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MorgenWelt HEUTE vom 8.5.2001
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1. Tauben verbreiten Pilz bei Stadtkindern 
2. Vitaminmangel an Alzheimer beteiligt? 
3. Das groesste Flugzeug der Welt fliegt wieder
4. Materie-Killer im All: Scheibe mit Loch
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Tauben verbreiten Pilz bei Stadtkindern

Ein Pilz, der Infektionen im zentralen Nervensystem verursachen 
kann, ist bei amerikanischen Stadtkindern weit verbreitet. Wie Dr. 
David Goldmann vom New Yorker Albert Einstein College of Medicine 
berichtet, sind rund 70 Prozent aller Kinder ueber fuenf Jahren 
mit dem Pilz namens Cryptococcus neoformans infiziert. Bei Kindern 
unter fuenf Jahren traegt etwa jedes zweite den Pilz mit sich.

Betroffen sind vor allem Stadtkinder, weil der Pilz durch Taubenkot 
verbreitet wird. Die Infektion erfolgt durch das Einatmen. 
Moeglicherweise sei der Pilz an haeufigen Kinderkrankheiten 
beteiligt, spekulieren die Forscher. Die Verbindung zwischen 
dem Pilz und akuten Infektionen sei aber bisher noch nicht untersucht 
worden. "Wir kennen die Langzeitfolgen der Infektion nicht", raeumt 
Goldmann ein, "aber es ist ganz klar, dass ihr sehr viele Kinder 
ausgesetzt sind. Hier koennte eine potentielle Ursache fuer 
zahlreiche Kinderkrankheiten liegen."

Eindeutig nachgewiesen ist dagegen die Gefaehrlichkeit des Pilzes 
fuer AIDS-Patienten. Cryptococcus neoformans gilt bei HIV-Infizierten 
als wichtiger Verursacher von Infektionen des zentralen Nervensystems.

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Vitaminmangel an Alzheimer beteiligt?

Ein Mangel an B-Vitaminen erhoeht moeglicherweise das Risiko, 
an Alzheimer zu erkranken. Diese Vermutung haben jetzt schwedische 
Forscher geaeussert, die eine Langzeitstudie mit Senioren ueber 
75 Jahren betreuen. Sie untersuchten im Rahmen der Studie 78 
Alzheimer-Patienten und stellten bei 46 Betroffenen einen Mangel 
an Vitamin B12 und Folsaeure fest, die ebenfalls zum Vitamin-B-
Komplex gehoert.

Zu wenig Vitamin B12 und Folsaeure koennen nach Meinung der Forscher 
die Signaluebermittlung im Gehirn beeintraechtigen. Ein Defizit an 
beiden Vitaminen steht auch im Verdacht, fuer erhoehte Homocystein-
Werte verantwortlich zu sein. Homocysteine koennen Nervenzellen 
schaden. "Eine Ueberwachung der Vitamin-Werte koennte auch fuer 
jene alten Menschen wichtig sein, die noch bei guter Gesundheit 
sind", meint Hui-Xin Wang, der in Stockholm an den Forschungen 
beteiligt ist.

Seit rund dreissig Jahren sind schwedische Wissenschaftler den 
Folgen von Vitaminmangel auf der Spur. Die moegliche Verbindung 
zur Alzheimerschen Krankheit ist aber erst jetzt in das Zentrum 
der Ueberlegungen gerueckt. Noch ist der Zusammenhang mit 
Vitaminmangel nicht eindeutig bewiesen, betonte Prof. David Smith 
vom britischen Alzheimer's Research Trust gegenueber der BBC. 
Er schlaegt vor, die Wirkung von speziellen Vitaminpraeparaten 
bei Alzheimer-Patienten zu testen.

Trotzdem raten die Forscher schon jetzt gerade alten Menschen, 
auf eine ausgewogene Ernaehrung zu achten. Vitamin B12 und Folsaeure 
finden sich unter anderem in Leber, Eiern und Milchprodukten. 
Reichlich Folsaeure kann man auch ueber Spinat und Erbsen zu sich 
nehmen.
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Das groesste Flugzeug der Welt fliegt wieder 
 
Das groesste Flugzeug der Welt, die Antonov 225 hat den Himmel 
zurueckerobert. Vor zehn Jahren, nach dem Zusammenbruch der 
Sowjetunion, war die gewaltige Maschine zunaechst aus Geldgruenden 
eingemottet worden. Damals existierten gerade zwei Prototypen 
dieses Flugzeuges, nur eines war tatsaechlich einmal geflogen. 
Urspruenglich war die Antonov 225 konstruiert worden, um den 
sowjetischen Space-Shuttle "Buran" zu transportieren.

Jetzt absolvierte eine weiterentwickelte Version des Flugzeuges 
ihren ersten erfolgreichen 15minuetigen Testflug in der Naehe 
von Kiew. Wie die Herstellerfirma mitteilte, sei man zuversichtlich, 
bereits in sechs Wochen kommerzielle Fluege anbieten zu koennen. 
Die Antonov 225 kann mit ihren sechs Triebwerken immerhin 250 Tonnen 
Fracht bewegen, doppelt so viel, wie das bisher groesste Flugzeug. 
Ihr gewaltiger Laderaum kann fast 80 PKWs aufnehmen. Im Juni soll 
die neue Antonov 225 auf der franzoesischen Luftfahrtschau Le Bourget 
der Oeffentlichkeit vorgestellt werden.
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Materie-Killer im All: Scheibe mit Loch 
 
Die so genannten "Akkretionsscheiben" bei Schwarzen Loechern enden 
wesentlich weiter aussen als bislang von den Astronomen vermutet. 
Das ist das Ergebnis von Beobachtungen des Schwarzen Lochs 
XTE J1118+480 mit gleich vier im Weltall stationierten Teleskopen. 
 
XTE J1118+480 wird von einem sonnenaehnlichen Stern umkreist. 
Durch die starke Schwerkraft wird dem Stern Materie entrissen. 
Sie sammelt sich in einer flachen Scheibe - eben der 
"Akkretionsscheibe" - um das Schwarze Loch an. Von dort stuerzt die 
Materie dann in spiralfoermigen Bahnen in das Schwarze Loch hinein, 
wobei sie Roentgenstrahlung aussendet.

Bislang dachten die Forscher, dass die Akkretionsscheibe bis 
nahe an den "Ereignishorizont" des Schwarzen Lochs heranreicht. 
Innerhalb dieses Ereignishorizonts wird die Schwerkraft so stark, 
dass nicht einmal Licht mehr nach aussen zu dringen vermag.

Die konzertierte Beobachtung von XTE J1118+480 mit dem Hubble 
Space Telescope, dem Extreme Ultraviolet Explorer, dem Rossi X-ray 
Timing Explorer und dem Roentgensatelliten Chandra zeigt nun jedoch, 
dass die Akkretionsscheibe bereits etwa 1000 Kilometer ueber dem 
Ereignishorizont endet. "Das ist ein Riesenunterschied zu den 40 
Kilometern, die bislang angenommen wurden", erklaert Jeffrey 
McClintock vom Harvard-Smithsonian Center for Astrophysics in Boston, 
der das Forschungsprojekt leitet. 
 
Mit Hilfe ihrer Beobachtungen hoffen die Astronomen besser zu 
verstehen, wie der Einfall von Materie in ein Schwarzes Loch im 
Einzelnen ablaeuft, und wie dabei die energiereiche Roentgenstrahlung 
freigesetzt wird.
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