Hallo,
mit der CeBIT ist der Messe-Marathon im März zuende gegangen. Wie
bereits im letzten Jahr trat OpenOffice.org mit einem Gemeinschaftsstand
auf. Zusammen mit dem Projekt stellten verschiedene Firmen ihre Produkte
und Dienstleistungen rund um OpenOffice.org vor. Neben den
"Wiederholungstätern" SCAI, O3Spaces und dem Brockhaus Verlag waren auch
Sun, EZ Systems und Mobility Office dabei.
Dieses Jahr hatten wir einen schönen großen Stand in der Halle 5 in der
Nähe des Mittelstandsforums. Während es bei einigen Ausstellern
zeitweise sehr ruhig war, konnten wir uns eigentlich nie über Langeweile
beklagen.
Neben den beiden Projekt-Infopoints stellten Joost Andrae und Thorsten
Behrens von Sun StarOffice und natürlich auch OpenOffice.org vor.
Praktisch, direkt nebenan die Experten zu haben, die bei speziellen
technischen Fragen immer geduldige Ansprechpartner waren und sogar beim
Vorstellen der PrOOo-Box behilflich waren, wenn bei uns gerade viel zu
tun war. Die ruhigeren Zeiten am Stand konnten wir sinnvoll mit
"Bug-Hunting" verbringen.
Aber nun von vorne...
Mittwoch: Ankunft und Aufbau
Florian und Thomas waren schon früh vor Ort und haben sich um den Aufbau
des Standes gekümmert. Ich selbst bin am Nachmittag angekommen – auch
mit jeder Menge Kisten im Schlepptau (glücklicherweise gibt es
Lastentaxis, eine geniale Erfindung!). Mittlerweile sind wir ein
eingespieltes Team und so lief der Aufbau problemlos und zügig ab. Der
wichtigste Besucher des Abends war Volker, der die Kaffeemaschine
brachte, die wir netterweise von der Firma Azul Kaffee für die Messezeit
bekommen haben. Nachdem wir für alle Utensilien einen geeigneten Platz
gefunden haben, haben wir das Messegelände schnell verlassen. Da ich
selbst gesundheitlich ein wenig angeschlagen war, war der Abend für mich
zeitig zuende.
Donnerstag: Ein Tag der Trauer
Kann es noch schlimmer kommen? Erster Messetag - und die Kaffeemaschine
ist defekt. Das war für uns alle ein harter Schlag. Wir konnten uns nur
damit aufrecht halten, dass wir wie erwartet von den vielen Besuchern
belagert wurden. Fragen wie "Habt ihr einen Outlook-Ersatz" oder "Kann
ich Access-Datenbanken mit OOo öffnen?" wurden vom Messeteam geduldig
beantwortet. Viele fragten aber auch nur danach, was es bei OOo Neues
gibt. Die Vista-Unterstützung wurde an unserem Messestand (der ganz in
der Nähe des Linux-Parks war) meistens nur mit einem "na jaaa"
kommentiert. Immerhin haben einige Besucher bemerkt, dass wir auf einem
der Rechner OOo unter Vista gezeigt haben.
Um 17 Uhr begann am Stand der PC Professionell die Preisverleihung zur
"Innovation des Jahres". Bereits im letzten Jahr war das Programm OOo in
der Kategorie "OpenSource" nominiert (und hat nicht gewonnen). Dieses
Jahr galt die Nominierung der PrOOo-Box, aber wiederum gewann ein
anderes OpenSource-Produkt, das uns allen nicht bekannt war (und dessen
Namen ich leider schon wieder vergessen habe).
Abends sind Thomas, Florian, Simon und ich zu unseren Unterkünften
gefahren und waren griechisch essen.
Freitag: Happy Birthday!
So langsam haben wir uns wieder an den "Messetrott" gewöhnt, die
allmorgendliche Aufbauzeremonie und dass die ersten Besucher
erfahrungsgemäß erstmal 30 - 60 Minuten brauchen, bis sie sich zu
unserer Halle durchgeschlagen haben. PrOOo-Boxen und USB-Sticks kamen
wie immer bei den Besuchern sehr gut an und so langsam konnten wir
wieder eine Hitliste der am häufigsten gestellten Fragen aufstellen.
Bemerkenswert waren auch wieder die vielen internationalen Besucher. Das
Messeteam war sich einig, dass wir im nächsten Jahr unbedingt auch DVDs
mit anderen Sprachversionen mitbringen müssen, nicht als PrOOo-Box, aber
vielleicht in der Zusammenstellung für die letzte OOoCon, also die
OOo-Pakete + die wesentlichen Language-Packs.
