Lieber Simon,

danke für deine ausführlichen informationen, deinen einsatz und zusatzinformationen. ich denke es ist und war eine wichtige entscheidund dich als jurybeisitz zu berufen.
auf gute folgearbeit
GT

On Apr 19, 2010, at 6:42 PM, simon b. wrote:

Liebe Leserinnen und Leser,
Denkerinnen und Denker,
Macherinnen und Macher.

Dies ist ein Folge-Email auf "Jury-Sitzung 2010-2011: Festival 2010: Paraflows" - http://listen.esel.at/pipermail/liste/2010-April/008686.html

Da mir der auf dieser Liste manch einmal vorherrschende Zynismus - den stadtüblichen Sarkasmus bei weitem übertreffend - irrsinnig auf den Geist geht, versuche ich mich im folgenden in vorbildlicher Diplomatie; so manch einem gerüchteverbreitenden Schreihals könnt' ein derartiger Versuch ebenso gut anstehen.

Freundlich weiter zu den Fakten der jüngsten Geschichte - Jurysitzung No. 1 / Neues Komitee 2010 - 2011; bestellt von der Stadt Wien - Wie auf der Webseite ( http://www.wien.gv.at/amtshelfer/kultur/kulturabteilung/foerderungen/neuemedien.html 19.4.2010 14:18 ) ersichtlich: Diana Mc Carty, Karel Dudesek, Stephen Kovats, Tim Pritlove, Cornelia Sollfrank (Vertretung: Ursula Hentschläger, Ela Kagel). Community-Beisitzer: Simon Häfele, Autor dieses Emails. Sollfrank konnte nicht, Hentschläger sprang ein.

Um präziser zu sein - was die Jury-Besetzung betrifft - die Stadt stellte 2 der MitgliederInnen + 1 Ersatz und NetzNetz.net wählte 3 (kursive) MitgliederInnen + 1 Ersatz. Abgesehen von der Schräglage bei der Jury-Besetzung - auf die ich nicht mehr näher eingehen möchte - eine sehr gute Vorraussetzung! Immerhin, die "Neue Interessens-Vertretung für Netz- und Medien-/-kunst und -kultur" stellt - wie von FAS-Research vorgeschlagen* - mehr als 50 % der JurymitgliederInnen zur Fördervergabe der ohnehin knapp bemessenen Fördermittel im Bereich "Neue Medien" (MA7).

* Lies 
http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/ahs-info/pdf/fasresearch-studie.pdf


Kurz-Geschichtliches-Erinnern

Bleibt nur noch zu erwähnen, dass durch NetzNetz dieser Förderbereich überhaupt erst entstanden ist**. NetzNetz hat es geschafft ein alljährlich durchgeführtes "Festival für Digitales" in Wien zu installieren und bei der Besetzung der internationalen Jury massgeblich mitzubestimmen. Weiter so, gemeinsam haben wir schon viel erreicht.

2000 bekam Public Netbase (ob man/frau sie nun mag/mochte oder nicht) lt. Kunst- und Kulturbericht - LIKUS Hauptkategorie 6 - "Sonstige Förderungen" (S. 107 ) 1.000.000,- (!) Euro; 2004 tauch der Name NetzNetz zum ersten mal im Bericht unter der neuen Kategorie "Neue Medien" (S. 63) auf; erst seither wird im Bericht der Budgetposten "Neue Medien" separat ausgewiesen; angeführte Fördersummen: 2005: 340.000,-; 2006: 708.999,82; 2007: 500.000,00; 2008: 497.500,00 (!); 2009: Noch nicht erschienen; 2012: 1.000.000,- (?!) - Wo sind "wir" ?

