MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 4.5.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. DFG fuer Forschung an embryonalen Stammzellen 2. Alaska: Voegel leiden weiter unter Exxon-Oel 3. Aids: Zunahme resistenter HIV-Staemme 4. Rotation per Laserstrahl ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- DFG fuer Forschung an embryonalen Stammzellen Der Senat der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) hat heute eine neue Stellungnahme zur Forschung mit menschlichen Stammzellen verabschiedet. Darin spricht sich die DFG erstmals fuer den Import embryonaler Stammzelllen aus. Man sei der Ansicht, "dass die Wissenschaft jetzt einen Stand erreicht hat, der sowohl potenzielle Patienten als auch Wissenschaftler in Deutschland nicht mehr von diesen Entwicklungen ausschliessen sollte", heisst es seitens der DFG. Die Forschungsgemeinschaft spricht sich dafuer aus, "zunaechst die existierenden Moeglichkeiten wie den Import von Stammzelllinien zu nutzen und an einer internationalen Standardisierung fuer die Herstellung und die Nutzung humaner embryonaler Stammzellen mitzu- arbeiten, die Wissenschaftlern in Deutschland eine Beteiligung an der internationalen Forschung mit embryonalen Stammzellen ermoeglichen wuerde. Moeglicherweise eruebrigen sich damit weitergehende Schritte wie eine Aenderung des Embryonenschutzgesetzes." Nach dem Gesetz ist eine Herstellung embryonaler Stammzellen in Deutschland derzeit verboten. Gegen einen Import sei aber nichts zu sagen, so die DFG: "Der Import von embryonalen Stammzellen faellt nicht unter das Embryonenschutz- gesetz, da diese nicht mehr totipotent, sondern nur mehr pluripotent sind. Nach Ansicht der DFG gibt es keine Rechtfertigung dafuer, die Forschung mit legal im Ausland hergestellten embryonalen Stammzellen grundsaetzlich auszuschliessen." Der DFG-Senat denkt aber auch schon weiter und haelt den blossen Import von embryonalen Stammzellen fuer "nicht ausreichend": "Er erlaubt deutschen Wissenschaftlern keinerlei Einfluss auf die Herstellung embryonaler Stammzelllinien und setzt sie unvertretbaren Abhaengigkeiten aus, sofern diese Linien aus rein kommerziellen Quellen stammen." Die DFG plaediert fuer eine Lockerung der derzeitigen Gesetze. Dies laeuft darauf hinaus, auch in Deutschland "aktiv an der Gewinnung von menschlichen embryonalen Stammzelllinien zu arbeiten." "Auch vor dem Hintergrund der juengsten deutschen Geschichte" sei sich die DFG der Problematik bewusst, "einerseits fruehes menschliches Leben zu Forschungszwecken zwar nicht explizit herzustellen, aber doch zu verwenden. Sie ist jedoch davon ueberzeugt, dass die Empfehlungen einerseits unserem Verfassungsverstaendnis und Rechtsempfinden, andererseits aber auch einem Menschenbild entsprechen, das der wissenschaftlichen Forschung wie auch den berechtigten Interessen kranker Menschen gerecht wird." Lesen Sie dazu ergaenzend in unseren heutigen Online-News: Bulmahn gegen Einsatz embryonaler Stammzellen http://www.morgenwelt.de/news/98898462056725.shtml Erwachsene Stammzellen als Alternative? http://www.morgenwelt.de/news/98898987199867.shtml ------------------------------------------------------------------- Alaska: Voegel leiden weiter unter Exxon-Oel In Alaska leiden die Seevoegel noch immer unter den Folgen einer zwoelf Jahre alten Oelkatastrophe. Im Jahr 1989 war im Prince William Sund der Oeltanker Exxon Valdez auf Grund gelaufen und hatte grosse Teile seiner Ladung in die Bucht gespuelt. Seitdem habe sich der Vogelbestand kaum erholt, berichtet David Irons vom US Fish and Wildlife Service. Er und seine Kollegen untersuchten 17 Vogelarten ueber einen Zeitraum von acht Jahren. Bei nur vier Vogelarten konnte eine leichte Erholung beobachtet werden, waehrend neun Arten keine Verbesserungen zeigten. Bei vier weiteren Vogelarten verschlechtere sich die Situation sogar, sagte der Biologe dem Magazin "New Scientist". Schlechte Aussichten haben unter