effect in internal
>American politics. But in Israeli politics it should cause the opposite
>reaction."
>
>After all, the NIE affirms not only that attaining nuclear weapons
>remains a central goal within the Iranian leadership, but also that, by
>continuing to enrich uranium, Iran has maintained efforts to make that
>goal achievable. For Israeli security analysts, the suspension in 2003
>of Iran's covert nuclear military program--the NIE's defining issue--is
>hardly pivotal. Partly that's because the working assumption in Israeli
>intelligence is that the Iranians have resumed their covert military
>program. "The Syrians were working on their nuclear project for seven
>years, and we discovered it only recently," says one security analyst.
>"The Americans didn't know about it all. So how can they be so sure
>about Iran?"
>
>The more compelling reason, though, for minimizing the significance of a
>suspension of the covert military program is that the program itself is
>of secondary importance at this stage in the development of an Iranian
>bomb. The Iranians have continued to vigorously pursue two other
>programs--uranium enrichment and missile delivery systems--whose success
>would ensure them relatively quick access to military capability, even
>without a weapons program already in place. Says Shabtai Shavit, former
>head of the Mossad: "My assessment is that, after they decided to aim
>for nuclear weapons, they advanced on three parallel tracks: enriching
>uranium, creating components for a bomb, and developing missiles. The
>missiles are ready for operation. As for enrichment, they have
>encountered all kinds of problems, like exploding centrifuges. I
>estimate that they made great progress, and very quickly, on the
>military track. Since they have problems with the uranium enrichment
>track, they can allow themselves to delay the military track, and wait
>for progress with uranium." Given that world attention has been focused
>on the military track, a tactical Iranian concession made sense.
>
>Shavit notes that the problem with the NIE isn't in its facts but its
>deliberate ambiguity. "The whole report is filled with assessments of
>'high probability,' 'middle probability,' 'low probability.' I don't
>need that." And if he had written the report? "I would have based my
>assessment on the facts and said unequivocally that Iran is going to
>create the ability to make a bomb."
>
>Nor do senior analysts here take seriously the NIE's vague assessments
>of when Iran will reach the point of no return: beginning in 2010, it
>says, though not likely until 2013 or even 2015. Israel's point of no
>return is when Iran attains the potential to produce sufficient fissile
>material for making a bomb. And they believe that is likely to
>happen--barring continued mishaps, accidental or not, in the Iranian
>nuclear program, like exploding centrifuges--somewhere within the next
>two years.
>
>Once the material is available, the final step toward constructing a
>bomb is the least complicated part of the process. "Making bombs is a
>much shorter process than uranium enrichment," explains Ephraim Asculai,
>a senior research fellow at the Institute for National Security Studies
>and a 40-year veteran of the Israel Atomic Energy Commission. "Today the
>Iranians are enriching uranium at four percent; to make a bomb, you need
>90 percent. From there, the transition doesn't require a lot of time.
>Most of the work has been done to get to the four percent. It is a
>matter of months, not years."
>
>That sense of urgency is evident in the highest ranks of the Israeli
>military. A recent letter circulated by Eliezer Shkedi, commander of the
>Israeli Air Force, to his officers offered a  textual comparison between
>quotes from Hitler threatening Europe's Jews in the 1930s with quotes
>from Iranian President Ahmadinejad threatening Israel today.  An
>accompanying letter, signed by an officer identified only as
>"responsible for the Iranian arena," noted laconically, "We can rely
>only on ourselves." With the release of the NIE, that old Israeli
>sentiment has become far more acute.
>
>Yossi Klein Halevi is a contributing editor of The New Republic and a
>senior fellow at the Shalem Center in Jerusalem.
>_____________________
>National Intelligence Estimate, and Truth
>by Yaacov Lozowick
>Wednesday, December 5, 2007
>
><http://yaacovlozowick.blogspot.com/2007/12/national-intelligence-estimate-and.html>
>
>As I noted in the previous post, sometimes it is 
>possible to know what's happening even in a 
>fog-enveloped war zone. And sometimes, it's 
>equally clear, it is not possible to know 
>crucial things even where there is no war. Take, 
>for example, the 
><http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf>National 
>Intelligence Estimate on Iran: Nuclear 
>Intentions and Capabilities. Media outlets the 
>world over put it on the top of their pages, 
>websites, or the beginning of their broadcasts 
>yesterday, and many of them continue to do so 
>today. Not to mention the blogosphere, which is 
>all agog. Predictably, everyone is spinning the 
>story the way you'd expect them to. (Sometimes, 
>making predictions, even about the future, is no problem at all).
