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MorgenWelt HEUTE vom 18.4.2001
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1. Die dunkle Seite des Mondes
2. Gedehnte Nerven wachsen wieder
3. Einrad fuer alle!
4. Alkoholismus-Enzym entdeckt? 
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Die dunkle Seite des Mondes

Die dunkle Seite des Mondes kann Aufschluss ueber die Entwicklung 
des irdischen Klimas geben. Das konnten jetzt amerikanische 
Wissenschaftler nachweisen. Denn die nicht von der Sonne beschienene 
Seite des Erdtrabanten ist nicht voellig dunkel: Sie wird von der 
Erde beleuchtet. Dieser Erdschein haengt vom Rueckstrahlvermoegen 
der Erde, der so genannten "Albedo", ab. 

Die seit sieben Jahren durchgefuehrten Messungen der amerikanischen 
Forscher zeigen nun, dass die Albedo in diesem Zeitraum um etwa 
2,4 Prozent abgenommen hat. Nach Aussage der Forscher wird das 
Klima der Erde von dem Sonnenlicht angetrieben, das absorbiert 
wird. Reflektiere die Erde weniger Licht, so werde es waermer. 
Die Abnahme des irdischen Rueckstrahlvermoegens falle mit dem 
Anstieg der Sonnenaktivitaet in den vergangenen Jahren zusammen. 
Die Forscher sehen darin einen weiteren Hinweis darauf, dass die 
Aktivitaet der Sonne das Klima auf der Erde beeinflusst.

Quelle: American Geophysical Union, 17.4.01 
Forschung: Philip R. Goode, New Jersey Institute of Technology, 
California Institute of Technology (Caltech)
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Gedehnte Nerven wachsen wieder
 
Nervenzellen lassen sich durch mechanisches Dehnen wieder zum 
Wachstum anregen. Nach Berichten amerikanischer Neurowissenschaftler 
nimmt der als Axon bezeichnete Hauptfortsatz einer Nervenzelle sein 
Wachstum wieder auf, wenn man ihn schrittweise in die Laenge zieht.

Normalerweise stellen Nervenzellen ihr Wachstum ein, wenn sie ihren 
Platz im Nervensystem gefunden haben. In einem wachsenden Kind muessen 
aber auch fertig entwickelte Nervenzellen noch die Groessenaenderung 
des Koerpers mitmachen. Um diesen Vorgang nachzuahmen, liessen die 
Forscher Nervenzellen in einer Zellkultur ueber die Luecke zwischen 
zwei Kunstmembranen wachsen. Mit einem sehr fein arbeitenden Motor 
zogen sie diese zwei Membranen dann in Schritten von rund zehn 
Mikrometern pro Minute auseinander. Auf diese Weise konnten sie die 
Nervenzellen schliesslich um bis zu einen Zentimeter verlaengern.

Nach Ansicht der Wissenschaftler veranlasst die Dehnung den Nerven-
fortsatz, sein internes Proteinskelett weiter auszubauen und so der 
Streckung zu folgen. Mit dieser Technik lassen sich moeglicherweise 
Implantate zur Behandlung von Nervenschaeden herstellen, wie sie 
etwa bei Wirbelsaeulenverletzungen auftreten. 
 
Quelle: University of Pennsylvania Medical Center, 17.04.01 
Forschung: Douglas Smith, J.A. Wolf und D.F. Meaney, Department of 
Neurosurgery, University of Pennsylvania, Philadelphia, in Tissue 
Engineering, Vol. 7(2), April 2001, pp 131-140
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Einrad fuer alle!

Einrad-Fahrer brauchen kuenftig keinen ausgepraegten Gleichgewichts-
sinn mehr. Wissenschaftler der Fachhochschule Bielefeld haben ein 
elektrisches Einrad entwickelt, bei dem moderne Elektronik die Balance 
haelt. Dafuer messen Sensoren den Neigungswinkel des Rades und melden 
ihre Daten an einen hochdynamischen Elektromotor. Dieser korrigiert 
das Gefaehrt laufend, sodass der Gesamtschwerpunkt genau ueber der 
Radachse zu liegen kommt. Dadurch werde der Einsatzbereich von Einrad-
Fahrzeugen wesentlich erweitert und ein absolut neuartiges Fahrgefuehl 
erzeugt, sagen die Forscher.

Die Bielefelder Wissenschaftler haben ihr "Einrad fuer jedermann" 
inzwischen zum Patent angemeldet. Vor allem im Freizeit- und Spass-
bereich, so glauben sie, werde das neue Fahrzeug ein Erfolg. Aber auch 
zum Transport von Guetern und Waren sehen sie Einsatzmoeglichkeiten. 
Wegen seiner kleinen Abmessungen lasse sich das wendige Einrad-Fahrzeug 
praktisch ueberall in Hallen, Gebaeuden und Anlagen eingesetzen. 
Der Prototyp wird naechste Woche auf der Hannover Messe der 
Oeffentlichkeit vorgestellt.

Quelle: idw 17.4.01
Forschung: Professor Dr.-Ing.habil. Klaus Hofer, Fachhochschule 
Bielefeld, Fachbereich Elektrotechnik und Energietechnik
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Alkoholismus-Enzym entdeckt?
 
Die Anfaelligkeit fuer Alkoholismus scheint zumindest teilweise auf 
genetische Einfluesse zurueckzugehen. Wie genau aber genetische 
Faktoren zur Alkoholsucht beitragen, konnte bislang noch nicht geklaert 
werden. Forscher der Universitaet Bonn haben jetzt Anzeichen gefunden, 
dass neurochemische Substanzen dabei eine wichtige Rolle spielen. 
Demnach entscheiden die Erbanlagen mit, in welchen Mengen solche 
Substanzen im Gehirn gebildet werden. Einem speziellen Enzym soll 
hierbei die Schluesselrolle zukommen.

Das Enzym soll im Gehirn die Bildung der Substanz Salsolinol anregen. 
Der Stoff kann aehnlich wie Dopamin Gluecksgefuehle erzeugen. 
Salsolinol wird vor allem in denjenigen Gehirnregionen gebildet, 
die fuer die Entstehung der Alkoholsucht verantwortlich sind. 
Bei Alkoholgenuss steigt dort der Salsolinol-Spiegel deutlich an.

Die Bonner Forscher entdeckten Indizien dafuer, dass zumindest ein 
Teil der Substanz durch ein Enzym gebildet wird. Personen, denen die 
genetische Information fuer dieses Enzym fehlt, sind vermutlich besser 
vor Alkoholismus geschuetzt als solche, die den Bauplan in ihren Genen 
mit sich herumtragen. 
 
Quelle: Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universitaet Bonn, 18.4.01 
Forschung: Dr. Frank Musshoff, Institut fuer Rechtsmedizin der 
Universitaet Bonn

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