Am Freitag gab es zwei Gründe zu feiern: Die noch am Vortag
ausgetauschte Kaffeemaschine funktionierte tadellos und Thomas hatte
Geburtstag. Gegen Ende des Messetages gab es eine Runde Sekt für alle
Standteilnehmer. Zum Ausklang des Geburtstags waren Thomas, Florian und
ich - na klar - griechisch essen.
Samstag: Messestand wegen Überfüllung geschlossen
Der Samstag begann wie gewohnt ruhig. Thomas hatte im Mittelstandsforum
seinen Vortrag zu "OpenOffice.org im Mittelstand". Obwohl der Vortrag
bereits um 9:30 Uhr begann, war er erstaunlich gut besucht. Sein Vortrag
brachte uns nicht nur viele Besucher am Stand ein, sondern auch gleich
noch einen Stopper für die Version 2.2. Wie gut, dass Thorsten Behrens
gleich zur Stelle war und nicht nur den Bug bestätigen konnte, sondern
innerhalb von Minuten auch gleich die Lösung parat hatte.
Glücklicherweise war unser Stand am Samstag gut besetzt, neben der
"Grundausstattung" Thomas, Florian, Jacqueline waren Mechtilde und
Michael da, Andreas Mantke, Wolfgang Uhlig, Markus Gommel, mein Kollege
Karsten und später auch André (ich hoffe, ich habe niemanden vergessen).
Der Ansturm war am Samstag so groß, dass wir kaum dazu kamen, eine Pause
zu machen.
Abends beschlossen wir, gemeinsam essen zu gehen. Da die Autofahrer an
sehr unterschiedlichen Stellen geparkt hatten, wollten wir uns zunächst
außerhalb treffen, um von dort aus ein Lokal zu suchen. Als Treffpunkt
bot sich die Gaststätte an, in der am Sonntag der Stammtisch stattfinden
sollte, da wir davon die Adresse wussten. Dummerweise wurde uns das zum
Verhängnis, da diese Adresse in Hannover tatsächlich doppelt existiert.
Während die deutschen Navis zur richtigen Adresse führten, war das
Schweizer Navi der Meinung, dass der Treffpunkt ganz woanders sei...
Nachdem dann endlich alle da waren, beschlossen wir einfach in die
Gaststätte zu gehen und nicht mehr weiterzusuchen – wie praktisch, wir
waren ja schon lange nicht mehr beim Griechen.
Sonntag: Keine Ruhe bitte!
Überraschung gleich am Morgen: Markus Gommel sitzt an unserem Messestand
und hat bereits einen riesigen Berg PrOOo-Boxen gefaltet. Wir haben erst
vermutet, dass er am Stand übernachtet hat, aber tatsächlich gehört er
wohl nur zu den Frühaufstehern. Seinen Spitznamen hatte er gleich weg:
Ab sofort nennen wir ihn nur noch den "Nachtfalter".
Für mich begann der Sonntag mit meinem Vortrag, wiederum im
Mittelstandsforum mit ähnlichen Schwerpunkten und wiederum gleich um
9:30 Uhr. Normalerweise sind wir bei OOo-Vorträgen ja mehr Zuhörer
gewöhnt, aber unter den Umständen konnten wir zufrieden sein, dass sich
immerhin knapp 30 Zuschauer eingefunden haben.
Der Sonntag ist für die Aussteller immer der härteste Tag. Wenig
Besucher (zumal in Hannover verkaufsoffener Sonntag war) und die
wenigen, die da waren, hatten meist sehr ungewöhnliche Fragen: "Kann ich
einen Kugelschreiber haben?" oder "Haben Sie eine Tüte?"
Vorteilhaft war, dass man endlich mal Zeit hatte, sich mit den anderen
Ausstellern zu unterhalten und auch mal was von der Messe anschauen
konnte. Thomas war leider krank geworden und nutzte den Tag in der
Unterkunft, um sich auszukurieren. Dafür haben der "andere" Thomas
(Hackert) und Vera Unverzagt das Messeteam ergänzt.
Abends ging es dann zum Stammtisch. Wir waren eine große Runde, bis auf
ein paar wenige Ausnahmen waren alle Teilnehmer auch tagsüber am
Messestand. Es war ein wirklich netter Abend und ich hab mich gefreut,
endlich mal wieder griechisch essen zu gehen.
Montag: Bingo!