2004 aus dem Kulturbericht (S.63) 2004 war ein Jahr, das in die Netzkunstgeschichte eingehen wird. Mit der Gründung von „Netznetz“ und dem folgenden „Festival der Netzkultur“ im KünstlerInnenhaus im Oktober 2004 taten sich erstmals fast alle – wirklich fast alle - in Wien aktiven Netzkunst-Initiativen zusammen und präsentierten in fröhlicher Anarchie ihre Werke und Taten. Netznetz versteht sich selbst als „kolloborativer Prozess zur Sichtbarmachung der Netzkultivierenden“. Der Anspruch ist jener der Selbst-Organisation und nicht einer der Schaffung von neuen Dachinstitutionen. Netznetz nennt das selbst so: „Nachhaltiges Ressourcensharing durch gezielte Kollaboration, statt strukturell und finanziell anfällige Institutionalisierung“...

2006 ist zu lesen (S.39) "Gemeinsam mit "Netznetz", einem losen Verbund von Netzkunst- und Netzkulturschaffenden in Wien, entwickelte die Stadt beginnend mit 2006 ein völlig neues Fördersystem, das dem Wunsch nach einem partizipatorischen Modell in der Fördervergabe nachkommt. Der Grundgedanke ist, die Betroffenen nicht nur in die Entscheidungsfindung einzubinden, sondern gemeinsam eine Struktur zu finden, die diesen sich sehr rasch und permanent wandelnden Kunstformen entspricht."

2008 heisst es (S.40) "Die Förderung der digitalen Kunst wurde 2008 neu strukturiert und erstmals von einer hochkarätigen Jury betreut. Die Jury, bestehend aus Florian Cramer/Rotterdam, Annette Schindler/ Basel, Gerin Trauten- berger/Wien und Andrea Zapp/ Manchester, entschied nicht nur über künstlerische Projekte sondern vergab auch einstimmig die Ausrichtung des jährlichen Festivals „Paraflows“ an den Verein Monochrom."

** Lies dazu auch http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/kunstbericht.html

Mehr zusammenfassende Details z.B. auch in den Darstellung von Barbara Essig in: "Eine neue Logik des Regierens? - Kulturpolitik zwischen emanzipativer Selbstbestimmung und neoliberalen Regierungstechniken am Beispiel Netznetz" weiters in vielen, vielen konstruktiven sowie destruktiven Kritiken, in Zeitungsartikeln, auf unzähligen Webseiten, auf großartigen Wahltheatern und in alltäglichen Netzkultur-Stadtgesprächen. Die Diversität der Meinungen zu NetzNetz ist hoch: Eben das halte ich für einen Anzeiger seines - und damit unseres - Erfolgs.


NetzNetz bewegt weiter

2010, viele, viele Begegnungen später ist all das Teil unserer Geschichte - und wir können stolz darauf sein eine gemeinsame Geschichte zu haben. Umstrukturiert oder nicht, es gibt in Wien ein Festival für Digitale Medien, zahlreiche neue Einrichtungen und Projekte. Gerne erinnere ich hiermit alle EinreicherInnen und Einreicher daran, dass eben das ein Ergebnis gemeinsamer Anstrengungen ist, und tue das vor allem um dringend respektvollen Umgang und weiterführende Kooperationen einzufordern!

Wir konnten über die Jahre gut beobachten, was passiert wenn wir gemeinsam an einem Strang ziehen. Es ist nun wieder an der Zeit hierfür. Loyalität zum gemeinsamen Projekt ist umbedingt notwenig und wird von vielen Beteiligten bereits seid langem sehr toll vorgelebt; nun zurück zu den Fakten der jüngsten Vergangenheit - zur Gegenwart.


Kunst und Kulturförderung der Stadt Wien:
Bereich "Neue Medien" (Digitale Kunst & Kultur) 2010 - 2011
(Beträge in Euro)

Gesamtförderung derzeit 500.000 Euro pro Jahr;
2010 minus 50.000 "Joker-Geld" (von Seiten der Stadt Wien bereits "politisch vergeben"; Argument: Wahljahr... .)
Weitere Budgetdetails lt. CP (Community-Plenum vom 24.3.) - Siehe 
http://listen.esel.at/pipermail/liste/2010-March/008666.html


Überblick Jury 2010/1 - Einreichungen der ersten Jahreshälfte
Beantragt (in Anträgen) : 84; Zusagen: 31; Absagen: 53.
Beantragt (in Geld) : 1.172.834,70; Gefördert: 300.000; Absagen erfolgten für weitere 872.834,70 beantragte Euronen.