anderem Kormorane, Moewen, Lappentaucher und Seeschwalben. Der Oelkonzern ExxonMobil schaetzt die Lage ganz anders ein. Seiner Aussage zufolge ist die Umwelt im Prince William Sund "gesund, robust und gedeiht praechtig". Der Konzern stuetzt sich auf Studien des Biologen John Wiens von der University of Colorado. Dieser war zu dem Ergebnis gekommen, alle betroffenen Tierarten seien auf dem besten Wege, sich zu erholen. Dafuer muss er sich vom Kollegen Irons vorwerfen lassen, eine oberflaechliche Methodik angewandt zu haben. Irons argumentiert, die gesamte Nahrungskette sei betroffen und Fische, von denen die Voegel leben, haetten sich noch nicht erholt. Unabhaengig vom Streit der Experten muss auch ExxonMobil einraeumen, dass es den Voegeln im Prince William Sund nicht richtig gut geht. Nach Meinung des Konzerns habe man aber sowieso keine vollstaendige Wiederherstellung des urspruenglichen Zustands erwarten koennen. "Die Wassertemperaturen in der Bucht sind seit den letzten zehn Jahren um drei bis vier Grad ueber die frueheren Mittelwerte gestiegen", so der Konzern. Der Rueckgang der Voegel koenne also unabhaengig von der Oelkatastrophe mit dem globalen Temperaturanstieg zusammenhaengen. ------------------------------------------------------------------- Aids: Zunahme resistenter HIV-Staemme Unter Aids-Kranken in Grossbritannien breiten sich zunehmend HI-Viren aus, die gegen eine Behandlung resistent werden. Dies berichtet Deenan Pillary von der Universitaet Birmingham im "British Medical Journal". Pillary und sein Team hatten 69 Aids-Patienten untersucht, die sich zwischen Juni 1996 und August 2000 mit dem Erreger infiziert hatten. Bei zehn Patienten stiessen die Forscher auf HI-Viren, die bereits gegen zwei der drei wichtigsten Medikamente resistent geworden waren. Nach Berechnungen der Forscher koennte derzeit schon etwa jede vierte Neuinfektion mit resistenten Viren erfolgen. Zwar sei wiederholt das Entstehen einer Resistenz waehrend der Behandlung beobachtet worden, so der Forscher. Mittlerweile habe man es aber mit Erregern zu tun, die schon vor der Therapie immun seien. Die Wissenschaftler warnen in diesem Zusammenhang davor, auf Safer Sex zu verzichten. Allein in Grossbritannnien komme es jaehrlich zu 3000 Neuinfektionen. Dies sei ein besorgniserregendes Zeichen dafuer, dass die Praevention vernachlaessigt werde. ------------------------------------------------------------------- Rotation per Laserstrahl Mit Hilfe eines speziellen Lasers ist es Forschern der St. Andrews University in Schottland gelungen, winzige Objekte wie zum Beispiel Chromosomen in Rotation zu versetzen. "Unsere Technik koennte kuenftig eingesetzt werden, um Motoren, Mixer, Zentrifugen und andere rotierende Teile in winzigen, billigen, automatischen Geraeten anzutreiben", erlaeutert Kishan Dholakia, der das Forschungsprojekt leitet. Ausserdem koennten mit dem Verfahren biologische Strukturen in lebenden Zellen in Rotation versetzt werden, ohne diese zu beschaedigen. Das neue Verfahren baut auf der so genannten "optischen Pinzette" auf, bei der winzige Teilchen in einem fokussierten Laserstrahl gefangen werden und mit dem Strahl hin- und her bewegt werden koennen. Dholakia und seine Kollegen benutzen zwei Laserstrahlen, deren Strahlung sich so ueberlagert, dass sich ein spiralfoermiges Muster herausbildet. Durch AEnderungen des einen Laserstrahls kann diese Spirale dann in Rotation versetzt werden. Teilchen, die in den "Armen" der Spirale gefangen sind, koennen so in Drehung versetzt werden. "Das schoene an unserer Technik ist, dass wir bestimmen koennen, wie weit sich die Spirale drehen soll und wie schnell", erlaeutert Dholakia, "dadurch koennen wir die Rotation des Teilchens voll kontrollieren!" ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---------------------------------------------------------------------- Kein Mensch schreibt Ihnen? 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