MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 10.4.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Genarchiv wegen MKS 2. Streptokokken-Genom entschluesselt 3. Virusgene an Schizophrenie beteiligt? 4. Neutronensterne erzeugen Edelmetalle ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Genarchiv wegen MKS Britische Wissenschaftler haben eine Genbank gegruendet, um das Erbgut seltener Schaf-Rassen zu bewahren. Die Forscher sehen das Ueberleben der Schafe durch die Maul- und Klauenseuche gefaehrdet. Vom Aussterben bedroht sei derzeit das Herdwick-Schaf, das nur im mittelenglischen Lake-District vorkomme. Vor der Maul- und Klauenseuche gab es rund 100.00 Herdwick-Schafe. Die Tiere leben in nahezu freier Wildbahn. Sie muessen kaum beaufsichtigt werden, weil sie stark in ihrem Lebensraum verwurzelt sind. Jede neue Generation von Herdwick-Schafen lernt von den Eltern, wo es sich am besten grasen laesst. Ein Viertel der Bestaende sei inzwischen getoetet worden, warnen jetzt die Forscher. Sie befuerchten, dass die biologische Vielfalt der britischen Schafzucht starkt dezimiert werden koennte. Wissenschaftler der Universitaeten in York und Leeds haben deshalb in einer Eil-Aktion eine Genbank initiiert. Unterstuetzt wird das Projekt von wissenschaftlichen Stiftungen und dem britischen Landwirtschaftsministerium. Die Forscher fordern ausserdem, die bisherige Schlachtpolitik zu ueberdenken. Es duerfe nicht mehr jedes Tier im Umkreis von drei Kilometern um einen Seuchenherd getoetet werden. Quelle: BBC, 9.4.01 Forschung: Dianna Bowles, Heritage GeneBank, University of York ------------------------------------------------------------------- Streptokokken-Genom entschluesselt Das Genom des Bakteriums Streptococcus pyogenes haben amerikanische Forscher jetzt entschluesselt. Das ringfoermige Erbgut des Bakteriums umfasst demnach nur 1,9 Millionen Basenpaare. Dies sind etwa halb so viele wie beim Darmbakterium Escherichia coli. Streptococcus zeigt aber verblueffende Merkmale, die das Bakterium zu einem der vielseitigsten Krankheitserreger des Menschen machen. Nach Ansicht der Forscher enthaelt das Streptokokken-Erbgut die Information fuer etwa 1800 Proteine, von denen rund ein Drittel bisher unbekannt waren. Unter den bereits bekannten Proteinen finden sich ueber 40 Virulenzfaktoren. Diese ermoeglichen es dem Bakterium, sich im menschlichen Koerper anzusiedeln und Koerpergewebe anzugreifen. Weitere Proteine dienen vermutlich dazu, das Bakterium vor dem Immunsystem zu tarnen. Zudem hat sich das Bakterium im Laufe der Zeit das Erbgut von vier Bakteriophagen einverleibt. Sie erweitern die krankmachenden Faehigkeiten der Streptokokken betraechtlich, weil sie mehrere Gene fuer so genannte Super-Antigene enthalten. Die Super-Antigene koennen das menschliche Immunsystem zu einer stark ueberschiessenden Reaktion veranlassen. Nur an Genen fuer den normalen Energiestoff- wechsel mangelt es den Streptokokken. In dieser Hinsicht sind sie auf ihren Wirt angewiesen. Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS) / Nature Science Update, 9.4.01 Forschung: Joseph F. Ferretti, William M. McShan, Robert McLaughlin, Department of Microbiology and Immunology und Department of Biochemistry, University of Oklahoma, Norman, in PNAS, Vol. 98, No. 8, 10.4.01, pp 4658-4663 ------------------------------------------------------------------- Virusgene an Schizophrenie beteiligt? Im Laufe der Zeit haben zahlreiche Viren ihre Gene in das Erbgut des Menschen integriert. Diese Gene werden von Eltern an ihre Nachkommen vererbt und sind normalerweise stumm. Werden sie jedoch aktiviert, koennten sie zur Entstehung von Krankheiten beitragen. Neue Belege fuer diese Annahme fanden amerikanische und deutsche Gehirnforscher jetzt. Demnach koennten virale Gene an vielen Schizophrenie-Erkrankungen beteiligt sein. Die Forscher analysierten die Gehirn- und Rueckenmarksfluessigkeit von Schizophrenie-Patienten. Verglichen wurden sie mit Proben von Personen, die an einer anderen bzw. an keiner neurologischen Erkrankung litten. In den Proben von rund einem Drittel der Schizophrenie- Patienten fanden die Forscher Erbgut in Form von RNA fuer ein Virus-Protein. Das Vorhandensein dieser RNA zeigte an, dass das entsprechende virale Gen aktiviert worden war. In den Proben von den Kontroll- personen liess sich diese RNA jedoch nicht nachweisen. Die Wissen- schaftler glauben, dass die Entdeckung die Diagnose von Schizophrenie- Erkrankungen sicherer machen kann. Zudem koennten sich neue Behandlungsansaetze ergeben, bei denen die Aktivitaet der Virusgene unterdrueckt wird. Quelle: Proceedings of the National Academy of Sciences (PNAS), 9.4.01 Forschung: Håkan Karlsson, Department of Neuroscience, Karolinska Institute, Stockholm; Robert H. Yolken, Department of Pediatrics, Johns Hopkins School of Medicine, Baltimore; Johannes Schroeder, Psychiatrische Klinik der Uni Heidelberg, in PNAS, Vol. 98, No. 8, 10.4.01, pp 4634-4639 ------------------------------------------------------------------- Neutronensterne erzeugen Edelmetalle Bei der Kollision von Neutronensternen koennen Edelmetalle wie Gold und Platin erzeugt werden. Das hat ein Team britischer und schweizer Forscher in aufwaendigen Computersimulationen berechnet. Nahezu alle chemischen Elemente ausser Wasserstoff und Helium werden durch Kernfusion im Inneren von Sternen erzeugt. Elemente, die schwerer als Eisen sind, koennen aber in Sternen waehrend ihres normalen Lebens nicht in der Menge produziert werden, wie sie in unserem Kosmos beobachtet werden. Die Astronomen vermuten daher seit langem, dass Elemente wie Gold oder Platin durch den Einfang zusaetzlicher Kernbausteine unter extremen physikalischen Bedingungen erzeugt werden. In Frage kommen dafuer die Explosion von Sternen, so genannte Supernovae, und der Zusammenprall der extrem dichten Neutronensterne. Die Wissenschaftler konnten in ihren Simulationen nun erstmalig zeigen, dass Temperatur und Dichte beim Zusammenstoss von Neutronensternen tatsaechlich ausreichen, um die schweren Elemente in der beobachteten Haeufigkeit zu produzieren. Quelle: Science Now, 10.4.01 Forschung: Stephen Rosswog, University of Leicester ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.morgenwelt.de/nachrichten Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Immer noch Single? 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