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MorgenWelt HEUTE vom 27.4.2001
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1. AElteste Stadt Amerikas ist 4600 Jahre alt
2. Publikations-Streik in Vorbereitung
3. Erste Phase der Planetenentstehung beobachtet 
4. Nur mutige Wuermer fressen alleine 
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AElteste Stadt Amerikas ist 4600 Jahre alt

Die aeltestes Stadt Suedamerikas, die Ruinenstadt Caral in Peru, 
entstand schon zur Zeit der Pyramiden vor rund 4600 Jahren. 
Die Stadt ist damit rund 800 Jahre aelter als bisher angenommen. 
Die Neu-Datierung hat ein internationales Archaeologen-Team jetzt 
im Magazin "Science" veroeffentlicht. 

Die Stadt Caral liegt rund 190 Kilometer noerdlich von Lima und 
erstreckt sich ueber einen Berghang im Supe-Tal in den Anden. 
Sie besteht aus Steinbauten und Bewaesserungssystemen, die in 
mehreren Plattformen uebereinander lagern. Die groesste Plattform 
war ueber 150 Meter lang und soll 18 Meter hohe Gebaeude getragen 
haben.

Die Stadt wurde schon in den Jahren 2600 bis 2000 vor Christus 
erbaut. Bisher waren aus dieser Epoche Suedamerikas nur Siedlungen 
in Dorfgroesse bekannt. Die ersten ueberlieferten Staedte 
entstanden erst rund 1000 Jahre spaeter. Caral wurde schon im 
Jahr 1905 entdeckt, konnte bisher aber nicht datiert werden. 
Die Zeit der Stadtgruendung haben die Forscher jetzt mit Hilfe 
einer Radiokarbonanalyse von Baustoff-Saecken ermittelt. 
Die damaligen Bauarbeiter hatten die so genannten Shicra-Saecke 
in die von ihnen errichteten Gebaeude eingemauert.

"Unsere Entdeckung belegt, dass schon Jahrhunderte frueher als 
gedacht eine grosse, komplexe Gesellschaft an Perus Kueste 
entstand", sagt Jonathan Haas, an der Forschung beteiligter 
Anthropologe des Field Museums in Chicago. Er glaubt, "die Bauern 
von Caral koennten Amerikas erste Pioniere im Kanalbau gewesen 
sein." Durch ihr Bewaesserungssystem erschloss sich die Stadt 
Caral Land zum Anbau von Baumwolle, Bohnen, Kuerbissen und 
anderen landwirtschaftlichen Produkten. Nur nach Getreide haben 
die Archaeologen bisher vergeblich gesucht.
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Publikations-Streik in Vorbereitung

Zwischen Wissenschaftlern und Verlegern von Fachzeitschriften 
droht ein Streit um Urheberrechte zu eskalieren. Weltweit haben 
Forscher angekuendigt, ab September keine wissenschaftlichen 
Beitraege mehr zu veroeffentlichen. Sie wollen die Fachverlage 
auf diese Weise zwingen, aeltere Forschungsbeitraege einem freien 
Archiv zu ueberlassen. 

Die so genannte "OEffentliche Bibliothek der Wissenschaft" 
("Public Library of Science", kurz Plos) soll ueber das Internet 
allen interessierten Forschern frei und kostenlos zur Verfuegung 
gestellt werden. Fachzeitschriften haetten demnach nur bis zu 
einem gewissen Verfallsdatum die Nutzungsrechte an den Beitraegen. 
Bisher liegt das Copyright fuer wissenschaftliche Texte nicht 
bei den Autoren, sondern den Verlagen.

Die Initiatoren der Plos-Idee haben nach eigenen Angaben bereits 
ueber 18.000 Unterstuetzer gefunden. Zu den Wissenschaftlern aus 
rund 150 Laendern, die den Streik mittragen wollen, gehoeren auch 
eine Reihe von Nobelpreistraegern. Von seiten der Fachzeitschriften 
haben sich dagegen erst sieben Titel zu einer Zusammenarbeit mit 
dem Internet-Archiv bereit erklaert. Die beiden groessten Organe 
"Nature" und "Science" haben noch keine endgueltige Entscheidung 
getroffen.
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Erste Phase der Planetenentstehung beobachtet

Amerikanische Astronomen haben erstmals die erste Phase einer 
Planeten-Entstehung beobachtet. Die Wissenschaftler richteten 
das Weltraumteleskop Hubble auf Staubscheiben um Sterne in der 
Konstellation Orion. Zur UEberraschung der Himmelsforscher zeigt 
der Staub eine graue Farbe. 

Die Staubkoerner im Weltall sind normalerweise so klein, dass sie 
Licht nicht absorbieren, sondern durch Brechung rot verfaerben. 
Dass der Staub um die Sterne im Orion grau ist, zeigt den Forschern, 
dass seine Partikel mindestens 1000mal so gross sind wie bei 
normalem Weltraumstaub.
 
In den Staubscheiben hat also der seit langem theoretisch vorher-
gesagte, bislang aber nicht direkt beobachtetete Prozess begonnen, 
aus dem einmal Planeten entstehen. Ob dieser Prozess bei den 
Sternen im Orion aber zum Erfolg fuehrt, ist nach Meinung der 
Astronomen fraglich. Denn in der Umgebung stehen sehr viele heisse 
Sterne, die mit ihrer ultravioletten Strahlung das Gas und den 
Staub fortblasen - moeglicherweise, bevor sich aus dem Staub 
Planeten bilden koennen.
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Nur mutige Wuermer fressen alleine
 
Die Angst treibt Nematoden dazu, gemeinschaftlich zu fressen. 
Dies hat eine amerikanische Forscherin jetzt festgestellt. In ihren 
Versuchen setzte sie Wuermer der Art Caenorhabditis elegans mit 
E.coli-Bakterien zusammen, deren Geschmack die Wuermer verabscheuen. 
Wenn sie jedoch keine andere Nahrung finden, rotten sich deutsche 
und australische Nematoden zum gemeinsamen Mahl zusammen. Britische 
Wuermer frassen dagegen lieber alleine.

Um der Ursache fuer dieses unterschiedliche Verhalten auf die Spur 
zu kommen, untersuchten die Forscherin und ihre Kollegen ueber 
zweitausend Wurm-Gene. Mit Hilfe von so genannten Gen-Chips fanden 
sie, dass die Einzelgaenger und die Gruppentiere sich in 73 Genen 
unterscheiden. Die Forscherin glaubt, dass sich diese Unterschiede 
auf das Selbstvertrauen der Wuermer auswirken. Wenn sie von den 
widerwaertig schmeckenden Bakterien umgeben seien, blieben nur die 
Tiere mit viel Selbstvertrauen alleine. Die uebrigen Tiere suchten 
foermlich die Gesellschaft der Artgenossen.

Nach Ansicht der Forscherin sind die Forschungsergebnisse nicht 
auf Fadenwuermer beschraenkt. Wie sie glaubt, koennten auf aehnliche 
Weise auch menschliche Verhaltensweisen untersucht und erklaert 
werden. 
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