>
>My suggestion is that people read the damn 
>thing, for crying out loud. 
><http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf>Here, 
>I'll link to it again. It's all of nine (9) 
>pages long, the first one with ten words. You 
>can read it in ten minutes, and many of the 
>commentators either haven't, or they know we 
>won't, or they're fools, or all of the above.
>
>Top quality military intelligence enables its 
>owner to destroy all the air forces of it's 
>enemies, on the ground, in one swoop, while not 
>bombing the decoy planes parked on the same 
>runways. Top quality military intelligence 
>enables its owners to kill or arrest almost the 
>entire command structure of terrorist 
>organizations deeply embedded in their society, 
>and to do so uninterrupted for a number of 
>years, so that each time a commander disappears 
>the life expectancy of his replacement is weeks, 
>no more, until finally the violence dies down 
>and lives are saved on all sides. Top quality 
>military intelligence enables its owners to 
>destroy an entire mid-range ballistic missile 
>system aimed at civilians in one attack. That's 
>what top quality military intelligence can do.
>
>Now, go read the NIE 
>(http://www.dni.gov/press_releases/20071203_release.pdf 
>it's right here), and weep:
>
>We judge with high confidence that in fall 2003, 
>Tehran halted its nuclear weapons
>program1; we also assess with moderate-to-high 
>confidence that Tehran at a minimum is
>keeping open the option to develop nuclear 
>weapons. We judge with high confidence
>that the halt, and Tehran‚s announcement of its 
>decision to suspend its declared uranium
>enrichment program and sign an Additional 
>Protocol to its Nuclear Non-Proliferation
>Treaty Safeguards Agreement, was directed primarily in response to increasing
>international scrutiny and pressure resulting 
>from exposure of Iran‚s previously
>undeclared nuclear work.
>- We assess with high confidence that until fall 
>2003, Iranian military entities were
>working under government direction to develop nuclear weapons.
>- We judge with high confidence that the halt 
>lasted at least several years. (Because of
>intelligence gaps discussed elsewhere in this 
>Estimate, however, DOE and the NIC
>assess with only moderate confidence that the 
>halt to those activities represents a halt
>to Iran's entire nuclear weapons program.)
>- We assess with moderate confidence Tehran had 
>not restarted its nuclear weapons
>program as of mid-2007, but we do not know 
>whether it currently intends to develop
>nuclear weapons.
>- We continue to assess with moderate-to-high 
>confidence that Iran does not currently
>have a nuclear weapon.
>- Tehran‚s decision to halt its nuclear weapons 
>program suggests it is less determined
>to develop nuclear weapons than we have been 
>judging since 2005. Our assessment
>that the program probably was halted primarily 
>in response to international pressure
>suggests Iran may be more vulnerable to influence on the issue than we judged
>previously.
>B. We continue to assess with low confidence 
>that Iran probably has imported at least
>some weapons-usable fissile material, but still 
>judge with moderate-to-high confidence it
>has not obtained enough for a nuclear weapon. We 
>cannot rule out that Iran has acquired
>from abroad˜or will acquire in the future˜a 
>nuclear weapon or enough fissile material
>for a weapon. Barring such acquisitions, if Iran 
>wants to have nuclear weapons it would
>need to produce sufficient amounts of fissile 
>material indigenously˜which we judge
>with high confidence it has not yet done.
>
>No-where does the document say anything along 
>the line of "This is what we know for fact". The 
>whole thing is an exercise in obfuscation of the 
>simple fact that it's authors don't know what 
>they're talking about. They don't really know, 
>so they're guessing. On the one hand, they're 
>trying to guess intelligently, on the other they 
>don't want any politicians to be able to cite 
>them as having irrefutably said anything.
>
>______________________
>Stupid Intelligence
>
>By Alan M. Dershowitz
>*FrontPageMagazine.com | Friday, December 07, 2007 *
>
>The recent national intelligence estimate that concluded that Iran
>halted its nuclear weapons program in 2003 is just about the stupidest
>intelligence assessment I have ever read. It falls hook, line and sinker
>for a transparent bait and switch tactic employed not only by Iran, but
>by several other nuclear powers in the past.
