MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 13.7.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Tanzender Pulsar testet Einstein 2. Todesfaelle nach Gelbfieber-Impfungen 3. Warnung vor abrupten Klimaveraenderungen 4. Die erlebte Kultur praegt das Ich ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Tanzender Pulsar testet Einstein Ein tanzender Pulsar hat australischen Astronomen dabei geholfen, einmal mehr die Allgemeine Relativitaetstheorie Albert Einsteins zu ueberpruefen. Ihre Beobachtungen des 450 Lichtjahre entfernten Pulsars J0437-4715 bestaetigen Einsteins Vorhersage, dass Raum und Zeit in der Umgebung massiver Objekte gekruemmt sind. Pulsare sind Neutronensterne, Sternenleichen, in denen die Materie so dicht gepackt ist wie in Atomkernen. Kosmischen Leuchttuermen gleich, senden sie regelmaessig Radiopulse aus - 170mal in der Sekunde bei J0437-4715. Dieser Pulsar umkreist einen weiteren alten Stern, einen so genannten Weissen Zwerg. Den australischen Forschern um Matthew Bailes von der Swinburne University of Technology in Melbourne gelang es, das Eintreffen der Radiopulse mit einer Genauigkeit von einer Zehnmillionstel Sekunde zu vermessen. Dabei zeigte sich, dass die Radiopulse durch das Schwerefeld des Weissen Zwergs verlangsamt werden und entsprechend geringfuegig verspaetet auf der Erde eintreffen, schreiben die Forscher in Nature. Diese Verzoegerung ist eine Folge der Verzerrung von Raum und Zeit durch die Schwerkraft, wie sie von Einsteins Relativitaetstheorie vorhergesagt wird. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Die GESCHENKIDEE fuer jeden Anlass: Original-Zeitung vom Tag der Geburt ----------------------------------- Sie erhalten aus unserem Zeitungsantiquariat eine echte, alte Zeitung genau vom Geburtstag des Beschenkten. 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In den letzten Jahrzehnten ist die Krankheit bis in die Staedte vorgedrungen, weswegen die Impfprogramme weiter verstaerkt wurden. Nach Ansicht von Philippe Marianneau vom Pariser Pasteur-Institut sollten diese Impfprogramme auch trotz der Todesfaelle fortgesetzt werden. Gleichzeitig seien jedoch weitere Untersuchungen noetig, um die Ursachen der Todesfaelle zu klaeren und die Impfung noch sicherer zu machen. ------------------------------------------------------------------- Warnung vor abrupten Klimaveraenderungen Die Erde koennte schon bald an einen kritischen Punkt gelangen, an dem sich ihre Funktionsweise schnell und grundlegend aendert. Darauf haben Experten am Donnerstag auf dem Kongress des Internationalen Geosphaere-Biosphaere-Programms (IGBP) in Amsterdam hingewiesen. Zwar seien Atmosphaere und Klima waehrend der vergangenen 10.000 Jahre ungewoehnlich stabil gewesen. Menschliche Aktivitaeten, im Verein mit der natuerlichen Variabilitaet, koennten dies aber jederzeit wieder aendern. Es sei nun erkennbar, dass die vielen einzelnen Veraenderungen ueberall auf der Welt sich aufsummierten und gegenseitig beeinflussten, so die Forscher. Dies koenne das System Erde bis zu einem Schwellenwert treiben, an dem sein Verhalten unvorhersehbar umschlage. "Wir steuern unbekannte Gewaesser an und niemand kann sicher sagen, was vor uns liegt", so Will Steffen, Direktor des IGBP. Oft werde uebersehen, dass die Erde kein lineares System sei, in dem ein kleiner Einfluss eine kleine Reaktion herruft. Beispielsweise koenne man nicht erwarten, dass die Erde sich ueber einen Zeitraum von mehreren Jahrzehnten allmaehlich erwaerme. "Es gibt immer mehr Beweise, dass dies nicht der Fall sein wird", sagte Tom Peddersen von der University of British Columbia in Vancouver. "Dies mag schwierig nachzuvollziehen sein, weil unser Denken groesstenteils linear ist." Einen Vorgeschmack von solch abrupten Systemveraenderungen habe man bereits bekommen, erlaeuterte Peddersen. In einigen Regionen der Erde seien die Durchschnittstemperaturen innerhalb eines Jahrzehnts um bis zu zehn Grad angestiegen. Ein weiteres Beispiel sei das grossflaechige Auftauen von Permafrostboeden auf der gesamten Nordhalbkugel, so Oleg Anisimov vom russischen Staatlichen Hydrologischen Institut in St. Petersburg. Schaeden an Gebaeuden, Strassen und Pipelines seien nur einige der resultierenden Probleme. Ein verheerender Wechsel der Atmosphaerenchemie haette