MORGENWELT NACHRICHTEN ------------------------------------------------------- MORGENWELT gibt es nur im Internet unter http://www.morgenwelt.de ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt HEUTE vom 28.8.2001 ------------------------------------------------------------------- 1. Der lange Atem der australischen Megafauna 2. Auch bei Menschen wirken Pheromone 3. Optische Taeuschung im All 4. Partikelfilter: Saubere Diesel machbar ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Der lange Atem der australischen Megafauna Ein neues Licht auf Australiens Naturgeschichte wirft der Fund eines rund 30.000 Jahre alten Skelett eines Beutelwolfs (Thylacinus) im Sueden des Kontinents. Bislang ging man davon aus, dass die grossen Saeugetiere Australiens, die so genannte Megafauna, vor etwa 40.000 Jahren ein jaehes Ende fanden. Die Entdeckung zeigt jedoch, dass die Tiere sich wesentlich laenger halten konnten. Wie der australische Sender ABC berichtet, waren erst vor kurzem an der gleichen Stelle die Skelette zweier Diprotodons entdeckt worden. Diese pflanzenfressenden Beuteltiere erreichten die Groesse von Flusspferden und gelten als Urahnen von Kaengurus und Wombats. Rod Wells und seine Kollegen von der Flinders University schaetzten das Alter der Diprotodon-Ueberreste nun auf rund 20.000 Jahre. Daher sprechen auch diese Funde gegen die Theorie, dass die australische Megafauna binnen kuerzester Zeit von den ersten menschlichen Besiedlern ausgerottet wurde. Sowohl die Knochen des Beutelwolfs als auch die der Diprotodons liegen am Fundort in Positionen, als waeren sie noch heute ueber ihre Gelenke miteinander verbunden. Die Fundstelle gewinnt dadurch nochmals an Bedeutung, so dass die Regierung des Bundesstaats South Australia plant, die Gegend zur Schutzzone zu erklaeren. ----Anzeige-------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- EIN VERFUEHRERISCHES ANGEBOT: Sie moechten noch mehr News aus Wissenschaft und Forschung? Mit weiterfuehrenden Informationen und Links? Und Sie moechten, dass die MorgenWelt Zukunft hat? Dann klicken Sie hier: http://www.morgenwelt.de/nachrichten/newsletter.htm ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- Auch bei Menschen wirken Pheromone Maenner und Frauen kommunizieren miteinander auch durch chemische Signalstoffe, sogenannte Pheromone. Das konnte ein schwedisches Forscherteam jetzt erstmals mit Hilfe der Positron-Emissions-Tomografie (PET) nachgeweisen. Wie sie in der neuesten Ausgabe eines Fachmagazins berichten, erzeugen Pheromone im Hypothalamus, einer speziellen Gehirnregion, deutlich messbare Reaktionen. Die schwedischen Wissenschaftler konnten so erstmals die heiss diskutierte Frage klaeren, ob es auch beim Menschen die Mechanismen der chemischen Signaluebertragung gibt. Zwar hatten Verhaltensstudien in der Vergangeheit den Schluss nahegelegt, dass Pheromone nicht nur bei Tieren eine wesentliche Rolle spielen, doch nachweisen liess sich der Wirkungsmechanismus nicht. Fuer ihre Studie liessen die Forscher Testpersonen an Substanzen riechen, die chemisch den beiden Sexualhormonen Testosteron und Oestrogen verwandt sind. Zugleich untersuchten sie mit Hilfe des PET die Stoffwechselaktivitaeten im Gehirn der Probanten. Dabei stellten sie fest, dass es nur bei Frauen zu einem verstaerkten Blutfluss im Hypothalamus kam, wenn sie maennlichem Testosteronduft ausgesetzt waren. Auf die Maenner wirkte dagegen der Geruch von Oestrogen. Bei normalen Geruechen, so die Forscher, sei eine solche geschlechtsspezifische Reaktion voellig unueblich. Andererseits, so die Wissenschaftler, wisse man aus Untersuchungen an Nagern, dass bei ihnen genau jene Gehirnregion, also der Hypothalamus, durch Pheromone aktiviert werde. Bei Tieren sind Pheromone als wirksame Sexuallockstoffe bekannt. Dort werden sie durch spezielle Riechorgane wahrgenommen. Beim Menschen wurden solche Pheromon-Detektoren bisher noch nicht gefunden. Trotzdem gab es schon lange Vermutungen, dass Pheromone auch bei Menschen eine wichtige Rolle spielen. So wurde immer wieder berichtet, dass Frauen, die eng zusammenleben, unwillkuerlich ihren Zyklus aufeinander abstimmen. ------------------------------------------------------------------- Optische