>
>The tactic is obvious and well-known to all intelligence officials with
>an IQ above room temperature. It goes like this: There are two tracks to
>making nuclear weapons: One is to conduct research and develop
>technology directly related to military use. That is what the United
>States did when it developed the atomic bomb during the Manhattan
>Project. The second track is to develop nuclear technology for civilian
>use and then to use the civilian technology for military purposes.
>
>What every intelligence agency knows is that the most difficult part of
>developing weapons corresponds precisely to the second track, namely
>civilian use. In other words, it is relatively simple to move from track
>2 to track 1 in a short period of time. As Valerie Lincy and Gary
>Milhollin, both experts on nuclear arms control, put it in a New York
>Times Op Ed on December 6, 2007:
>
>"During the past year, a period when Iran's weapons program was
>supposedly halted, the government has been busy installing some 3,000
>gas centrifuges at its plant at Natanz. These machines could, if
>operated continuously for about a year, create enough enriched uranium
>to provide fuel for a bomb. In addition, they have no plausible purpose
>in Iran's civilian nuclear effort. All of Iran's needs for enriched
>uranium for its energy programs are covered by a contract with Russia.
>
>"Iran is also building a heavy water reactor at its research center at
>Arak. This reactor is ideal for producing plutonium for nuclear bombs,
>but is of little use in an energy program like Iran's, which does not
>use plutonium for reactor fuel. India, Israel and Pakistan have all
>built similar reactors---all with the purpose of fueling nuclear
>weapons. And why, by the way, does Iran even want a nuclear energy
>program, when it is sitting on an enormous pool of oil that is now
>skyrocketing in value? And why is Iran developing long-range Shahab
>missiles, which make no military sense without nuclear warheads to put
>on them?
>
>"...the halting of its secret enrichment and weapon design efforts in
>2003 proves only that Iran made a tactical move. It suspended work that,
>if discovered, would unambiguously reveal intent to build a weapon. It
>has continued other work, crucial to the ability to make a bomb, that it
>can pass off as having civilian applications."
>
>Duh! What then can explain so obvious an intelligence gaffe. One
>explanation could lie in the old saw that "military intelligence is to
>intelligence as military music is to music". But I simply don't believe
>that our intelligence agencies are populated by the kind of nincompoops
>who would fall for so obvious an Iranian ploy. The more likely
>explanation is that there is an agenda hiding in the report. What then
>might that agenda be? To find a hidden agenda one should always look for
>the beneficiaries. Who wins from this deeply flawed report? Well,
>certainly Iran does, but it is unlikely that Iranian interests could
>drive any American agenda. Lincy and Milhollin surmise that:
>
>"We should be suspicious of any document that suddenly gives the Bush
>administration a pass on a big national security problem it won't solve
>during its remaining year in office. Is the administration just washing
>its hands of the intractable Iranian nuclear issue by saying, '[i]f we
>can't fix it, it ain't broke?'"
>
>My own view is that the authors of the report were fighting the last
>war. No, not the war in Iraq, but rather what they believe was Vice
>President Cheney's efforts to go to war with Iran. This report surely
>takes the wind out of those sails. But that was last year's unfought
>war. Nobody in Washington has seriously considered attacking Iran since
>Condolleezza Rice and Robert Gates replaced Cheney as the foreign policy
>power behind the throne.
>
>Whatever the agenda and whatever the motive this report may well go down
>in history as one of the most dangerous, misguided and counterproductive
>intelligence assessments in history. It may well encourage the Iranians
>to move even more quickly in developing nuclear weapons. If the report
>is correct in arguing that the only way of discouraging Iran from
>developing nuclear weapons is to maintain international pressure, then
>the authors of the report must surely know that they have
>single-handedly reduced any incentive by the international community to
>keep the pressure up.
>
>If Neville Chamberlain weren't long dead I would wonder whether he had a
>hand in writing this "peace in our time" intelligence fiasco.
>
>I wish the intelligence assessment were correct. So does most of the
>media, which accepted its naïve conclusion with uncritical enthusiasm.
>The world would be a far safer place if Iran had indeed ended its
>efforts to develop deliverable nuclear weapons. But wishing for a
>desirable outcome does not make it so. Pretending that a desirable
>outcome is happening, when the best information indicates that it's not,
>only encourages the worst outcome.
