Hallo zusammen,
in letzter Zeit habe ich mich auch intensiv mit dem Thema Backup
auseinandergesetzt und dabei bin ich auf ZPAQ gestoßen. ZPAQ ist ein
robustes Datenformat mit offener Spezifikation, welches Deduplikation,
Journaling (Versionierung) und Verschlüsselung (AES) bietet. Die
gleichnamige Referenzimplementierung "zpaq" vereint diese Fähigkeiten in
einem kompakten und portablen Tool. Mit zpaq konnte ich zahlreiche
komplexe Skripte ersetzen. Ich denke, dass mein Beitrag hier vielleicht
für einige von Interesse sein könnte.
Das ursprüngliche ZPAQ-Projekt[1] ist mittlerweile etwas veraltet,
insbesondere da SHA-1 nicht mehr als sicher angesehen wird. Es gibt
jedoch einen Fork[2], der versucht, einige Verbesserungen einzuführen.
ZPAQ spielt eine entscheidende Rolle in meiner Backup-Strategie. Neben
den stündlichen lokalen ZFS-Snapshots mit Sanoid und den wöchentlichen
Full-System-Backups mit ZFS Send auf einem externen USB-RAID stellt ZPAQ
die dritte Sicherungsebene dar. Diese Ebene ist dafür gedacht, alle
Nutzdaten vor Datenverlust bei katastrophalen Ereignissen wie
Naturkatastrophen oder Elementarschäden zu schützen. Ich verwende mobile
USB-Festplatten als Datenträger, die rotierend verwendet und teilweise
geografisch verteilt gelagert werden. Die Sicherung erfolgt automatisch
per Cron-Job jede Stunde, wobei jeder Datenträger ein "label"-File mit
einer UUID besitzt. So wird erkannt, ob der Datenträger zwischenzeitlich
gewechselt wurde. Nach einem Wechsel werden die veralteten Archive
gelöscht und ein vollständiges Backup erstellt. Wenn kein Wechsel
stattgefunden hat, werden geänderte Daten als neue Version an die
bestehenden Archive angehängt. Dies wird von einem einfachen Shellscript
gesteuert, das nicht der Rede wert ist.
Während dieses Prozesses habe ich auch ein Problem gelöst, das viele
Unix/Linux-Enthusiasten bei der Verwaltung ihrer Heim-IT oft übersehen,
so wie es bei mir bis vor Kurzem der Fall war: "Was passiert eigentlich,
wenn der 'Administrator' nicht verfügbar ist, der Server ausfällt und
ein Familienmitglied dringend auf wichtige Daten zugreifen muss?" Auf
den mobilen Festplatten befinden sich nun ZPAQ-Backups aller
Netzwerklaufwerke und Datenbanken. Die Festplatten sind im exFAT-Format
formatiert, und neben den Archivdateien sind auch statisch verlinkte
Binaries des ZPAQ-Programms für Windows, FreeBSD und Linux sowie eine
Kurzanleitung als Textdatei enthalten. Dank exFAT kann von nahezu jedem
gängigen Betriebssystem problemlos darauf zugegriffen werden, wodurch
eine entscheidende Hürde genommen wird.
Viele Grüße & schönes Wochenende
Matthias
[1] https://mattmahoney.net/dc/zpaq.html
[2] https://github.com/fcorbelli/zpaqfranz
On 27.10.23 13:32, Jakob Mendel wrote:
Hallo allerseits,
beim Stammtisch am Mittwoch hatte ich gefragt, wie man bei zwei externen
Backup-Festplatten idiotensicher feststellen kann, welches Backup das
aktuelle ist.