Hallo Freunde,

ich will Euch zunächst einmal für Eure ganzen Erfahrungen und Meinungen
danken. Jede Meinung war ein weiteres Puzzleteil für mich und jeder hat
seine Vor- und Nachteile.

Auch ein Kollege von mir hat mir seinen Ratschlag gegeben, kurz zusammen
gefasst:
Warum willst Du Snapshots machen? Das ist doch eh ein Datengrab, oder?
Also nimm ext4, das sollte passen.

Ich habe mich jetzt für folgendes entschieden:
* Software-Raid mit mdadm
* Partitionierung mittels LVM (2 Volumes, eines für Medien, eines für
Backups)
* Dateisystem: ext4

Gründe meinerseits (stichpunktartig)
* zu wenig Erfahrungen mit zfs / btrfs
* Snapshots sind schon cool, aber das Argument meines Kollegen zieht
* xfs hinterlässt bei Fehlern ein Datengrab, ext4 hingegen den Lost Ordner
* meine Erfahrungen bzgl. Fehlern bei ext4 und Reparatur sind vorhanden
* UND entgegen meiner letzten Erfahrunge kann ext4 nun auch resize2fs
oberhalb von 16TB :-)
* und ich mag es nicht, einer Technologie sowohl das RAID als auch das
Dateisystem als Aufgabe zu übertragen

aber ich nehme Eure Meinungen und Hinweise dennoch gern an und danke
Euch vielmals dafür.

mit freundlichen Grüßen
Maddin

P.S.: bei der ganzen Kopier-Aktion habe ich noch 2x RAID 5 am Start (mit
kleineren Platten, also 4TB und 3TB als RAID). Mit denen spiele ich nun
mit den anderen Dateisystemen herum. Vielleicht komme ich ja auch
nochmal auf einen anderen Geschmack.

Am 01.04.19 um 00:15 schrieb Carsten Weber:
> Hi,
> 
>> bitte fragt nicht nach dem Grund, aber ich habe Privat eine Menge
>> Daten zu beherbergen. Derzeitige Größenordnung etwa 30TB.
> 
> Die wichtigste Fragen dabei sind: Wie katastrophal wäre Verlust, und
> wie katastrophal wäre UNBEMERKTE Veränderung? Ist der Datenbestand
> dahingehend homogen und anspruchslos, oder hast du mglw. einen kleinen
> Teil Daten, der dir sehr viel wichtiger ist als der Rest?
> 
> 
> Ich selbst habe nur knapp 10TB Daten, davon ist aber von einem Teil im
> Zweifelsfall der Verlust verschmerzbar, von einem anderen Teil aber
> nicht, und von dem Teil möchte ich auch gaaaanz sicher sein, dass das
> nicht einfach unbemerkt kaputtgeht. Unbemerkte Fehler gibts nicht? Aber
> klar ;) Festplatten sind zwar vergleichsweise zuverlässig im Gegensatz
> zu USB-Sticks oder SD-Karten, daher ist es "eher unwahrscheinlich",
> gerade auch wegen der UBE-Raten, die meistens besser sind als angegeben
> - aber ich habe zum Spaß ein RAIDZ3 aus sieben USB-Sticks gebaut, und
> seither vertraue ich denen nichtmal so weit, wie ich sie werfen kann -
> Markenprodukt hin oder her.
> 
> 
> 
>> Ich hatte zwischenzeitlich auch
>> schon mit FreeNAS und zfs geliebäugelt, aber die Tatsache, dass man
>> einen Pool durch hinzufügen weiterer Platten nicht vergrößern kann,
>> schreckt mich nun ab.
> 
> Ich würde nicht die Luft anhalten bis zum Release, und es wird auch
> noch viele Jahre dauern, bis es nachgewiesen stabil läuft, aber ein
> nachträgliches Verändern von zpools wird irgendwann möglich werden.
> Ersatzen von Festplatten durch größere ist dagegen leicht möglich
> nutzbar, sobald ALLE Festplatten des zpools vergrößert wurden),
> hinzufügen weiterer zpools auch.
> 
> 
>> Ich hab jetzt BTRFS versucht, das sieht gar nicht so schlecht aus
> 
> Meine Meinung zu BTRFS halte ich in einer Linux-Liste besser etwas
> zurück. Die Entwicklung stammt m.E. aus dem Lizenz-Foo, der entsteht,
> wenn man ZFS und Linux verheiraten will, und ein bisschen
> not-invented-here.
> 
> Lizenztechnisch ist das insofern gelöst, als dass heutzutage der
> Quellcode einfach auf deinem System gebaut wird, das dauert etwas
> länger und kostet Platz, ja - aber es ist z.B. in Debian völlig vom
> Benutzer wegabstrahiert. Ob das vorkompiliert kommt oder lokal gebaut
> wird, merkst du nicht wirklich.
> 
> Zu BTRFS zu sagen ist, dass die einzigen Systeme von zig hundert VMs,
> mit denen wir auf Arbeit jemals großflächig Probleme hatten, waren
> solche mit BTRFS. Und wer im Raid-Code Bugs hat, die zu Datenverlust
> führen, kommt auch erstmal noch fünf Jahre auf die
> Schau-ich-mir-vielleicht-später-nochmal-an-Liste.
> 
> 
>> Als absolutes Bonbon wäre noch, dass man, wie bei ZFS (unter Freenas)
>> durch den Austausch der Festplatten von derzeit 10TB auf sagen wir
>> 20TB Platten) das RAID ebenfalls vergrößern kann.
> 
> Das kannst du vermutlich nicht nur mit ZFS. Und übrigens hat ZFS nix
> mit FreeNAS zu tun. Zum einen gibt es da noch NAS4free, wenn es schon
> eine Appliance sein muss anstatt z.B. einem nackten FreeBSD. Zum
> anderen gibt es ZFSonLinux, schon seit vielen Jahren und mittlerweile
> hinreichend stabil, und künftig möglicherweise der
> Hauptentwicklungszweig von ZFS.
> 
> 
> Ich habe mich oben zurückzuhalten versucht, meine Bevorzugung von ZFS
> nicht zu laut werden zu lassen - ist vermutlich trotzdem jedem
> aufgefallen :D
> Das heißt nicht, dass es DAS Eierlegendewollmilchsaudateisystem wäre.
> Genau genommen kann es ziemlich teuer werden, wenn man Wert auf seine
> Daten legt und daher ZFS verwendet. Ich habe (trotz dass es rein
> technisch nicht zwingend erforderlich wäre) ein System mit ECC-RAM
> und SAS-Controller für den Tagesbetrieb - und ein weiteres mit ECC-RAM,
> SAS-Controller, externem HDD-Shelf inkl. SAS-Expander, und
> LTO4-Tabelibrary als Backup. Warum? Weil ich gern meine Daten
> langfristig behalten möchte, und dabei sicher sein will, dass das, was
> ich heute drauf schreibe, auch morgen noch zuverlässig gelesen werden
> kann. Und ich kann in meinen Daten zurückspulen, da ich täglich einen
> Snapshot aufhebe. "Luxux" - ja. Ist's mir wert.
> 
> 
> Carsten
> 


Attachment: signature.asc
Description: OpenPGP digital signature

Antwort per Email an