Hallo zusammen,

eMail-marketing ist der Renner deshalb
der nachfolgende Auszug von
http://ibm.rhrz.uni-bonn.de/~uzs180/emilia.html

Obwohl eher fuer Usenet-Newsgroups gedacht,
kann man die o. a. Tips aber auch prima
fuer Mailinglisten gebrauchen!

Gruss

Klaus



F: Emilia, wie kann ich im Usenet fuer meine Produkte werben?

A: Fuehren Sie am besten einen 'Spam' durch. Dieser Name kommt daher, weil
jeder den 'Spam ' so gerne mag wie der Kunde in dem Monthy-Python-Sketch,
der
seinen Spam auch so gerne mag.

Am besten suchen Sie sich dafuer einen einfaeltigen Programmierer und
bitten
ihn, ein Script zu schreiben, welches Ihre Nachricht in jeder Newsgroup
postet. Suchen Sie sich dafuer eine msglichst grosse Liste von
Newsgroups. Die
Mitglieder des Usenet erstellen solche Listen eigens zu diesem Zweck. Es
spielt hier keine Rolle, was Ihr Produkt eigentlich ist. Wenn jemand im
Netz
Ihr Produkt benutzt, wird er sich freuen, wenn er darueber in jeder Gruppe
lesen kann.

Schreiben Sie nun eine Nachricht. Halten Sie dabei nicht mit Lobpreisungen
ueber Ihr Produkt zurueck, und vergessen sie nicht zu beschreiben, wie
man mit
ihnen Kontakt aufnehmen kann. (Mehr dazu spaeter.)

Befolgen sie wegen der ueberwaeltigenden Reaktion die folgenden
Ratschlaege:

   * Geben Sie nicht Ihre Telephon-Nummer an. Die Leute werden mit Ihnen
um
     jeden Preis in Kontakt reden wollen, um ueber Ihr Produkt oder Ihren
     Dienst zu reden. Man wird sogar versuchen, sie zuhause zu erreichen.
     Wenn jemand Ihre Privatnummer oder -adresse herausfindet, wird er sie
     allen Anderen mitteilen, damit diese Ihnen ihre Verehrungen zukommen
     lassen koennen, das waere die Kehrseite des Ruhms. Natuerlich wollen
Sie,
     dass der Laden laeuft, aber wollen Sie die ganze Nacht durch
Bestellung
     aufnehmen?

   * Besorgen Sie sich bei einem anderen Internet-Provideren einen
weiteren
     Account. Auf unerfindlichen Gruenden hat Ihr Anbieter wahrscheinlich
     eine Klausel in seinem Vertrag, der ihm die Verbreitung eines solchen
     'Spam' untersagt. Auch wenn das nicht der Fall sein sollte, wird man
     Ihren Account wahrscheinlich wenige Stunden nach der
Veroeffentlichung
     Ihrer Anzeige loeschen. Besorgen Sie sich daher unter anderen Namen
noch
     ein oder zwei weitere Accounts. Das ist der Grund, warum Sie auf Ihre
     Anzeige keine Antworten per E-Mail erwarten koennen.

   * Fuehren Sie einen sauberen Lebenswandel. Ihr Produkt wird so beruehmt
     werden wie Thomas Gottschalk und Lothar Matthaeus! Aber Sie wissen
ja,
     dieser Ruhm hat seine Nachteile, weil Ihre eifrigen Fans jede noch so
     unbedeutende Episode Ihres Lebens ausforschen werden. Gehen Sie also
     sicher, dass sie keine Leichen im Keller haben. (Es sei denn, Ihr
     Produkt hat mit Bestattungen zu tun!)

   * Aus Gruenden der eigenen Sicherheit sollten Sie spaetestens jetzt
einen
     Waffenschein machen. Denn Sie werden schon bald sehr reich sein und
     Ihren Wohlstand verteidigen muessen.

   * Fuellen Sie Ihr FaxgerSt mit Papier auf. Stellen Sie am besten eine
     Hilfskraft zum Nachfuellen und Durchlesen der Faxe ein. Unter den
     Unmengen, die Sie erhalten werden, koennten auch Bestellungen sein.

   * Falls Sie Mitglied in einem Gewerbeverein oder einer Innung sind,
     treten Sie dort aus. Dort gibt es oft solche laestigen
     Wettbewerbsregeln, die Ihre Anzeige nur behindern wuerden. Warum soll
     sich der Verein mit den Anrufen Ihrer Fans, die mit jemanden ueber
Sie
     reden wollen, abgeben?

Gut, jetzt sind wir soweit. Starten Sie jetzt das Programm, das Ihre
Anzeige
in jeder der tausende von Newsgroup postet. Und nun versetzen Sie sich mal
in die Lage einer Ihrer potentiellen Kundinnen. Sie faengt Ihren Tag an,
indem Sie vieleicht eine Gruppe ueber ihr Hobby liest. Und da ist auch
schon
Ihre Anzeige! Da der Titel interessant klingt, liest sie ihn. Sie hat
Ihren
Namen also im Sinn - sie teilt Ihre Gedanken. Klar, Ihr Produkt hat nichts
mit ihrem Hobby zu tun, aber das Netz ist ja dazu da, damit Sie Kunden
bekommen; und nicht etwa dazu, dass Leute ihre Gedanken austauschen.

