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MorgenWelt HEUTE vom 12.9.2001
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1. Aerzte gehoeren ins Museum
2. Kuenstliche Schwarze Loecher
3. Kleine Wasserkraft-Anlagen schaden den Fluessen
4. Wie Tiefseebakterien frische Gene bekommen
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Aerzte gehoeren ins Museum

Zur Ausbildung angehender Aerzte sollte die Kunstgeschichte gehoeren.
Diese Meinung vertreten Irwin Braverman und Kollegen der Universitaet
Yale. Sie schickten ihre Medizin-Studenten ins oertliche Kunstmuseum
in New Haven, um dort Gemaelde zu studieren.

Schon zwei Stunden intensive Bildbetrachtung haetten die Sinne der
Studenten im ersten Ausbildungsjahr deutlich geschaerft, berichten
die Forscher im "Journal of the American Medical Association": Im
Vergleich zu Studenten, die nur Vorlesungen hoerten, konnten die
Teilnehmer des Kunstkurses auf Patienten-Fotos deren Krankheiten
wesentlich besser einschaetzen.

"Aerzte sollten sich an Sherlock Holmes orientieren", findet
Braverman. In seinen Seminaren soll der medizinische Nachwuch vor
allem  Aufmerksamkeit fuer Details erlernen. Braverman und seine
Kollegen kritisieren, in der aerztlichen Ausbildung bekaemen die
Studenten zu  viele abstrakte Daten eingetrichtert. Fuer eine gute
Diagnose muesse der Arzt aber in der Lage sein, ueber den Tellerrand
des eigenen  Fachgebietes zu schauen.

Vorgefertigte Einschaetzungen zu ueberwinden, wuerden Mediziner
derzeit fruehestens in ihren ersten Berufsjahren lernen. Die Besuche
in  der Gemaelde-Galerie wurden deshalb in Yale jetzt in den
regulaeren Lehrplan aufgenommen.

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Kuenstliche Schwarze Loecher

Winzige Schwarze Loecher koennten schon bald in
Teilchenbeschleunigern erzeugt werden. Das glaubt zumindest der
Physiker Steven B. Giddings von der kalifornischen Universitaet in
Santa Barbara. "Die Produktion von Schwarzen Loechern wuerde die
Beschleuniger beleuchten wie Weihnachtsbaeume", erklaerte der
Forscher gegenueber der New York Times.

Grosse Schwarze Loecher entstehen beim Kollaps sterbender Sterne:
Ihre Schwerkraft wird schliesslich so gross, dass der Zusammenbruch
durch keine abstossenden Kraefte mehr aufgehalten werden kann. Selbst
Licht kann aus den Schwerkraftfallen nicht mehr entkommen. Im Prinzip
koennten Schwarze Loecher jedoch auch beim Zusammenprall von
Elementarteilchen entstehen. Allerdings muessen die Teilchen nahe
genug zusammengebracht werden, damit ihre gegenseitige
Anziehungskraft stark genug wird.

Und dazu koennte, so meinen Steven B. Giddings und andere Physiker,
bereits die Energie der naechsten Beschleunigergeneration ausreichen,
zum Beispiel beim "Large Hadron Collider" der sich beim
Forschungszentrum CERN in der Naehe von Genf im Bau befindet.
Allerdings muessten dazu neuere Theorien zutreffen, nach denen die
Schwerkraft bei winzigen Abstaenden rascher anwaechst, als nach dem
bei grossen Abstaenden geltenden Gravitationsgesetz von Newton.

Die Miniatur-Loecher wuerden sofort nach ihrer Entstehung in einem
immensen Teilchen- und Energieschauer wieder zerfallen. Aus dieser
Reaktion hoffen die Physiker endlich Einsichten in jene Bereiche zu
gewinnen, wo Schwerkraft und Quantenphysik miteinander verschmelzen.
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Kleine Wasserkraft-Anlagen schaden den Fluessen

Der Einsatz von Wasserkraft zur Energiegewinnung ist nicht immer
sinnvoll. Besonders in kleinen, naturnahen Fluessen sollten keine
Wasserkraftanlagen gebaut werden. Dies empfiehlt das Umweltbundesamt
in einer neuen Studie. Darin heisst es, gerade auf kleine
Wasserkraftanlagen bis 1.000 Kilowatt elektrische Leistung solle
verzichtet werden. Mit 1.000 Kilowatt koennen 100.000 Stromsparlampen
mit einer Leistung von zehn Watt betrieben werden.

