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MorgenWelt HEUTE vom 6.3.2001
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1. Ein Herz fuer Looser
2. Sterne mit Planeten sind juenger
3. Vogelmaennchen singen dank Oestrogen
4. Neue Krankheiten durch Klimawandel?
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Ein Herz fuer Looser

Die weibliche Kuechenschabe paart sich nicht unbedingt mit den 
staerksten maennlichen Artgenossen. Attraktiv findet sie auch 
Maennchen, die am Ende der Gruppenhierachie stehen. Dies haben 
britische Biologen an einer aus Tansania stammenden Schabenart 
(Nauphoeta cinerea) beobachtet. Ihrer Erkenntnis nach orientieren 
sich die Weibchen am Geruch potentieller Partner. Die Maennchen 
produzieren um so mehr Pheromone, je hoeher sie in der Rangordnung 
der Kuechenschaben stehen. 

Bevorzugt werden allerdings die schwaecher riechenden, unterlegenen 
Maennchen, sagen die Forscher. Die dominanten Tiere koennen trotz 
aggressiven Eingreifens die Paarung mit den Konkurrenten nicht 
verhindern. Gleichzeitig hat die Natur offenbar einen Schutz-
Mechanismus eingerichtet, der die Vermehrung schwacher Maennchen 
begrenzt: Weibchen, die sich mit rangniederen Partnern einlassen, 
bekommen naemlich ueberwiegend weiblichen Nachwuchs.

Quelle: NatureScience Update, 6.3.01
Forschung : Allen Moore, University of Manchester, in 
Proceedings of the Royal Society B, 268, 517-523 (2001)
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Sterne mit Planeten sind juenger

Sterne, die Planeten besitzen, sind offenbar juenger als andere 
Sterne. Dies ergab die Untersuchung von neun Sternen durch 
amerikanische Astronomen. Die Forscher hatten Sterne des so genannten 
F-Typs, bei denen Planeten nachgewiesen worden waren, mit anderen 
Sternen verglichen. Dabei zeigte sich, dass sie mit einem Alter von 
700 Millionen Jahren deutlich juenger sind als andere Sterne des 
F-Typs. 

Das koennte erklaeren, warum Sterne mit Planeten einen hoeheren 
Anteil an schweren Elementen aufweisen, als Sterne ohne Planeten. 
Im Laufe der Jahrmilliarden ist das Gas in unserer Milchstrasse 
durch Sternexplosionen mit schwereren Elementen angereichert worden. 
Spaeter entstandene Sterne koennen also mehr davon enthalten. 
Die Frage fuer die Astronomen ist nun, ob aeltere Sterne tatsaechlich 
selterner Planeten besitzen als junge, oder ob es sich dabei um einen 
Auswahleffekt bei der Suche nach extrasolaren Planeten handelt.

Quelle: Astrophysical Journal Letters, 5.3.01 
Forschung: A.A.Suchkov, A.B.Schultz, Space Telescope Science Institute
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Vogelmaennchen singen dank Oestrogen
 
Vogelmaennchen singen, um ihr Revier abzugrenzen und Weibchen anzulocken. 
Zum Singen benoetigen die Maennchen aber das weibliche Geschlechtshormon 
Oestrogen, sagen amerikanische Biologen. Das Hormon ist demnach notwendig, 
damit im Hirn eines Maennchens die entsprechenden Nervenverbindungen 
geknuepft werden. Das Oestrogen wird bei den Maennchen sogar im Hirn 
selbst produziert, entdeckten die Forscher. Bisher hat man geglaubt, 
dass das Hormon ausschliesslich in den Keimdruesen gebildet wird.

Die Forscher hatten Gehirne von maennlichen und weiblichen Zebrafinken 
verglichen. In den maennlichen Gehirnen fanden die Forscher eine 
Nervenbahn zwischen zwei Hirnkernen, die den Gesang ermoeglicht. 
Diese Bahn bildet sich ab dem 20. Lebenstag. Zur Ueberraschung der 
Forscher produzierten in Kultur gehaltene Gehirnschnitte von Maennchen 
Oestrogen. Vergleichbares war bei Weibchen nicht zu ermitteln. 
Wird den weiblichen Gehirnzellen dagegen Oestrogen zugefuegt, bilden 
sie auch die zum Gesang noetigen Bahnen.
 
Quelle: University of Illinois at Urbana-Champaign (UIUC), 3.3.01 
Forschung: Carl Clayton Holloway und David F. Clayton, Department 
of Cell and Structural Biology und Beckman Institute for Advanced 
Science and Technology, UIUC, in Nature Neuroscience, Vol. 4(2), 
pp 170-175
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Neue Krankheiten durch Klimawandel?
 
Auch in Deutschland koennte die Klimaveraenderung das Gedeihen von 
Krankheitserregern und ihren Uebertraegern beguenstigen. Die Aus-
breitung solcher in Europa neuer oder bislang ausgestorbener 
Krankheitserreger will eine eigens gegruendete Arbeitsgruppe der 
Universitaet Bonn untersuchen. Nach Meinung der Forscher koennte 
eine globale Temperaturerhoehung beispielsweise die Entwicklung 
von Malaria-Erregern in hiesigen Breiten foerdern. Gleiches gelte 
fuer Parasiten aus der Gruppe der Leishmanien. 

Die jeweiligen Uebertraeger, Anopheles-Muecken und Sandmuecken, 
seien in Deutschland heimisch bzw. in der letzten Zeit erstmals 
nachgewiesen worden. Auch eine zunehmende Ausbreitung bestimmter 
Zeckenarten, die Hundeseuchen oder fuer Menschen gefaehrliche 
Bakterien uebertragen, sei beobachtet worden. Gleiches gelte fuer 
Viruskrankheiten, die von Stechmuecken uebertragen werden.
 
Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Bonn, 6.3.01 
Forschung: Walter A. Maier, Arbeitsgruppe fuer Medizinische Arachno-
Ethologie und Medizinische Zoologie (MAEZo), Institut fuer 
Medizinische Parasitologie, Uni Bonn

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