bereits in den 70er Jahren stattfinden koennen, erlaeuterte Paul Crutzen vom Mainzer Max-Planck-Institut fuer Chemie. Haette die Industrie damals bromierte anstelle von chlorierten Kohlenwasserstoffen benutzt, "haetten wir bis Mitte der 70er Jahre ein katastrophales Ozonloch gehabt, ueberall und zu jeder Jahreszeit." Nicht durch weise Planung und Voraussicht, sondern durch Glueck sei diese schwerwiegende Systemaenderung verhindert worden. ------------------------------------------------------------------- Die erlebte Kultur praegt das Ich Die individuellen Unterschiede der Menschen stammen aus der fruehkindlichen Erziehung und sind kulturell gepraegt. Zu diesem Ergebnis kommt eine Studie der chinesischen Entwicklungspsychologin Qi Wang, die als Assistenzprofessorin an der Cornell-University lehrt. In der August-Ausgabe der Zeitschrift "Journal of Psychology and Social Psychology" vergleicht sie die Struktur des Gedaechtnisses chinesischer und amerikanischer Kinder. Wang befragte 119 amerikanische und 137 chinesische College-Studenten nach ihren Erinnerungen aus der fruehesten Kindheit. Das Gedaechtnis der amerikanischen Jugendlichen reichte im allgemeinen bis zu einem Alter von dreieinhalb Jahren zurueck. Das "autobiographische Selbst" der chinesischen Studenten begann dagegen erst ein halbes Jahr spaeter. Fuer die Entfaltung, den Ausdruck und die Behauptung eines "dynamischen Selbstbildes" ist jedoch nicht nur der Zeitpunkt der ersten Ich-Entwicklung wichtig. Kulturelle Einfluesse spiegeln sich auch in der Art und Weise, wie das Ich in seiner sozialen Umwelt gesehen wird. Qi Wang schreibt hierzu: "Die Amerikaner berichten ihre Erinnerungen oft sehr ausfuehrlich, ins Einzelne gehend und gefuehlsmaessig ausgeschmueckt, wobei das Selbst die Hauptrolle spielt. Die Chinesen geben dagegen eher kurze Erzaehlungen von allgemeinen Routineereignissen wieder, die sich auf gemeinschaftliche Taetigkeiten beziehen und emotional neutral sind. Diese Orientierung des Erlebens auf das Individuum im Gegensatz zur Gruppe charakterisiert die vorherrschenden Werte in der amerikanischen und chinesischen Kultur." In einer weiteren Studie, die vor einigen Monaten in der Zeitschrift "Memory" (Bd. 8/2000) erschienen ist, hatte Qi Wang 41 amerikanische und chinesische Muetter gebeten, mit ihren dreijaehrigen Kindern ueber zwei vergangene Erlebnisse und eine erfundene Geschichte zu sprechen. Die amerikanischen Muetter und Kinder waehlten einen ausfuehrlicheren und unabhaengigeren Gespraechsstil, in dem ihre Reaktionen und die persoenlichen Meinungen, Gefuehle und Rollen der Kinder im Vordergrund standen. Die chinesischen Muetter fuehrten die Erlebnisse jedoch weniger aus, stellten oefter Sachfragen und betonten moralische Vorschriften und Verhaltensstandards. Qi Wang, die selbst vor sechs Jahren aus China kam, um ihr Studium an der Harvard University aufzunehmen, ist davon ueberzeugt, dass die Persoenlichkeit des Menschen und das erlebte Ich nicht nur in der unmittelbaren Familienumwelt, sondern auch vom groesseren kulturellen Zusammenhang gepraegt werden: "Meine Ergebnisse zeigen, dass die kulturellen Unterschiede im autobiographischen Gedaechtnis offensichtlich schon in den fruehen Vorschuljahren gebildet werden und bis ins Erwachsenenalter fortdauern." Wenn Menschen in China und Amerika "ich" sagen, dann meinen sie doch nicht dasselbe. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt Media GmbH Alstertwiete 3 20099 Hamburg Tel. 040-386 13 582 Fax. 040-386 13 583 eMail: [EMAIL PROTECTED] ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Wenn Sie den Newsletter abbestellen moechten, dann schicken Sie einfach eine leere eMail unter Ihrer Empfaengeradresse an [EMAIL PROTECTED] Moechten Sie Ihr Abo auf eine neue eMail-Adresse ummelden oder haben Sie Fragen und Probleme, wenden Sie sich bitte an [EMAIL PROTECTED] ---- Anzeige --------------------------------------------------------- 5 % ZINSEN AB DER ERSTEN MARK - EXKLUSIV BEI MONEYSHELF * 5% Zinsen ab der ersten Mark * T�glich verf�gbar * Kostenlos * +++ Fordern Sie Ihr Infopaket an - gratis! +++ http://www.domeus.de/ad2652730/oma-gmbh ---------------------------------------------------------------------- Um sich von dieser Gruppe abzumelden, schicken Sie bitte eine leere eMail an: [EMAIL PROTECTED]
