Moin Ulrich, > Vielleicht kann mir als Bank-Revisor im Ruhestand mal jemand plausibel > erklären, warum man für einen Router, der nicht einmal in der Lage ist > 30 km-Zonen zu meiden, OSM verbiegen soll? ich "kann" Dir dies nicht - bin aber auch der Meinung, dass wir in OSM erst einmal die 'Realität' hinterlegen sollten (für mich gibt es da zwar auch begründete Ausnahmen - aber das ist wieder ein ganz anderes Thema)...
Wie Florian gerade schon in seiner Antwort versucht hat zu beschreiben - alle RoutingEngines versuchen basierend auf den vergebenen OSM-Tags "kosten" zu errechnen - und dann wird die "billigste" Route als Ergebnis ausgegeben... Also um zu verstehen, warum GraphHopper die Route A ausspuckt und OSRM die Route B, muss man (leider) tatsächlich jedes einzelne Teilstück der möglichen Routen untersuchen und herausfinden basierend auf welchem OSM-Tag welche "Kosten" je Teilstück errechnet werden. Um es NOCH SCHLIMMER zu machen... Die "angenommenen Durchschnittsgeschwindigkeit" für eine Strecke ist nur *eine* Größe die in die Kostenberechnung mit einfließt - je nach Engine gibt es da auch noch so etwas wie "bevorzugte" Strecken... Was nun bevorzugt wird liegt wieder ausschließlich in der Implementierung für die einzelnen Fahrzeugklasse... Viele dieser zusätzlichen Routen Konfigurationen (neben der "schnellsten") werden aber in vielen WebOberflächen den Benutzern gar nicht erst zur Auswahl geboten - was es eben noch viel schwerer macht tatsächlich zu erkennen, WAS da unter der Haube abgeht ["schnellste" vs. "kürzeste" vs. "schönste" vs. "mit wenigster Steigung" vs. ... ]. Meiner Meinung nach: Es sollte das gemappt werden, was Du als ortskundiger vor Ort vor findest (also das von Florian häufiger zitierte "Map what's on the ground") - wenn Du von diesem Grundsatz zu Gunsten einer bestimmten RoutingEngine (oder auch ALLER) abweichst, dann solltest Du das zumindest in den OSM-Notitzen Dokumentieren... Ich bin da leider selbst auch nicht konsequent! - das führt aber hier & jetzt zu weit... [ https://www.openstreetmap.org/changeset/63236170]... Also Du kannst aus meiner Sicht jetzt zusätzliche Tags hinzufügen, die möglicherweise in der ein oder anderen RoutingEngine (und wir haben alle gelesen, das Florian OSRM bevorzugt) zu einer anderen "Kosten"-Berechnung führt - allerdings garantiert Dir leider niemand, dass diese zusätzlichen Tags in Deinem Sinne Richtig interpretiert werden [oder überhaupt in der Engine (in dem Modus) berücksichtigt werden] - also am Ende die von Dir als Mensch bevorzugte Route herausfällt... Wenn man versucht die Wechselwirkungen der OSM-Tags in einer Routing-Engine zu verstehen, kann man sich schon den ein oder anderen Knoten im Gehirn einfangen... Grüße Matthias <http://about.me/matthiasmarquardt> _______________________________________________ OSM mailing list [email protected] https://gt.owl.de/mailman/listinfo/osm