Am Montag musste ich dann "passen". Da ich zuviel zu tun hatte,
beschloss ich zunächst in der Unterkunft zu bleiben und zu arbeiten und
dann erst später auf die Messe zu gehen. Thomas war wieder fit und hatte
mit meinem Fernbleiben gleich die richtige Erklärung parat, warum am
Sonntag die PrOOo-Boxen so schlecht und am Montag so gut weggegangen
sind. :-)
Pünktlich zum Feierabend bin ich auf die Messe gefahren und konnte
gerade noch die letzte Stunde Standdienst machen und beim abendlichen
Aufräumen helfen.
Florian und Karsten übten sich im "Messebingo". Die Spielregeln sind mir
nicht genau bekannt. Es ging darum, wer von den beiden im Gespräch mit
einem Besucher mehrere der zuvor definierten "Highlight-Fragen" gestellt
bekommt. Dummerweise war das Spiel schnell zuende, da Karsten gleich
nach dem ersten Gespräch "Bingo" rief.
Florian, Thomas Hackert und ich haben abends Joost und Thorsten auf die
Sun-Party begleitet, die außerhalb des Messegeländes in der Nähe der
Oper stattfand. (Nur so zur Info: Thomas Kr. und mein Kollege Karsten
sind direkt Richtung Unterkunft gefahren – und waren griechisch essen).
Die Sun-Party ging eher schleppend los, schon der Bustransfer dorthin
dauerte ewig und die musikalische Beschallung im Bus eine echte
Geduldsprobe. Trotzdem war es dann auf der Party sehr nett. Wir haben
uns gleich auf das Buffet gestürzt und später gab es wirklich
hörenswerte Livemusik. Da wir alle ein Schlafdefizit hatten, sind wir
mit dem ersten Shuttle-Bus um 23 Uhr zurück gefahren.
Dienstag: Nicht nerven lassen
Die CeBIT stellt den Standdienst wirklich auf eine harte Probe. Sieben
Tage Messe sind nicht wenig und so war bei einigen von uns irgendwie die
Luft schon raus. Während man am Anfang bei jeder noch so blöden Frage
sehr geduldig war, musste man sich zum Schluss wirklich zusammen reißen.
Highlights waren zum Beispiel: Besucher: "Ich arbeite bereits seit 1998
mit OOo" Ich: "Das freut uns, Sie meinen aber sicher StarOffice?"
Besucher: "Nein, ich bin mir ganz sicher, ich benutze OOo bereits seit
der Version 0.3" - Anderes Beispiel: Ein Besucher hatte Probleme mit
OOo-Dokumenten, die sich nicht öffnen lassen: "Wenn ich ein OOo-Dokument
entpacke, die xml-Dateien mit emacs bearbeite und dann wieder zippe,
dann sind die Dateien kaputt. Warum?"
Den letzten Abend haben wir dann auf dem Messegelände verbracht. Erst
bei Brezeln und Bier im Ausstellerbereich des Linux-Parks, dann auf der
Standparty bei Novell (die man besser Ölsardinen-Party genannt hätte)
und zum Schluss landeten wir in der Bayerischen Halle. Die Stimmung dort
war unglaublich, man konnte auf den Tischen tanzende Japaner mit rot
blinkenden Hörnern auf den Köpfen beobachten. Einziger Minuspunkt dieses
Abends: Weder Gyros noch Souvlaki waren auf der Speisekarte zu finden.
Mittwoch: Abbau und Abschied
Am letzten Tag leerten sich bereits gegen Mittag die Hallen. Auch die
Aussteller waren schon in Aufbruchsstimmung. Wir auch – was aber
wahrscheinlich daran lag, dass die Kaffeemaschine bereits mittags
abgeholt wurde. Ich selbst nutzte die Gelegenheit, noch kurz durch die
ein oder andere Halle zu laufen, aber eigentlich wollten wir alle nur
noch nach Hause.
Viel länger hätte die Messe nun wirklich nicht gehen dürfen. Unsere
Materialien gingen zu Ende und wir waren irgendwie alle urlaubsreif.
Vollbepackt mit den ganzen Standutensilien verließen wir kurz nach 18
Uhr das Messegelände und machten uns auf den Heimweg.
Eine erlebnisreiche Woche ging damit zuende. Ich kann nur sagen, mir hat
es wie immer riesigen Spaß gemacht und insbesondere ist es immer schön,
viele Leute zu treffen, die man sonst nur von den Mailinglisten her kennt.
Bis zum nächsten Jahr auf der SchneeBit!
Gruß,
Jacqueline
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