>
>The authors of this perverse report, which is influencing policy so
>immediately and negatively, will have much to answer for if their
>assessment results in a reduction of pressure on Iran---which is the
>only nation actually to threaten to use nuclear weapons to attack its
>enemies---to stop its obvious march toward becoming the world's most
>dangerous nuclear military power.
>______________
>Leitartikel, Ha’aretz, 06.12.2007
>Übersetzung von Daniela Marcus
>http://www.hagalil.com/01/de/Israel.php?itemid=1545
>
>Der Nudnik der Welt
>Solange der Iran weiterhin damit droht, Israel 
>zu vernichten, ist es irrelevant, was 
>amerikanische Geheimdienste über das nukleare 
>Potenzial des Iran denken. Die konkreten 
>Drohungen, die wir regelmäßig aus Teheran zu 
>hören bekommen, sind weder Hirngespinste noch 
>Paranoia. Diese Drohungen mögen in den Ohren 
>der Welt nichts weiter als ein vertrautes Summen 
>im Hintergrund sein, doch es ist Israels 
>Pflicht, die Welt davon zu überzeugen, dieser Musik genau zuzuhören...
>
>Der iranische Präsident sagte niemals, er 
>würde den zionistischen Staat akzeptieren, 
>sollte dieser ein Friedensabkommen mit den 
>Palästinensern unterzeichnen. Deshalb besteht 
>keine Notwendigkeit, eine Verbindung zwischen 
>der Besatzung und der Drohung, Israel zu 
>vernichten, zu suchen. Es ist möglich, Mahmoud 
>Ahmadinejads Beschimpfungen als bloße Demagogie 
>abzutun, doch es wäre zu gefährlich, seine 
>erklärte Absicht zu unterschätzen.
>
>Deshalb ist die Frage, ob der Iran in zwei oder 
>in sieben Jahren das nukleare Potenzial zur Zerstörung Israels hat, unwichtig.
>
>Nun, da die amerikanischen Geheimdienste 
>Entwarnung gegeben haben, mag Israel wie der 
>Nudnik* der Welt dastehen. Doch Israel ist das 
>einzige Land, das seine Wachen nicht entlassen 
>kann. Während sich andere Nationen mit dem 
>Erwägen ihrer wirtschaftlichen Beziehungen zum 
>Iran die Zeit vertreiben und darüber rätseln 
>können, ob Sanktionen ihrer Agenda dienen oder 
>nicht, kann sich Israel solcher Betrachtungen 
>nicht erfreuen, solange das gegenwärtige iranische Regime an der Macht ist.
>
>Der amerikanische Geheimdienstbericht hat keine 
>fundamentalen Änderungen erbracht, außer der 
>Tatsache, dass Israels strategische Bedeutung 
>hinsichtlich der iranischen Bedrohung abgenommen 
>hat. In diesem Bericht werden keine neuen Fakten 
>diskutiert. Nur der Wortlaut ist unpräziser und 
>die Einschätzungen sind flexibler geworden. 
>Dies macht es schwierig zu erfassen, ob die 
>Bedrohung tatsächlich geringer geworden ist 
>oder nur zeitlich verschoben und ob nun eine 
>Änderung in der Politik gegenüber dem Iran erforderlich ist oder nicht.
>
>Wie der vorherige Bericht, so sagt auch dieser 
>ausdrücklich, dass der Iran im Herbst 2003 
>Atomwaffen entwickelte. Danach verschwimmt das 
>Bild. In den verschiedenen Geheimdiensten gibt 
>es unterschiedliche Vermutungen darüber, ob der 
>Iran die Entwicklung seiner Atomwaffen 
>tatsächlich gestoppt hat. Der Bericht sagt, man 
>wisse nicht, ob der Iran plane, die Entwicklung 
>seiner Atomwaffen wieder aufzunehmen. Die 
>Autoren schließen die Möglichkeit nicht aus, 
>dass der Iran Atomwaffen aus dem Ausland erworben hat oder noch erwerben wird.
>
>Es gibt keine Informationen, die uns erlauben, 
>die Absichten des Iran zu bewerten. Doch es gibt 
>genug Informationen darüber, dass der Iran Uran 
>angereichert hat, um an verschiedenen geheimen 
>Orten Atomwaffen zu bauen und dass er sowohl die 
>handwerkliche Fähigkeit wie die 
>wissenschaftliche Expertise besitzt, um jederzeit Atomwaffen zu produzieren.
