MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 11.7.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. ISS-Rettungskapsel: Erfolgreicher Testflug 2. Wale weiter vom Aussterben bedroht 3. Musikvorlieben werden vor der Geburt gepraegt 4. Naturheilkunde macht Operationen riskant ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- ISS-Rettungskapsel: Erfolgreicher Testflug Die amerikanische Raumfahrtbehoerde Nasa hat gestern mit Erfolg den Prototyp einer Rettungskapsel fuer die Internationale Raumstation ISS getestet. Das unbemannte Fluggeraet mit der Bezeichnung X-38 wurde von einem B-52-Flugzeug aus rund elf Kilometern Hoehe abgeworfen. Ohne eigenen Antrieb glitt die Kapsel, unterstuetzt von einem gigantischen Gleitschirm, innerhalb von 13 Minuten hinab und landete in einem ausgetrockneten Salzsee in Kalifornien. Es handelte sich bereits um den siebten Flugtest der X-38. Bei jedem dieser Versuche werden weitere Komponenten des Fluggeraets getestet, diesmal insbesondere die von der europaeischen Raumfahrtorganisation ESA entwickelte Software zur Steuerung des Gleitschirms. Die X-38 ist ein kleinerer Prototyp des geplanten "Crew Return Vehicles", welches den Bewohnern der ISS in Notfaellen die rasche Flucht aus der Raumstation ermoeglichen soll. Bislang dient den Astronauten eine russische Sojus als Rettungskapsel. Die Sojus kann jedoch nur drei Raumfahrer aufnehmen, das Crew Return Vehicle dagegen hat Platz fuer bis zu sieben Astronauten. ------------------------------------------------------------------- Wale weiter vom Aussterben bedroht Die Schutzmassnahmen der letzten 15 Jahre haben den Walen nur wenig geholfen. Sieben von dreizehn Walarten sind noch immer vom Aussterben bedroht. Dies geht aus einem Bericht hervor, den die Umweltstiftung World Wide Fund for Nature (WWF) jetzt vorgelegt hat. Zum einen sind die Tiere noch immer vor Walfaengern auf der Flucht. Obwohl der Walfang seit 15 Jahren durch ein internationales Moratorium eingeschraenkt ist, wurden in diesem Zeitraum ueber 21.500 Tiere getoetet. Der Walfang findet jetzt offiziell zu wissenschaftlichen Zwecken statt. Die zweite Bedrohung fuer Wale stellen laut WWF die Umweltgifte dar: "Giftige Substanzen im Meer und intensive oel- und Gasfoerderung in ihren Nahrungsgruenden bedrohen sie. Arten wie zum Beispiel der Nordkaper werden ausserdem oft bei Unfaellen mit Schiffen getoetet oder verstuemmelt", sagt Volker Homes, Walexperte beim WWF. Zudem habe das Problem des Beifangs in den Fischernetzen den Tod von Tausenden von Walen waehrend der letzten 30 Jahre gefordert. Zu diesen Bedrohungen kaemen noch die Effekte des Klimawandels und der Lebensraumverschlechterung. Zu den gefaehrdeten Arten zaehlen laut WWF unter anderem Populationen des Grauwals. Durch ueberjagung ist er im Atlantik ausgestorben. Im Nordwestpazifik wird sein Bestand auf nur noch 100 bis 200 Tiere geschaetzt. Auch die Anzahl der Nordkaper im Nordostatlantik ist inzwischen so gering, dass sie bald fuer immer von unserer Erde verschwunden sein koennten, befuerchten die Umweltschuetzer. Die Anzahl anderer Walarten, einschliesslich Delphine und Tuemmler, sei auf einem kritischen Tiefpunkt. Als Alternative zum Walfang empfiehlt der WWF das so genannte "Whale Watching": Diese Art von Tourismus habe im Jahr 2000 rund neun Millionen Walfreunde angezogen und fuer einen Rekorderloes von ueber zwei Milliarden Mark gesorgt. In Island sei die Zahl der Teilnehmer der Walbeobachtung von 100 im Jahr 1991 auf 44.000 im letzten Jahr gestiegen. Juengste Analysen kommen laut WWF zu dem Schluss, dass der oekonomische Wert der Walbeobachtungen fuer die islaendische Wirtschaft hoeher ist als ein moeglicher Gewinn durch den kommerziellen Walfang - sollte Island diesen wieder