Details 2010/1 - Bisher lt. Förderempfehlung der Jury zugesagtes
Festivals - 4 Ansuchen - Gesamtantragssumme: 440.000
1 x Gefördert. Gesamte Förderhöhe 2010: 100.000

Einrichtungen - 13 Ansuchen - Gesamtantragssumme: 290.018,12
11 x Gefördert; Gesamte Förderhöhe 2010: 100.000

Projekte - 46 Ansuchen - Gesamtantragssumme: 442.816,58
19 x Gefördert; Förderhöhe Erste Jahreshälfte: 100.000

Details zu den Zusagen; Ergebnisse 2010/1. Sitzung  
http://www.wien.gv.at/kultur/abteilung/xls/ergebnis-neuemedien2010.xls
Weitere Details zu den Einreichungen sollten im NetzNetz-Wiki zu finden sein, dank gilt jenen die ihre Projekte eingegeben haben.


Weitere Jury-Entscheidungen/Empfehlungen lautet
- Festival 2011 Neuvergabe!

Das Festival wird für 2011 neu ausgeschrieben. Deadline für Einreichungen, Festival und Einrichtungsförderung 2011 30. Juli 2010
Siehe dazu die Updates auf der Webseite der Stadt Wien 
http://www.wien.gv.at/amtshelfer/kultur/kulturabteilung/foerderungen/neuemedien.html

Im Namen von NetzNetz danke der Jury und der Stadt Wien für ihren Einsatz. Bemerkenswert fand ich vor allem die Jury-Entscheidung die beiden FestivaleinreicherInnen - zwischen deren Anträgen man sich definitiv nicht entscheiden konnte - kurzerhand in die Sitzung zu bitten um die offenen Fragen beantworten zu lassen.


Wichtige Änderungen
- Nur noch Papiereinreichungen!
Eine weitere wichtige Änderung im Einreichverfahren ist bekannt geworden: Aufgrund eines "Anlassfalles" - was auch immer da passiert sein mag - hat die Rechtsabteilung der Stadt entschlossen ab sofort keine Einreichungen in digitaler Form mehr anzunehmen.

D.h. alle Einreichungen müssen jetzt - wie doof ist das denn (?!) - wieder PER POST oder PER PEDES zugestellt werden.


NetzNetz Jury-Service
- Neue Email-Adresse: [email protected]
Wer gerne den NetzNetz Einfluss in der Jury-Sitzung beanspruchen möchte, stellt seine Einreichungspapiere und Ansichtsexemplare bitte in 7 anstatt 6-facher Ausfertigung zur Verfügung und/oder sendet an die Email-Adresse [email protected] bzw. veröffentlicht seine Einreichung im NetzNetz-Wiki unter http://netznetz.net/wiki (Versehen mit den üblichen Kategorie-Tags [[Kategorie: 2010]] [[Kategorie: Vergabe 2010-2]] [[Kategorie: Einreichung]] )

PS. Ich versuchte bereits - erfolglos - die Stadt dazu zu bewegen diese Angaben auf ihre Webseite zu übernehmen. Ist zivilgesellschaftliches Engagement unerwünscht? Wie auch immer.


Ich wünsche allen viel Spass bei ihren diesjährigen Vorhaben
und freute mich über ein gelungenes, gemeinsam getragenes Festival
in unserer multikulturellen Hauptstadt Wien.


Liebe Grüsse und Dank,
allen aktiv und beobachtend
Beteiligten.


Simon B. Häfele für
netznetz.net/Jury-Beisitzer: [email protected]

Founder of sonance.artistic.network
Homepage http://binsh.sonance.net/

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netznetz.net mailing list
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http://listen.esel.at/mailman/listinfo/liste

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