>
>Weder verstärkt der Bericht der amerikanischen 
>Geheimdienste die Angst noch verringert er sie. 
>Er rechtfertigt weder eine Änderung in der 
>Politik noch ein beruhigtes Zurücklehnen. Der 
>Bericht zeigt, dass der Iran eine Bombe bauen 
>kann, wenn er dies will und dass er keine Bombe 
>bauen wird, wenn er dies nicht will. Diese 
>Einschätzung mag auf die Innenpolitik der USA 
>eine beruhigende Wirkung haben. Doch in der 
>israelischen Politik sollte sie das Gegenteil 
>hervorrufen, denn jede Schwäche im Vorstoß der 
>Amerikaner, der an die Auswirkungen auf Europa gebunden ist, gefährdet Israel.
>
>___________________
>DIE ZEIT
>http://www.zeit.de/online/2007/50/interview-israel-iran-shueftan
>
>„Gleich einem Selbstmord“
>Was halten die Israelis vom amerikanischen Geheimdienstbericht? Nichts.
>Ein Interview mit Dan Schueftan, dem ehemaligen stellvertretenden Direktor
>des Forschungszentrums für Nationale Sicherheit in Haifa.
>
>ZEIT online: Warum wurde ausgerechnet jetzt der amerikanische
>Geheimdienstbericht veröffentlicht?
>
>Dan Schueftan: Es gibt unterschiedliche Meinungen innerhalb der
>amerikanischen Regierung darüber, was in Iran geschieht und wie man mit
>diesen Erkenntnissen umgehen soll. Auch gibt es unterschiedliche
>Interessen innerhalb der amerikanischen Geheimdienstlandschaft. Wir sind
>uns alle bewusst, dass Geheimdienste politisch manipuliert werden können,
>wenn man sich über konkrete Informationen hinaus auf die Terra incognita
>der Auswertung begibt. Natürlich kann nicht nur der Präsident die Arbeit
>der Geheimdienste manipulieren, sondern auch seine Gegner können deren
>Einschätzungen beeinflussen. Meiner Meinung nach sehen wir gerade einen
>Kampf sowohl innerhalb der Geheimdienstlandschaft als auch innerhalb der
>amerikanischen Regierung über die gewünschte Politik vis-à -vis Iran. Das
>entzündet sich insbesondere an der Frage: Militärschlag ja oder nein?
>
>ZEIT online: Das Ergebnis des Geheimdienstberichts wurde also von Bushs
>Gegnern beeinflusst?
>
>Schueftan: Scheinbar ist die Einschätzung der Geheimdienste Teil des
>Versuchs derjenigen, die einen Militärschlag gegen Iran verhindern
>möchten. Wie man bei uns sagt: Derjenige, der von kochendem Wasser
>verbrannt wurde, wird auch bei kalten Wasser vorsichtig sein. Nach den
>Erfahrungen aus dem Irak kann das, was jetzt passiert, als ein
>„Sich-in-die-komplett-andere-Richtung-Lehnen“ beschrieben werden. Wichtig
>ist meiner Meinung nach an dem Bericht, dass er keine Informationen
>liefert, sondern eine Einschätzung, die auf mangelnden Informationen
>beruht.
>
>ZEIT online: Die wirkliche Frage ist also demnach: Was kann man aus den
>nicht vorhandenen Informationen schließen?
>
>Schueftan: In dem Buch Der Hund von Baskerville taucht eine sehr
>interessant Frage auf: Was bedeutet die Tatsache, dass der Hund nicht
>gebellt hat? Sherlock Holmes benutzt diese Frage, um das Rätsel zu lösen.
>Mit anderen Worten, manchmal kann auch das Nichtvorhandensein von
>Informationen von Bedeutung sein. Schlussendlich kommt es immer auf die
>Interpretation an. Wir haben in Iran bestimmte Bestrebungen beobachtet,
>die darauf hindeuten, dass das Land Nuklearwaffen bauen will. Diese sollen
>laut Geheimdienstbericht bereits 2003 beiseite gelegt worden sein. Sollen
>wir daraus schließen, dass die Iraner keine Nuklearwaffen mehr
>beanspruchen? Das ist eine sehr einfache und eine sehr einfältige Sicht
>der Dinge.
