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MorgenWelt HEUTE vom 22.3.2001
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1. Neuer menschlicher Urahn entdeckt
2. Arktische Eishobel
3. Neutrinosuche im ewigen Eis
4. Geburtshilfe bei Amoeben
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Neuer menschlicher Urahn entdeckt

In Kenia sind fossile Spuren eines bisher unbekannten Urmenschen 
gefunden worden. Es handelt sich um mehrere Knochen und einen fast 
kompletten Schaedel. Der Fund auf ein Alter von 3,2 bis 3,5 
Millionen Jahre geschaetzt. Die Entdeckung gelang einer kenianischen 
Forscherin und ihrem internationalen Team am Turkana-See im Norden 
des Landes.
 
Die Forscherin hat ihren Fund "Kenyanthropus platyops" genannt, 
was soviel wie "flachgesichtiger Mensch aus Kenia" bedeutet. 
Dieser Hominide lebte etwa zeitgleich zum Australopithecus afarensis, 
dessen bekanntestes Exemplar die 3,2 Millionen Jahre alte Lucy ist. 
Ihr Skelett war Mitte der 70er Jahre in AEthiopien entdeckt worden.

Der neue Fund deutet nach Meinung der Forscher darauf hin, dass es 
nicht nur eine Linie von Hominiden gegeben haben kann. Vermutlich sei 
die fruehe menschliche Entwicklung komplexer gewesen als bislang 
angenommen. Der Schaedel lasse Verbindungen zu mehreren anderen 
Hominiden moeglich erscheinen. Die kleinen Zaehne des Fruehmenschen 
deuten nach Meinung der Forscher auf eine Mischkost aus Fleisch und 
Pflanzen hin. Deshalb habe die Spezies wohl problemlos neben dem 
vegetarisch orientierten Nachbarn aus Aethiopien leben koennen.

Quelle: Nature, 22.3.01, Vol. 410, No. 6827, pp 433-440 
Forschung: Meave G. Leakey, Fred Spoor, Ian McDougall 
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Arktische Eishobel
 
Die Arktis war waehrend der letzten Eiszeiten vermutlich von 
kilometerdicken Eispanzern bedeckt. Darauf weisen Schleifspuren und 
Gesteinstruemmer hin, die amerikanische Forscher am Grund des 
Nordpolarmeeres entdeckt haben. Vor zwei Jahren waren die Forscher 
an Bord eines Unterseebootes der US-Marine unter dem arktischen 
Eissschild gekreuzt. Mit verschiedenen Sonartechniken kartierten 
sie dabei den Meeresgrund. 

Direkt unter dem Nordpol und im Bereich des kanadischen Kontinental-
schelfs stiessen sie dabei auf parallel verlaufende Rinnen und 
abgeschliffene Unterseeberge in bis zu 1.000 Meter Tiefe. Nach Ansicht 
der Wissenschaftler stammen diese Spuren von sehr schnell wachsenden 
Eiszungen, die sich waehrend der Eiszeiten von Nordamerika und von 
Europa aus in Richtung Nordpol geschoben haben. Diese Zungen muessen 
ueber einen Kilometer dick und mehrere hundert Kilometer lang gewesen 
sein, glauben die Forscher.

Der Fund ist besonders fuer die Klimaforschung interessant. 
Solche gewaltigen Eisschilde reflektieren naemlich den Grossteil 
des einfallenden Sonnenlichtes. Ihr Kommen und Gehen wirkt sich daher 
auch auf das Erdklima aus.

Quelle: Ohio State University / Nature, 22.3.01 
Forschung: Leonid Polyak, Byrd Polar Research Center, Ohio State 
University, Columbus; Margo Edwards, University of Hawaii; in Nature, 
Vol. 410, No. 6827, 22.3.01, pp 453-457
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Neutrinosuche im ewigen Eis

Eine Detektoranlage in der Antarktis hat erstmalig hochenergetische 
Neutrinos aus den Tiefen des Kosmos registriert. Damit oeffnet sich 
fuer die Astronomen ein neues Fenster ins All. Neutrinos sind geister-
hafte Teilchen, nahezu masselos, die mit fast Lichgeschwindigkeit durchs 
All fliegen. Die Neutrinos koennen selbst Planeten fast ungehindert 
durchqueren. Ihr Nachweis ist daher ausgesprochen schwierig. 

Mit Hilfe grosser Wassertanks konnten die Astronomen bereits Neutrinos 
aufspueren, die durch die Kernreaktionen im Inneren der Sonne erzeugt 
werden. Um nun auch hochenergetische Neutrinos aus fernen Galaxien 
beobachten zu koennen, haben die Forscher empfindliche Detektoren bis 
zu zwei Kilometer tief in das Eis der Antarktis eingelassen. Diese 
Detektoranlage namens AMANDA registriert Licht, das erzeugt wird, 
wenn Neutrinos mit Atomkernen des gefrorenen Wassers kollidieren. 
Die Eismassen am Suedpol sind rein und klar genug, um dieses Licht 
ueber weite Strecken sichtbar zu machen. 

AMANDA ist fuer die Forscher nur der erste Schritt, das Fenster der 
Neutrinostrahlung fuer die Astronomie zu oeffnen. Als naechstes soll 
eine IceCube genannte Anlage entstehen, die einen ganzen Kubik-
kilometer des arktischen Eises ueberwacht. 

Quelle: Nature, 22.3.01, Vol. 410, No. 6827, pp 441-443
Forschung: Robert Morse, University of Washington 
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Geburtshilfe bei Amoeben
 
Auch bei Amoeben verlaeuft eine "Geburt" nicht immer problemlos. 
Israelische Forscher haben entdeckt, dass bei einer Amoebenart 
Mutter- und Tochterzelle haeufig noch ueber einen Faden aus Zellplasma 
zusammenhaengen. Doch Hilfe ist schnell zur Stelle: Weitere Amoeben 
eilen herbei und durchtrennen die Nabelschnur. 

Normalerweise schnuert sich bei Amoeben die Mutterzelle zu einem 
sanduhrfoermigen Gebilde ein. Doch bei der Amoebenart Entamoeba invadens, 
die im Darm von Schlangen lebt, stoppt dieser Prozess, bevor die 
Trennung komplett ist. In dieser misslichen Lage setzen die Amoeben 
einen Signalstoff frei. Andere Amoeben werden durch diesen Stoff 
angelockt und steuern zielgenau die Verbindung zwischen Mutter- und 
Tochterzelle an. Sie zwaengen sich zwischen die verbundenen Zellen 
und kappen so die Verbindung. 

Ungeklaert ist noch, woraus der Signalstoff besteht und ob er mit 
Absicht freigesetzt wird. Die Forscher vermuten, dass die Membran 
des extrem in die Laenge gezogenen Plasmafadens ihre Struktur verliert 
und unfreiwillig Membranmolekuele freigesetzt werden. Andere Amoeben 
koennten in diesen Molekuelen eine lohnende Nahrungsquelle sehen und 
daher zu Hilfe eilen.

Quelle: Weizmann Institute, 21.3.01 
Forschung: Elisha Moses, David Mirelman, David Biron, Weizmann Institute, 
Rehovot, Israel, in Nature, Vol. 410, No. 6827, 22.3.01, pp 430-431
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