Freitag der 13. ab 20 h im WUK -
Solidaritätsfest für Tierrechtsaktivisten,
genaueres bitte unten nachlesen,
der Reinerlös kommt den Betroffenen
als Beitrag zur Deckung der Anwaltskosten zugute...

 22h konzert renfah:
 "wenn sie mit canonen auf spatzen schiessen"
 visuals by vektorsau

 http://renfah.net
 http://underror.org
 http://wuk.at
 http://amnesty.at
 http://www.f13.at/


 Kriminalisierung von Tierrechts­Aktivist_innen

 Am 21. Mai 2008 kam es österreichweit zu Hausdurchsuchungen in
 insgesamt 23 Wohnungen,
 Häusern und Büros. Spezialeinheiten der Polizei stürmten ab ca. 6 Uhr
 morgens mehrere Wohnungen
 von Tierrechts­Aktivist_innen. Einige von den Betroffenen wurden mit
 gezogenen Waffen aus dem
 Schlaf   gerissen,   Wohnungen   wurden   verwüstet,   irrelevantes
 Material   (z.B.   Hundespielzeug)
 willkürlich entwendet.
 Wie   in   schlechten   Action­Filmen   wurden   einige   Türen
 eingetreten   und   die   Wohnungen   von
 Einsatzeinheiten gestürmt. Erst nachdem die Bewohner_innen
 eingeschüchtert, "gesichert" an die
 Wand gestellt bzw. mit Handschellen gefesselt waren, begannen
 Beamt_innen der Kripo mit den
 Durchsuchungen. Dem Großteil der Betroffenen wurde das Recht auf einen
 Anruf bei einer
 Vertrauensperson oder einer_einem Rechtsvertreter_in verwehrt. Auch
 Freund_innen, die nach dem
 Rechten   sehen   wollten,   wurde   ein   Gespräch   mit   den
 betroffenen   Tierrechts­Aktivist_innen
 verweigert.
 Die Durchsuchungen wurden mit §278a, der Bildung einer „kriminellen
 Vereinigung" begründet,
 „einem Passus des Strafrechts, der auf Mafia, Schlepperbanden und
 ähnliches ausgerichtet ist".
 (Presseaussendung der Grünen­Parlamentarierin Brigid Weinzinger, 26.05.08)
 Zehn   Tierrechts­Aktivist_innen   sitzen   seitdem   ohne   konkrete
  Begründung   in   U­Haft.   Die
 Verhaftungen   wurden   durchgeführt,   da   die   Aktivist_innen
 für   ihre   E­Mail­Kommunikation
 standardisierte PGP­ Verschlüsselung verwendet hätten (was nicht
 verboten ist und z.B. auch bei
 Firmen und Konzernen üblich ist) und daher „Verdunkelungsgefahr"
 bestehe. Weiters bestehe
 „Tatbegehungsgefahr", da die Betroffenen teilweise „seit langem"
 politisch aktiv seien. Beide
 Begründungen sind politische Willkür und widersprechen der Unschuldsvermutung.
 „[...] Es entsteht ganz der Eindruck, als würden hier einzelne in der
 Vergangenheit begangene
 Straftaten willkürlich zusammengefasst, ohne konkreten Tatverdacht den
 Beschuldigten 'zugeordnet'
 und daraus der Vorwurf einer kriminellen Organisation konstruiert.
 [...] Die bloße 'Zuordnung' auf
 Grund eines (vermuteten) inhaltlichen Zusammenhangs und ohne konkrete
 Beweise von strafbaren
 Handlungen zu Personen oder Organisationen ist grob unzulässig. [...]"
 (Presseaussendung der Grünen­Parlamentarierin Brigid Weinzinger, 26.05.08)
 Der Staat versucht linke Aktivist_innen, Gruppen und Strukturen durch
 den auf alle, alles und jede_n
 anwendbaren §278 StGB zu kriminalisieren. Dadurch sollen Teile der
 Linken, und schlussendlich
 alle, mundtot gemacht werden.
 Wir rufen zur Solidarität mit den Betroffenen auf. Unabhängig davon,
 ob du vegan, feministisch,
 antifaschistisch,   „unpolitisch",   gegen   Atomkraft,   Überwachung,
  Gentechnik   oder   Gewalt   bist:
 Getroffen hat es Tierrechts­Aktivist_innen ­ gemeint sind wir alle!
 Die   Gefangenen   sollen   wissen,   dass   niemand   vergessen
 wird   und   unsere   Solidarität   keine
 Gefängnismauern kennt.
 Solidarität ist eine Waffe!
 Aktuelle Informationen der Rechtshilfe: http://antirep2008.lnxnt.org
 Anwält_innen sind teuer – spendet Geld und/oder organisiert
 Benefizveranstaltungen:
 Kontonr.: 01920013682, BLZ: 14 000, Empfängerin: „GAJ Wien", Zweck: „Antirep
 2008". (International: IBAN AT551400001920013682 BIC BAWAATWW)
 Impressum: S. Reicht, 1010 Wien


 -------- Original Message --------

 VGT-Obmann DDr. Balluch: Statement zum Hungerstreik
 Ich habe seit Dienstag, 20. Mai 2008, also seit 7 Tagen nichts mehr
 gegessen. Ich befinde mich in Wr. Neustadt in Untersuchungshaft im
 Hungerstreik.

 Am Mittwoch in der Früh, noch im Dunkeln, schlug eine Gruppe schwarz
 maskierter Männer meine Wohnungstür ein, hielt mir im Bett die Pistole
 an den Kopf und zwang mich nackt aufzustehen. Mein Bruder im
 Nebenzimmer wurde mit erhobenen Händen an die Wand gestellt und bekam
 die Pistole ins Genick, während seine 7-jährige Tochter zuschauen
 musste. Anschließend durchwühlte die Polizei meine Wohnung, stellte
 alles auf den Kopf und verließ sie erst nach 6 Stunden mit meinen
 Computern, mit Büchern, Schriften und Videokassetten. Ich sitze
 seitdem in einer Zelle.

