... da ich wegen Vorbereitung auf meine (erfoglreich bestandende ) Diplomprüfung in Publizistik nicht die Zeit & Musse hatte, paraflows anzuschauen (und ich auch nichts mitbekam, das mich besonders animiert hätte) kann ich zur letzten Paraflows wenig sagen.
Es wird niemand abgehalten, ein anderes Konzept mit anderen Leuten einzureichen. Solange es keine ernstzunehmende Konkurrenz zur monochrom-Einreichung gibt, lässt sich auch schwer empirisch feststellen, ob monochrom da bevorzugt wird. Prinzipiell halte ich es für bedenklich, wenn die Annual Convention nicht entweder eine gemeinsame Sache der ganzen Comunity ist oder von einer Persönlichkeit/Gruppe mit einer gewissen Unabhängigkeit von der Comunity (somit allen gegenüber gleich offen ist) gemacht wird. Aber solangs keine Alternativen gibt, bringt das Raunzen auch wenig. Die fehlende (Fach)Öffentlichkeit ist wohl auch ein Problem von netznetz allgemein gewesen. Dass monochrom in der Szene so viel Reputation hat, dass monochrom ohne extra Mobilisierung - über die bagasch ist absolut nix gelaufen - stets gut abkassiert hat, ist der Nachteil von direkt auf Wahlen beruhenden Verteilungsmechanismen. Über Prinzipien/Regeln lässt sich nun eben sinnvoller in Wahlen Abstimmen als über konkrete Geldverteilungen. Darum gabs teilweise die Korrekturen durch die Trustees und im allgemeinen wurde monochrom eher nach unten korrigiert (sprich wurde mitunter kaum bis gar nicht aufgestockt). Verteilungspolitisch ist der hohe Anteil für monochrom wohl bedenklich, aber eben das Ergebnis der von der Comunity entwickelten Verteilungsmachanismen. Ich hätte mir auch eine offenere/transparentere/demokratischere Organisation von paraflows gewünscht (es herrscht allerdings schon über die Grundfunktion von parafolows nicht wirklich einhellige Meinung). Der Wunsch der Comunity danach schien aber nicht gerade gross zu sein. monchrom kann daher schwer vorgeworfen werden, den einfacheren Weg gegangen zu sein und nach eigenem Gutdünken zu handeln. Für ein superprofessionelle Organisation mit allen Drum und Dran sind die 100.000 Euro ja auch nicht gerade eine rasend grosse Summe. Zum Vergleich: Das Neue-Musik-Festival Wien Modern - auch nicht gerade ein Mehrheitenprogramm - bekommt alleine 654.000 Euro, also deutlich mehr als netznetz insgesamt. Bei dem geringen Gewicht, das die Wiener Netzkultur bei der Gemeinde hat (Sylvia Fass-Vogler ist ja auch nicht alleine für die Netzkultur abgestellt sondern hat noch andere Agenden zu verwalten), wüsste ich auch nicht, wofür sich die Gemeinde Wien bei monochrom mit Freundschaftsdiensten erkenntlich zeigen sollte. Zeit und Energien wären sicher sinnvoller eingesetzt, wenn nach neuen Auswegen aus der nicht gerade befriedigenden Situation gesucht werden. Sündenbocke zu suchen bringt da eher wenig. Zum Glück ist netznetz nicht total gescheitert, wenngleich vom "partizipatorischen Ansatz" nicht zuletzt auch dank der Raunzer fast nichts mehr übrig geblieben ist. Happy Raunz Martin -- ============================================= Martin Mair, Publizist virtuell & traditionell Krottenbachstrasse 40/9/6, A-1190 Wien +43 676 3548310, [email protected] http://www.mediaaustria.at http://www.flickr.com/photos/martinmair http://www.youtube.com/user/theaaatv ============================================= _______________________________________________ netznetz.net mailing list [email protected] http://listen.esel.at/mailman/listinfo/liste