>
>ZEIT online: Um Ihre These zu belegen, haben Sie aber keine Argumente.
>
>Schueftan: Es gibt überhaupt keinen Beweis dafür, dass Teheran den Versuch
>aufgegeben hat, Nuklearwaffen zu bauen. Ich werde das anhand einer
>logischen Erklärung des Berichts versuchen. Der wichtigste, schwierigste
>und langwierigste Prozess beim Bau von Nuklearwaffen ist die
>Urananreicherung. Alles andere kann in relativ kurzer Zeit fertiggestellt
>werden. Selbst wenn es so wäre, dass alle anderen Vorbereitungen
>eingestellt worden sind, was ich nicht glaube, wäre es für das Endziel,
>den Besitz von Atomwaffen, zunächst einmal nicht weiter bedeutend. Warum?
>Wenn man den Plan hat, Nuklearwaffen herzustellen und dabei nicht von
>einem Militärschlag unterbrochen werden will, ist es logisch, mit den
>Dingen fortzufahren, die am schwierigsten sind und die am längsten dauern.
>Alles andere lässt sich verstecken oder auch verschieben. In dem Fall wäre
>der Plan, eines Tages Nuklearwaffen zu besitzen, nicht gefährdet.
>Gleichzeitig würde es auch keinen merklichen Negativeffekt auf den
>Zeitplan haben.
>
>ZEIT online: Was lässt Sie so sicher sein, dass die Iraner an ihrem
>Atomprogramm festhalten?
>
>Schueftan: Alle Fakten deuten darauf hin. Vor allem die Tatsache, dass sie
>Uran anreichern wollen. Bezüglich der Energiegewinnung hat es wenig Sinn
>für Iran, so viel Geld in die Forschung zu stecken und gleichzeitig
>internationale Kritik einzustecken, eine Verschärfung der Sanktionen in
>Kauf zu nehmen und mit der Gefahr eines amerikanischen Militärschlags zu
>kalkulieren. Schließlich können die Iraner beinahe unbegrenzt Energie aus
>ihrem Erdöl schöpfen. Auch macht es aus wirtschaftlicher Sicht wenig Sinn,
>Langstreckenraketen mit einer sehr geringen Tragfähigkeit zu bauen, wenn
>man diese nicht mit Nuklearsprengköpfen bestücken wollte.
>
>Außerdem: Was wissen wir über die Länder, die Nuklearwaffen besitzen
>wollten? Der US-Geheimdienst hat im Fall von Pakistan versagt. Und der
>israelische Geheimdienst im Fall von Libyen. Wir wollten unglaublich gern
>wissen, was in Libyen vor sich geht und wir hatten keine Ahnung, wie weit
>Ghaddafi bereits mit seinem Atomprogramm vorangeschritten war.
>
>Wenn ich kein Israeli wäre, würde ich sagen, dass die Israelis in diesem
>Bereich Erfolg hatten und sie es verbergen konnten. Niemand hat hier zu
>der Zeit eine rauchende Pistole gefunden.
>
>ZEIT online: Wieso schenken die Israelis dem US-Geheimdienstbericht keinen
>Glauben?
>
>Schueftan: Von einem israelischen Standpunkt aus würde die Logik des
>Geheimdienstberichts einem Selbstmord gleichkommen. Wenn wir von dieser
>Logik ausgegangen wären, hätten wir 1981 sicherlich nicht den irakischen
>Reaktor Osirak bombardiert. Und wenn wir das nicht getan hätten, wäre
>Saddam Hussein jetzt wahrscheinlich im Besitz von Atomwaffen. Nicht nur
>die Geschichte dieser Region, sondern die der Welt wäre mit Sicherheit
>anders verlaufen. Aus israelischer Sicht wäre es viel besser, die
>Amerikaner würden einen Militärschlag gegen die Iraner durchführen. Wenn
>sie es nicht tun, muss Israel sich ernsthaft überlegen, was es unternehmen
>wird. Für uns ist nicht nur die Frage, ob die Iraner Atomwaffen gegen
>Israel einsetzen, sondern auch, dass diese Tatsache einen Nahen Osten
>schaffen würde, in dem Israel nur schwer überleben kann. Wenn die Iraner
>die Bombe hätten, dann hätten sie auch Saudi-Arabien, Ägypten und Syrien.