aufnehmen. Der WWF-Bericht erscheint im Vorfeld der Jahrestagung der Internationalen Walfang-Kommission (IWC). Sie wird Mitte Juli in London zusammenkommen, um neue Fangquoten auszuhandeln. ------------------------------------------------------------------- Musikvorlieben werden vor der Geburt gepraegt Welche Musik Kinder gerne hoeren, wird schon waehrend der Schwangerschaft der Mutter gepraegt. Saeuglinge erinnern sich noch ein Jahr nach ihrer Geburt daran, was sie als Unbeborene gehoert haben. Diesen Zusammenhang konnte Dr. Alexandra Lamont von der Universitaet Leicester jetzt in einer Studie mit elf Babys nachweisen. Die Muetter hatten ihrem Nachwuchs drei Monate vor der Geburt wiederholt ihre eigene Lieblingsmusik vorgespielt. Das Spektrum reichte von Mozart und Vivaldi ueber Reggae bis zu Popmusik. Nach der Geburt wurden den Babys die gehoerten Stuecke etwa ein Jahr gezielt vorenthalten. Trotzdem erinnerte sich der Nachwuchs an die Melodien, als sie ihnen wieder vorgespielt wurden. Hatten die Babys die Moeglichkeit, durch ihre Blickrichtung eine Musik auszuwaehlen, so bevorzugten sie in allen Faellen jene Toene, die sie schon als Ungeborene gehoert hatten. "Es war bereits bekannt, dass Foeten schon ab der 20. Schwangerschaftswoche hoeren koennen", erklaert Dr. Lamont, "aber wir haben erstmals nachgewiesen, dass sich Babys tatsaechlich zwoelf Monate spaeter daran erinnern und die jeweilige Musik bevorzugen. Das weist auf ein sehr ausgepraegtes Langzeitgedaechtnis hin." Die Annahme, das Gedaechtnis von Saeuglingen reiche nur ein oder zwei Monate zurueck, koenne damit als widerlegt angesehen werden. Dass der jeweilige Musikstil Einfluss auf die Intelligenz der Babys habe, meint die Forscherin uebrigens ausschliessen zu koennen. Ob und wie sich der Musikgeschmack der Kinder im Laufe ihres Lebens aendert, soll jetzt im Rahmen einer Langzeitstudie an den elf kleinen Probanden beobachtet werden. ------------------------------------------------------------------- Naturheilkunde macht Operationen riskant Pflanzliche Medikamente koennen bei Operationen zu Komplikationen fuehren: Knoblauch, Gingko und Ginseng erhoehen die Gefahr von Blutungen, Baldrian verstaerkt die Narkose und Johanniskraut kann zu Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten fuehren. Das berichten amerikanische Mediziner in der aktuellen Ausgabe des "Journal of the American Medical Association". Die Chicagoer Forscher um Michael Ang-Lee durchforsteten Fachpublikationen aus den Jahren 1966 bis 2000 nach Angaben zu Wirkungen und Sicherheit der Praeparate. Besonderes Augenmerk richteten die Wissenschaftler dabei auf die Zeit vor, waehrend und nach Operationen. Zwoelf Prozent aller Amerikaner, so die Forscher, verwenden pflanzliche Praeparate; bei Patienten, die fuer eine Operation vorgesehen waren, habe dieser Prozentsatz sogar bei 22 gelegen. Selbst wenn die Praeparate zwei Wochen vor einer Operation abgesetzt wuerden, koennen sie noch Probleme bereiten. Bedenklich sei insbesondere, dass die behandelnden aerzte oft nicht um die Neben- und Wechselwirkungen wuessten. Zudem verschwiegen die Patienten haeufig aus Furcht vor Vorurteilen gegenueber der Naturheilkunde die Einnahme pflanzlicher Praeparate. Ang-Lee und seine Kollegen fordern daher, dass vor einer Operation die Einnahme pflanzlicher Praeparate erfragt werden muesse und dass sich die aerzte mit den Wirkungen dieser Medikamente vertraut machen sollten. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---- Anzeige --------------------------------------------------------- Clever einkaufen: V@lueMail bringt Ihnen Top-Angebote, kostenlose Warenproben und brandhei�e Produktneuheiten direkt in Ihre Mailbox. 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