Laut Studie wird das Potenzial der Wasserkraft in Deutschland schon
zu 70 Prozent ausgeschoepft. Insbesondere in Bayern und
Baden-Wuerttemberg wird das Wasser wegen der natuerlichen
Gefaelleverhaeltnisse zur Energieerzeugung genutzt. Der fuer die
Anlagen notwendige Aufstau verursache aber in kleinen Fluessen schwer
wiegende oekologische Schaeden, kritisiert das Umweltbundesamt. Da
sich die Fliessgeschwindigkeit des Wassers verringere, verschlammten
die Fluesse. Die Stauanlagen verhinderten auch die Wanderbewegungen
von Fischen.

Laut Umweltbundesamt koennten Wanderfischarten nicht mehr zu ihren
Laichgruenden gelangen, weil oftmals funktionsfaehige Fischauf- und
Fischabstiegshilfen fehlten. Tier- und Pflanzenarten, die ohnehin
schon als gefaehrdet gelten, drohten zu verschwinden. Zudem gefaehrde
der Betrieb der Wasserkraftturbinen Fische, vor allem Jungtiere.

Der oekologische Nutzen in Form des eingesparten
Kohlendioxid-Ausstosses stehe in keinem Verhaeltnis zu den Verlusten
in der Natur. Die oftmals geplanten Kleinstanlagen mit einer Leistung
bis zu 100 Kilowatt erzeugten auch besonders teuren Wasserkraftstrom.
Aus volkswirtschaftlicher Sicht gelte: Je geringer die Leistung der
Anlage und je naturnaeher das Fliessgewaesser, desto unguenstiger das
Kosten/Nutzen-Verhaeltnis. Sinnvoller sei es deshalb, die bestehenden
Kraftwerke an grossen Fluessen zu optimieren.
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Wie Tiefseebakterien frische Gene bekommen

Die Lebensraeume in der Tiefsee sind weniger isoliert vom Geschehen
an der Meeresoberflaeche als es den Anschein hat. Dieser Auffassung
ist eine britische Meeresbiologin. Demnach enthaelt der staendig zum
Meeresboden sinkende "Schnee" aus abgestorbenem Plankton nicht nur
Naehrstoffe. Er koennte die Tiefseebakterien auch mit neuen Genen
versorgen.

Wie Carol Turley vom Plymouth Marine Laboratory auf dem Treffen der
Society for General Microbiology in Norwich erlaeuterte, besteht der
marine Schnee aus einer schleimigen Mischung von pflanzlichen und
tierischen Planktonorganismen. Daneben enthalte dieses "Manna vom
Himmel" auch lebende Bakterien.

"Wir haben berechnet, dass jaehrlich rund eine Milliarde lebende
Bakterien auf jeden Quadratmeter des Ozeanbodens herabsinken", so die
Forscherin. Diese Bakterien braechten zahllose neue Gene in die
Tiefe, die sie mit den ansonsten isolierten Tiefseebakterien
austauschen koennten.

Auf diese Weise hat sich eine sehr viel reichhaltigere Tiefseeflora
entwickeln koennen als bislang vermutet, glaubt Curley. Und diese
unter extremen Druecken oder bei eisiger Kaelte arbeitenden
Mikrobengemeinschaften seien nicht nur aus biologischer, sondern auch
aus kommerzieller Sicht interessant: "Dort koennte es bislang
unbekannte Spezies geben, die sich fuer die Biotechnologie oder die
Pharmaindustrie als ueberaus nuetzlich erweisen koennten."
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