Hi, On Saturday 06 October 2012, Ronny Seffner wrote: > das WEP unsicher ist, ist schon lange bekannt und wohl auch fast > Allgemeinwissen. WPA auch in Ausprägung WPA2 ist aber in Tagen der > mietbaren AMAZON-Cloud nicht wirklich besser. Ich durfte das erst diesem > Sommer einem Kunden beim Penetrationstest beweisen, kurz: man schnüffelt > ein wenig auf dem entsprechenden Funkkanal mit, das geht ohne > nennenswerte Technik aus dem Bulli vom Parkplatz gegenüber, es gibt frei > an jeder Ecke Software, die extrahiert die Anmeldesession bzw. das > Rekeying, die paar Kilobyte Netzwerkverkehr gibt man dann gegen USD 50 > einem "Dienstleister", der einem am selben oder Folgetag dann einen HASH > schickt, den man als WLAN-Key nutzen kann. Der Rest wurde Dir ja schon > grob erklärt, die "bekannten Geräte" beruhen auf MAC-Adressen, die sich > mit arp auslesen und passenden Treiber leicht spoofen lassen.
Bitte mal nicht mehr Panik verbreiten als unbedingt nötig! Bei WPA2 ist das
Protokoll an sich sicher, es gibt nur 2 Fehler die man machen kann:
1) eine haarsträubend bescheuerte Implementation des Protokolls (kann man
selbst nicht ändern und sollte in den Zeiten von embedded Linux auf fast
jedem Router auch kaum noch ein Problem sein)
2) ein zu kurzes und/oder zu einfaches Passwort - das kann man beeinflussen:
erzeuge Dir einen hinreichend langen und komplexen String als Passwort
(128bit echter Zufall reichen, mehr wird sowieso nicht verwendet)
dd if=/dev/random bs=48 count=1 | base64
Das speicherst Du Dir dann auf einem Stick ab, den nicht gleich jeder in die
Finger bekommt und druckst ihn als QR-Code für die Handybesitzer in der
Familie.
Ganz paranoide Naturen ändern das Passwort 1x pro Jahr.
> Ab hier - der $Feind ist Mitglied des WLAN - stellt sich die Frage, was
> willst Du sichern:
>
> a) das Mitbenutzen, im Rechtsjargong ist das wohl "Mitstörerhaftung",
> der Anschlussinhaber - also Mutti - z.B. haftet in erster Instanz dafür,
> das $Nachbar Kinderpornos über ihren Anschluss schaut
>
> b) das Ausspähen sensibler Daten: was hab ihr denn noch neben HTTPS
> (was durch MITM-Attacken auch aufbrechbar ist), unverschlüsseltest
> POP3/IMAP oder SMTP (alles Mail), Dateifreigaben, UPNP, ...
>
>
> Gegen all das helfen erst Techniken, die nur in teurer business-Technik
> eingesetzt wird, das SOHO-Zeug beherrst hier keinen wirklichen Schutz.
> Es gilt aber auch zu fragen: wofür soll man diesen ganzen Aufwand
> betreiben? Für den theoretischen Einbruch oder ist die "Gefahr"
> begründet?
Wie gesagt: nicht mehr Panik als nötig bitte. WPA2 mit ordentlichen
Passworten ist eine extrem sichere Lösung im SOHO-Bereich.
WPA mit langen Passworten ist meiner Meinung nach hinreichend sicher für die
meisten Anwendungen im Privatbereich: laut Wikipedia können einige
spezifische kurze Pakete entschlüsselt werden (ARP, bestimmte andere mit im
Wesentlichen bekanntem Inhalt) - die wichtigen Daten und der Schlüssel sind
sicher.
WEP ist aus heutiger Sicht Schrott. Unverschlüsselt ist aus rechtlicher
Sicht unsicher.
Dein Szenario a) ist also nur bei WEP oder unverschlüsselt interessant.
Was Dein Szenario b) angeht: unverschlüsselte Mails und Benutzung sensitiver
Seiten (e-commerce, Webmail, Banking, ...) ohne HTTPS ist nicht
empfehlenswert - egal ob via WLAN oder irgendein anderes Netz.
Wie kommst Du auf so lustige Aussagen wie dass HTTPS durch MITM aufbrechbar
wäre? Soweit ich weiß gibt es keine praktischen MITM-Angriffe auf HTTPS, die
keinen Alarm im Browser auslösen.
Konrad
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