 Da ich bis jetzt nicht konkret informiert wurde, was eigentlich gegen
 mich vorliegt, trat ich in Hungerstreik. Nach so vielen Tagen ohne
 Essen fühle ich mich schon sehr schwach. Wenn ich mich schnell bewege,
 dann dreht sich alles. Aber ich vertraue noch immer auf den
 Rechtsstaat, dass man bei uns in Österreich nicht derartig behandelt
 werden kann, ohne gute Begründung. Und deshalb werde ich weiter im
 Hungerstreik bleiben, bis mir entweder eine Begründung genannt wurde
 oder ich freigelassen werde.

 Mein Rechtsanwalt hat mir den gegen mich vorliegenden Akt übergeben.
 Er ist sehr umfangreich, liefert aber keine Begründung für meine
 Behandlung. In 1500 Seiten wird mein Name nur 3x erwähnt: einmal wegen
 eines Interviews, das ich einer amerikanischen Tierschutzzeitschrift
 gegeben habe, einmal wegen eines Artikels mit mir in der Zeitschrift
 "Wiener"; und zuletzt wegen einer Radiosendung mit mir in Radio
 Orange. Es kann ja wohl nicht ernsthaft wahr sein, dass ich wegen
 meiner Medienarbeit derartig misshandelt und in U-Haft gehalten werde.

 Der 1500 Seiten starke Akt besteht in erster Linie aus polizeilichen
 Ermittlungsberichten von insgesamt 27 Tierschutzaktionen in den
 letzten Jahren. Darunter fallen Aktionen wie "Stalking einer
 Angestellten eines pelzführenden Geschäftes" über "Aufhängen eines
 Anti-Pelz Plakates auf der Westautobahn" und 2x "Verteilen von
 Papierschnipseln in Geschäftsräumen pelzführender Geschäfte" bis zum
 Beschädigen von Autos, Einschlagen von Scheiben und Werfen von
 Stinkbomben. In dem gesamten Akt ist keine Rede von Brandlegung oder
 Gasangriffen, wie das meines Wissens von der Staatsanwaltschaft
 gegenüber Medien behauptet wurde. Vielmehr hat der ORF berichtet, gab
 es im Jahr 2000 eine Brandstiftung mit Tierschutzzusammenhang, seitdem
 nicht mehr.

 Alle polizeilichen Ermittlungsberichte zu den 27 Vorfällen enden mit
 der Feststellung, dass die Täter unbekannt sind.

 Dennoch wurden am besagten Mittwoch neben meiner Wohnung noch 23
 weitere Wohnungen und Büroräume von TierschützerInnen und insgesamt 4
 Tierschutzvereinen durchwühlt. 10 Personen wurden festgenommen. Laut
 Akt wurden die polizeilichen Ermittlungen von einer von einem Grünen
 Gemeinderat organisierten Kundgebung gegen nationalsozialistische
 Wiederbetätigung im Jahr 2006 ausgelöst. Da am selben Ort auch
 Anti-Nazi Graffiti gefunden worden waren, gab es bei besagtem Grünen
 eine Hausdurchsuchung - natürlich ohne Ergebnis. Dieses Graffiti wurde
 aber von der Polizei auch mit dem Zerschneiden von Werbeplakaten einer
 Reptilienschau in Vösendorf in Zusammenhang gebracht, und seitdem
 ermittelt die Staatsanwaltschaft Wr. Neustadt im Tierschutzmilieu -
 mit dem bekannten Ergebnis.

 Spätestens seit dem Jahr 2004, in dem es dem VGT gelang, gegen den
 Willen der Tierindustrie ein Legebatterieverbot durchzusetzen, ist
 eine politisch motivierte Kampagne gegen unseren Verein zu spüren.
 Diese Kampagne gipfelt jetzt offenbar in dieser Aktion. Das
 Vereinsbüro wurde all seiner Computer und Aktenordner beraubt -
 offenbar für Monate oder Jahre - und ist dadurch für lange Zeit
 politisch handlungsunfähig. Ebenso wurden Wohnungen des VGT-Kassiers
 und zweier VGT KampagnenleiterInnen durchsucht und ihrer Computer
 beraubt, genauso wie das Materiallager des VGT. Außer mir sind aber
 keine VGT-MitarbeiterInnen in Haft.

 Um zu kaschieren, dass diese Aktion ohne jedes konkrete
 Verdachtsmoment für eine strafbare Handlung - und ohne Ergebnis nach
 den Hausdurchsuchungen - durchgeführt worden ist, hält sich das
 Innenministerium jetzt bedeckt, verbreitet Gerüchte von Brandstiftung
 und hält mich weiter in U-Haft, als ob ein Haftgrund vorläge. Da
 dieser aber nicht vorliegt, und um den ganzen Skandal dieses
 Polizeiterrors publik zu machen, musste ich in den unbefristeten
 Hungerstreik treten, und damit meine eigene Gesundheit und mein Leben
 akut gefährden. Ich rufe alle Bürger und Bürgerinnen in unserem Land,
 denen die Menschrechte am Herzen liegen, auf, mich zu unterstützen und
 mein Leben zu retten. Bitte lassen Sie nicht zu, dass die Verfassung
 und unsere Grundrechte derartig mit Füßen getreten werden.

 DDr. Martin Balluch
 Obmann des VGT
 aus der Gefängniszelle

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