Servus Gernot!

Vielen Dank für Deine ausführlichen Kommentare, ich beantworte das mal etwas zusammengefasst:

On Thu, 14 Jul 2016, Gernot Hillier wrote:

Ich habe mir die Videoaufzeichnung Deines Talks jetzt mal angesehen
[...]
Was ich der Aufnahme nicht entnehmen konnte, war die allgemeine Stimmung
bzgl. des Löschens alter Daten, die Diskussion lief ja (leider) in eine
ganz andere Richtung, oder? Gab's auf dem Stammtisch in Passau noch eine
Meinung dazu?

Die Vorträge am OSM-Sonntag waren auf 1h angesetzt, also ca 0.5h Vortrag und nochmal soviel zum Diskutieren. Leider gab's kein Saalmikrophon, weshalb die Fragen kaum zu verstehen sind. Ich hab das ja auch bewusst etwas unterhaltsam versucht zu gestalten, um mir nicht den Zorn der geballten OSM Gemeinschaft zuzuziehen ;) U.a. hatte Frederik Ramm einiges dazu beizugtragen, der in der Data Working Group sitzt, und auch einen Vortrag über schief gelaufene Imports gehalten hat (auch sehr sehenswert!). Der beschäftigt sich also auch mit diesem Thema und hatte schon diverse Ansätze verfolgt, die in eine ähnliche Richtung gehen. Eine wirkliche Lösung konnte aber keiner vorbringen, obwohl das 'Problem' inzwischen allen sehr bewusst geworden ist.

Mein Anliegen wäre eher, manche sogenannte POIs einfach überhaupt nicht
erst einzutragen.

Sprich, deine Idee, POIs nach einer Weile zu löschen, hast Du erstmal
zurückgestellt? Gut. :)

Sagen wir mal so: die Androhung harter Sanktionen ist ein wunderbares Mittel der Provokation, was Widerstand und Aktivität auslöst ;) Ein Ausradieren eines kompletten tags muss ja dann auch wohlüberlegt sein und ggf. reverted werden können, falls die community das so will. Da wäge ich persönlichen Aufwand und Nutzen für OSM (in meinem Sinn) gegeneinander ab.


Kein Mensch braucht die Parkbänke und Mülleimer in OSM.
Es kommt keiner auf die Idee, mit dem Navi/Smartphone danach zu suchen.

Ich habe noch immer kein Argument gehört, warum Dich veraltete Daten von
für Dich irrelevanten Objekten mehr stören als keine Daten.

Für mich sind alle Daten relevant, die _in_ OSM sind.
Es gibt jedoch jede Menge Objekte, die meiner Meinung nach keinen praktischen Nutzen in der Datenbank haben. Praktischer Nutzen heisst derzeit: Suche, Rendering, Routing, Auswertung/Statistik. Und veraltete bzw. falsche Daten haben da schon einen negativen Einfluss. Das war ja auch der Auslöser des Projekts, weil ich peinlicherweise von der Stadt darauf hingewiesen wurde, was alles inzwischen nicht mehr stimmt in OSM. Da sind wir einfach zu bequem geworden.

Ich hatte persönlich auch eine Weile den Ansatz, nur Lokale, Ärzte, etc.
einzutragen, die ich für "wichtig" und langlebig hielt, um sowas von
Vornherein zu vermeiden. Allerdings habe ich festgestellt, dass sich
meine persönliche Nutzung mit der Qualität von OSM geändert hat und ich
inzwischen alles mögliche am Navi suche, was ich früher nicht gesucht
habe. Will heißen: ich traue mir kein Urteil zu, was morgen jemand
anderer sinnvoll verwenden wird.

Ja, du bist auch ein Freak ;)
Wer ein Objekt in OSM einträgt, ist auch meiner Meinung nach dafür verantwortlich. Vor allem, wenn es sich um belangloses Zeug hält. Wenn sich jemand für den Meister der Parkbänke hält, bitteschön, soll er sie halt regelmäßig überprüfen.

Beispiel 2: ich bringe den Kontext nicht mehr zusammen, aber irgendwo
habe ich mal gehört, dass gutes Fußgängerrouting nicht Ansagen wie "in
200 m rechts", sondern "bis zur Weggabelung mit der Parkbank, dort dann
rechts" verwenden sollte.

Gute Idee, wird aber wohl eher nicht realisiert werden. Und vor allem biegst Du dann im schlimmsten Fall bei der falschen Parkbank ab, weil die keiner aktualisiert hat.

Da habe ich übrigens noch ein sehr gutes Beispiel aus Landshut:

Jemand hat eine NOTE beim Koslov in Schönbrunn eingetragen. Dort kann man Bauschutt auf einem großen Gelände abladen.
Die Adresse ist auf das Kassenhäuserl gesetzt, was ja erstmal richtig ist.
Allerdings verläuft direkt neben dem Kassenhäuserl ein kleiner Feldweg; und der Abstand ist kürzer zur Hausnummer als der Abstand der geteerten Zufahrt auf das Gelände. Also fahren alle Lkw's erstmal über den Feldweg, was die Bauern dort nervt.

Ich kenne keinen Router, der Rechnungsadresse und Lieferort(!) unterscheiden kann.
Also erstmal Tagging für den Router, oder?

Wenn ich mal älter bin, freue ich mich vielleicht auch, wenn mir mein
Handy sagen kann, wo die nächste Parkbank ist, keine Ahnung.

Wenn ich mal älter bin, hoffe ich, dass ich die nächste (freie!) Parkbank oder jegliche Sitzgelegenheit auch ohne Handy finde.

Nichtsdestotrotz mal meine heutige Einschätzung zu Deiner Liste:
z.B.:
- Fahrradparkplätze/ständer

Noch nie den Wunsch gehabt, Dein Fahhrad unterwegs vernünftig
abzustellen/anzuschließen?

Abschließen immer. Abstellen so nahe vorm Ziel wie's geht. Gerne auch an der Hauswand mit dem Schild 'Fahrräder anlehnen verboten' ;) Ich stell doch nicht mein Radl 500 Meter vor dem Ziel in einen getaggten Radlständer.

Radfahrer- und Fußgängerrouting waren übrigens auch ein großes Thema auf der FOSSGIS. Da gab's einen Vortrag von Roland Olbrich, der die Diskrepanz zwischen Auto, Schienenverkehr einerseits, und Fußgänger und Radfahrer andererseits angesprochen hat. Letztere haben eben den Charme, sich frei in der Landschaft und je nach Konstitution bewegen zu können. Die vorgetragenen Ideen sind eher von akademischer Natur und kein Radfahrer/Fußgänger käme je auf die Idee, sich dieser diktatorischen Navigation zu unterlegen.

- Parkplätze, die nur aus einem Node bestehen

Was meinst Du damit? Ich mache öfter mal nur einen Node statt einer
Area, wenn ich keine Zeit oder Möglichkeit habe, die tatsächlichen
Ausmaße einzuzeichnen.

Hab ich z.B. bei der Ellermühle entdeckt.
Da gibt es einen rießigen Parkplatz für die Besucher und einzelne Parkplatz-Nodes ausserhalb. Diese sind eher kontraproduktiv und nerven die dortigen Anwohner.


Das heißt, Du bist nicht gegen "shelter=yes"? In Deinem Vortrag hätte
ich das anders verstanden und dazu siehe mein Regen-Beispiel oben...

Am bus_stop mit Bus-Relation etc. von mir aus. Wir haben aber auch etliche 'nur-shelter' Objekte. Das kann man aufräumen/zusammenfassen.


Glaub das war's ;)

A.
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