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MorgenWelt HEUTE vom 20.8.2001
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1. Mond ohne Magnetfeld
2. Braeuche praegen genetische Vielfalt
3. Lakritz verursacht Bluthochdruck
4. Molekuel humpelt ueber Kupferatome
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Mond ohne Magnetfeld

Der Jupitermond Io besitzt offenbar kein eigenes Magnetfeld. Diesen Schluss
ziehen amerikanische Forscher aus neuen Messdaten der Raumsonde Galileo.
Galileo war am 6. August an dem Mond vorueber geflogen. Weitere Messungen
bei einem erneuten Vorbeiflug am 16. Oktober sollen nun dieses Ergebnis
bestaetigen.

Die Magnetfelder von Planeten und Monden werden durch Stroemungen in den
heissen, fluessigen Eisenkernen dieser Himmelskoerper verursacht. Auch Io
besitzt einen Kern aus fluessigem Eisen. Die Abwesenheit eines Magnetfeldes
zeigt den Forschern, dass es in diesem Kern aber keine Stroemungen wie etwa
im Eisenkern der Erde gibt.

Der Grund dafuer ist vermutlich, dass die Hitze im Inneren des Jupitermondes
durch Gezeitenkraefte verursacht wird: Die Anziehungskraft des Jupiter
"walkt" den Mond foermlich durch. Dadurch bildet sich eine heisse Schicht,
die den Kern von aussen waermt. Im Kern der Erde dagegen wird Waerme von
innen nach aussen transportiert.

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Braeuche praegen genetische Vielfalt

Auch Sitten und Gebraeuche hinterlassen ihre Spuren im menschlichen Erbgut,
entdeckte ein internationales Genetiker-Team jetzt. Demnach variieren allein
durch die Mutter vererbte Gene besonders stark in Gesellschaften, in denen
die Ehefrau nach der Heirat zu ihrem Mann zieht. Umgekehrt ist die
Diversitaet der vaeterlichen Gene in solchen Gruppen am hoechsten, in denen
der Ehemann den Wohnort wechselt.

Hiroki Oota und Mark Stoneking vom Leipziger Max-Planck-Institut fuer
Evolutionaere Anthropologie und ihre Kollegen untersuchten sechs
Volksstaemme aus dem Norden Thailands. Bei ueber 300 Maennern und Frauen
sequenzierten sie Teile des von der Mutter stammenden Mitochondrien-Erbguts
und Abschnitte der von Vaetern auf ihre Soehne vererbten Y-Chromosomen.

Die genetische Vielfalt der weiblich vererbten Gene war in den drei
Volksstaemmen, bei denen die Frau nach der Hochzeit in das Dorf ihres
Ehemannes zieht, signifikant erhoeht. Die Diversitaet der vaeterlichen Gene
war in diesen Gruppen dagegen gering. Hierin zeige sich der stete Nachschub
von muetterlichen Genen, glauben die Forscher. Umgekehrt stellten solche
Gemeinschaften fuer die ausschliesslich von Vaetern vererbten Gene isolierte
Inseln dar. Die Diversitaet dieser Gene sei daher entsprechend gering.
Entgegengesetzte Verhaeltnisse fanden die Forscher in den drei Gruppen, bei
denen der Ehemann zu seiner Gattin zieht.

Alle sechs Gruppen stammen aus der gleichen geographischen Region, sprechen
aehnliche Sprachen und praktizieren die gleichen Landbau-Methoden, schreiben
die Forscher in einer Vorabveroeffentlichung von "Nature Genetics". Daher
seien die Resultate ein Beleg dafuer, dass die soziale Struktur ein
wichtiger Faktor fuer die genetische Diversitaet des Menschen sei.
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Lakritz verursacht Bluthochdruck

Eine schlechte Nachricht fuer Lakritzliebhaber: Schon geringe Mengen der
schwarzen Leckerei koennen Bluthochdruck hervorrufen, wenn sie regelmaessig
vernascht werden. Das berichtet die Forscherin Helga Siguronsdottir von der
Universitaetsklinik Goeteborg. Nur 50 Gramm, das ist eine halbe Tuete
Lakritz pro Tag, reichten danach aus, bei einigen Versuchspersonen den
Blutdruck deutlich zu erhoehen.

Lakritz wird aus dem Saft der Suessholzpflanze hergestellt und enthaelt
Glycyrrhizin-Saeure, die den Salzhaushalt des Koerpers beeinflusst. Die
Forscher glauben, dass diese Saeure den Abbau des Hormons Kortisol
behindert. Die Niere speichere als Folge mehr Wasser und Salz und loese so
einen erhoehten Blutdruck aus.

Suessholzsaft wird auch als Naturheilmittel bei Magengeschwueren oder
Bronchitis eingesetzt. Die Wissenschaftler warnen deshalb Patienten mit
Bluthochdruckrisiko vor der Einnahme solcher Praeparate. Auf den Konsum von
Lakritz sollten diese Menschen besser ganz verzichten.
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Molekuel humpelt ueber Kupferatome

Franzoesische und deutsche Physiker haben erstmals ein einzelnes Molekuel
ueber eine Oberflaeche geschoben und dabei seine Verformung gemessen. Die
Ergebnisse vertiefen das Verstaendnis von grossen Molekuelen und ihren
Bewegungen - eine Voraussetzung fuer die Entwicklung von Nanomaschinen.

Francesca Moreco von der Freien Universitaet Berlin und ihre Kollegen
arbeiteten mit einem Molekuel namens TBPP. Dessen Form entspricht einer
flachen Scheibe, an deren Rand vier grosse Kugeln sitzen. Mit Hilfe eines
Rastertunnelmikroskops "packten" die Forscher eine dieser Kugeln und schoben
dann das gesamte Molekuel ueber eine leicht unebene Kupfer-Oberflaeche.

Wie die Forscher in den "Physical Review Letters" berichten, verhielt sich
das Molekuel dabei fast wie ein humpelnder Kaefer: Die Kugel, an der sie das
Molekuel gepackt hatten, und die ihr gegenueberliegende Kugel schwangen in
Bewegungsrichtung vor und zurueck. Die anderen zwei Kugeln folgten dagegen
passiv den Unebenheiten der Oberflaeche.

Allmaehlich bekomme man die Manipulation einzelner Molekuele in den Griff,
kommentiert Jim Gimzewski von der University of California, Los Angeles, die
Arbeit. "Jetzt muessen wir das Molekuel nur noch chemisch veraendern, so
dass wir es kontrollieren koennen."
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