>Wenn Saudi-Arabien sie hat, könnte sie auch al-Qaida haben. In diesem Teil
>der Welt ist es nur eine Frage der Zeit, bis jemand den Knopf drückt.
>
>ZEIT online: Ihrer Meinung nach werden also die USA Iran nicht attackieren?
>
>Schueftan: Das, was passiert, entscheidet der Präsident, niemand anderes.
>Mit der Veröffentlichung des Berichts ist es für Bush schwieriger
>geworden, einen Militärschlag durchzusetzen. Aber nicht unmöglich. Einer
>der Gründe, warum die Amerikaner es tun könnten, wäre die Möglichkeit,
>dass Israel es tun würde.
>
>ZEIT online: Wie sollte man künftig mit dem Iran umgehen? Einen
>Regimewechsel anstreben?
>
>Schueftan: Im Prinzip schon. Aber das ist etwas, was wir von außen nur
>schwer beeinflussen können. Ich denke, das Richtige wäre, sehr viel
>schärfere Sanktionen zu verhängen oder, in einem nächsten Schritt, eine
>Blockade. Wenn das nicht wirkt, würde ich für einen amerikanischen
>Militärschlag plädieren. Aber das wird vielleicht nicht passieren.
>Zumindest ist es seit Dienstag schwieriger geworden. Die Erfahrungen aus
>dem Irak stehen dem im Weg. Ich war übrigens für den Irakkrieg. Aber ich
>habe damals gesagt, man solle Saddam Hussein bestrafen, aber das Land
>nicht mit der Einführung einer Demokratie korrigieren.
>
>ZEIT Online: Einige Stimmen in Israel fordern, die Gelegenheit zu nutzen
>und mit Teheran zu verhandeln.
>
>Schueftan: Das ist ein Beispiel für Appeasement. Und Appeasement ist
>meiner Meinung nach eine Krankheit. Ich möchte nicht missverstanden
>werden: Mit dem iranischen Volk gibt es eine Menge zu bereden. Die Iraner
>beeindrucken mich sehr, 70 Prozent der Iraner wollen in einer
>pluralistischen Realität leben. Das Problem mit Iran ist das barbarische
>Regime. Wenn dieses nicht existierte, hätte ich, anders als bei den
>arabischen Staaten, kein Problem damit, wenn Iran eine starke regionale
>Rolle spielte. Wenn der Schah über Nuklearwaffen verfügen würde, dann
>würde es mir nur deshalb nicht gefallen, weil ich Angst hätte, jemand wie
>Khomeini würde die Macht übernehmen.
>
>Dan Schueftan ist Dozent am Fachbereich Politikwissenschaft der
>Universität Haifa und am National Security College in Israel.
>
>_____________
>
>Termine:
>
>10. 1. 2008
>Wien, 20:00
>Anmerkungen zur Person. Hans-Jürgen Krahl zum Gedächtnis
>Ein Film der Gruppe Slatan Dudow - Filme gegen Deutschland
>Anschließend Erläuterungen und Diskussion mit Tobias Ebbrecht
>Wipplingerstr. 23 (Tiefer Graben)
>Ankündigungstext
>
>24. 1. 2008
>Un pueblo en armas
>Filmvorführung mit einleitenden Worten und Diskussion
>Wipplingerstr. 23 (Tiefer Graben), 1010 Wien
>Ankündigungstext
>
>____________________________
>unsubscribe: [EMAIL PROTECTED]
>____________________________
>Café Critique
>Verein für Gesellschafts- und Kulturkritik
>Wickenburggasse 16/5
>A-1080 Wien
>Tel.: 0043 676 720 55 45
>Fax: 0043 1 406 81 54 19
>Email: [EMAIL PROTECTED]
>Web: http://www.cafecritique.priv.at
>Blog: http://blog.cafecritique.priv.at
>Konto: Dr. Renate Göllner, Erste Bank, Nr. 28660228600, BLZ 20111
>BIC: GIBAATWW, IBAN: AT512011128660228600
>--
>Psssst! Schon vom neuen GMX MultiMessenger gehört?
>Der kann`s mit allen: http://www.gmx.net/de/go/multimessenger?did=10

_______________________________________________
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