Taeuschung im All Auf die seltene Form einer optischen Taeuschung im All ist ein internationales Team von Astronomen gestossen. Die Forscher aus den USA, England, Spanien und Deutschland beobachteten eine Galaxie, die wie in einem Kaleidoskop sechsfach am Himmel erscheint. Als Ursache fuer das Phaenomen konnten die Astronomen um David Rusin von der University of Pennsylvania eine Gruppe von drei Galaxien ausmachen, die genau zwischen uns und dem mehrfach abgebildeten Sternsystem steht. Die Schwerkraft dieser Vordergrund-Galaxien lenkt das Licht der Hintergrund-Galaxie auf verschiedenen Wegen ab und fuehrt so zur Entstehung der sechs Bilder. Die Astronomen nennen diese Erscheinung "Gravitationslinsen-Effekt". "Dies ist die erste Gravitationslinse mit mehr als vier Bildern, die durch eine kleine Gruppe von Galaxien erzeugt werden", erlaeutert David Rusin die Bedeutung der Entdeckung. Aus der Geometrie der Bilder koennen die Forscher Rueckschluesse auf die Verteilung der Materie in den als Linse wirkenden Vordergrund-Galaxien ziehen. Das kaleidoskopartig in sechs Bilder zersplitterte Sternsystem traegt die Katalogbezeichnung CLASS B1359+154 und befindet sich elf Milliarden Lichtjahre von uns entfernt im Sternbild Bootes. Die drei Vordergrund-Galaxien sind etwa sieben Milliarden Lichtjahre entfernt. ------------------------------------------------------------------- Partikelfilter: Saubere Diesel machbar Der Partikelfilter fuer Diesel-Pkw hat seine Bewaehrungsprobe bestanden. Das geht aus einem Langzeittest hervor, dessen Ergebnisse das Umweltbundesamt und der ADAC heute vorgestellt haben. Auch nach einer Fahrleistung von 80.000 Kilometern halte der Filter noch zuverlaessig gesundheitsschaedliche Russpartikel zurueck. Zukuenftig koennten Diesel-Pkw daher nicht nur wirtschaftlich, sondern auch sauber sein, so das Umweltbundesamt. Dieselmotoren stossen feine Russpartikel aus, die ueber die Atemwege bis in die Lungenblaeschen gelangen und dort Entzuendungen hervorrufen koennen. Einige Forscher sind der Meinung, dass diese Partikel auch Krebs ausloesen koennen. Das Umweltbundesamt verweist auf entsprechende Untersuchungen, nach denen das krebserzeugende Potenzial von Dieselmotoren zehn Mal hoeher ist als das von Ottomotoren. Der Partikelfilter koenne hier jedoch Abhilfe schaffen. Bereits im Fruehjahr 2000 hatte der franzoesisch Automobilkonzern PSA ein "Peugeot"-Dieselmodell auf den deutschen Markt gebracht, das serienmaessig mit einem Partikelfilter ausgestattet ist. Selbst nach dem Langzeittest hielt dieser Filter mehr als 99,9 Prozent der feinen Russpartikel zurueck, berichtet das Umweltbundesamt. "Es gibt jetzt keine Ausreden mehr", schliesst Andreas Troge, Praesident des Umweltbundesamtes aus den Testdaten. "Der Partikelfilter funktioniert auch im Dauerbetrieb." Die Kosten fuer den serienmaessigen Einbau eines Partikelfilters seien fuer den Autokaeufer praktisch nicht spuerbar. Daher sollte die Autombilindustrie ihre Dieselmodelle mit Partikelfiltern oder aehnlich wirksamen Technologien ausstatten, so Troge, um den Dieselmotor aus der Diskussion ueber Gesundheitsgefahren heraus zu bringen. ------------------------------------------------------------------- Weitere Tages-Meldungen der MorgenWelt-Redaktion finden Sie online unter http://www.scienceticker.de Die MorgenWelt gibt es auch in einer englischen Ausgabe: http://www.futureframe.de ------------------------------------------------------------------- ------------------------------------------------------------------- MORGENWELT, alle Rechte - auch der auszugsweisen Verwertung - vorbehalten. ------------------------------------------------------------------- Redaktion: Stefan Jacobasch, Carsten Meinke Astronomie und Raumfahrt: Rainer Kayser ------------------------------------------------------------------- Homepage: http://www.morgenwelt.de Wissenschaft: http://www.morgenwelt.de/wissenschaft Kultur: http://www.morgenwelt.de/kultur Presseschau: http://www.morgenwelt.de/presseschau Archiv: http://www.morgenwelt.de/archiv ------------------------------------------------------------------- MorgenWelt wird herausgegeben von: Volker Lange MorgenWelt e.V. 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