Dann waehlt Sie die naechste Gruppe an, vieleicht eine zu ihrem Computer.
Und
da ist Ihr Artikel schon wieder! Sie sind in ein Massenmedium der
High-Tech-Welt eingedrungen. Wenn sie nun weitere Gruppen liest, wird sie
Ihre Anzeige wieder und wieder sehen. Stellen Sie sich nur Ihre Freude
vor,
wenn sie den wohlbekannten Titel ueberall wiedersieht. "Mensch, die
muessen
wirklich riesig und wichtig sein", wird sie denken. "Die sind so beruehmt
wie
MicroSoft." Schon bald wird ihre Neugier so gross sein, dass sie unbedingt
kaufen will.

Nun zur Kehrseite. Das Usenet ist sehr unzuverlaessig, darum funktioniert
das
Posten manchmal nicht. Aus unbekannten Gruenden sind darum Ihre Postings
wenige Stunden nach Veroeffentlichung wieder verschwunden. Normalerweise
koennten Sie jetzt einfach hingehen und die Anzeige nochmal posten, aber
wie
ich schon sagte ist jetzt ploetzlich Ihr Account geloescht, so dass sie
sich
jetzt nur noch zuruecklehnen und auf die Bestellungen warten koennen. Es
koennte fast sein, dass einige Leute Ihren Artikel nicht moegen und mit
einem
kleinen Programm (welches noch schlauer als Ihr eigenes ist), den Artikel
im
Netz zurueckverfolgen und loeschen. Ich glaube aber nicht, dass jemand so
etwas
wirklich macht.

Natuerlich gibt es Leute, die sich ueber Ihren Artikel aergern, das
stimmt.
Aber es gibt mindestens 10 Millionen User, und Sie werden hoechstens drei
bis
vier Millionen von denen veraergern - also eine Minderheit!

Andere, die solche Anzeigen veroeffentlicht haben, haben erzaehlt, dass
nur
eine Minderheit unhoeflich oder veraergert reagiert hat, die vielen
anderen
Antworten enthielten dagegen Rueckfragen oder Bestellungen, so dass Sie
sicher
viel zu lesen haben. Leider bezahlen die wenigsten wirklich etwas. Man
vermutet dass es Leute gibt, die so eine Anzeige zwar nicht moegen, aber
trotzdem eine scheinbar interessierte Antwort schicken, um Ihre Zeit zu
verschwenden. Aber wer sollte so etwas tun? Vieleicht mal gerade ein
Prozent
der drei bis vier Millionen Genervten. Kuemmern Sie sich da nicht zu sehr
drum. Ein aehnlicher Prozentsatz wird versuchen, Sie anzurufen oder
anzufaxen, oder Ihnen Backsteine unfrei schicken oder Sie als Abonnent
fuer
Magazine eintragen. Ignorieren Sie diese Leute einfach. Das sind halt
diese
etwa 40'000 extremistischen, kommunistischen Typen, die es nun mal im Netz
gibt. Die regen sich nur auf, weil Sie Geld verdienen und sie selbst
nicht.
Tatsaechlich werden diese Gimpel aufhoeren, die Verbreitung Ihres
Artikels zu
bezahlen. Lernen Sie, sie zu ignorieren. (Das ist kein Ratschlag, es geht
einfach nicht anders.)

Zu diesem Zeitpunkt werden Sie wahrscheinlich aufhoeren muessen, ans
Telephon
zu gehen; aber behalten Sie die Faxe im Auge und halten Sie sich fuer
Mails
bereit. Wenn Sie jemals die Mails zu Gesicht bekommen werden - wahnsinn,
diese Massen!

Wenn sich der ganze Rummel um Sie etwas gelegt hat, gehen Sie gegen
diejenigen an, die Sie wegen Ihrer Anzeige beleidigt haben. Das wird ihnen
schon Respekt einfloessen. Die sollten es besser gewusst haben, anstatt
ein
solch offenes System zu machen. Sicher, sie haben das Netz auf
Kooperativitaet angelegt, aber wenn sie Ihre Anzeige nicht mochten, warum
haben sie keinen Schutzmechanismus eingebaut oder ein betreffendes Gesetz
durchgesetzt? Was Sie gemacht haben, war durchaus legal, warum beschweren
die sich also? Die benehmen sich wie Leute, die den Schluessel im Auto
stecken lassen und anschliessend schreien, wenn der Wagen gestohlen wird.
So,
als wuerden sie dass nicht verdienen. Die sehen einfach nicht die
wundervollen
Moeglichkeiten, die man mit ihrem Netz machen koennte, um kleinen,
aufstrebenden Firmen wie der Ihren den Aufstieg zu ermoeglichen. Das ist
schliesslich der Traum jedes Unternehmers, dass erleben Sie selber, oder
Sie
werden es zumindest, wenn Sie aus dem Bunker wieder herauskommen und Ihr
Telephon wieder anschliessen.

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