.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 15. September 2011


McAllisters Rückholbarkeits-Vorschlag hat Tücken

Langfristige Sicherheit muss vorrangiges Kriterium jeder
Atommüll-Lagerung sein


Zur aktuellen Debatte um die Endlager-Suche erklärt Jochen Stay,
Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Wenn nun aufgrund des Vorstoßes David McAllisters über die Frage der
Rückholbarkeit von Atommüll nachgedacht wird, ist es aus unserer Sicht
notwendig, genau zu unterscheiden, wovon eigentlich gesprochen wird.

Wesentlich ist für uns, dass der Atommüll, ob rückholbar oder nicht, an
einem Ort gelagert wird, der für eine Million Jahre sicher ist – denn so
lange geht von den strahlenden Abfällen eine Gefahr aus. Die Idee der
Rückholbarkeit basiert ja auf der Hoffnung, dass unsere Nachkommen
irgendwann eine Technik entwickeln, den gefährlichen Müll unschädlich zu
machen. Der Lagerplatz muss aber so gewählt sein, dass er auch sicher
ist, wenn diese Technik nicht gefunden wird und der Atommüll auf Dauer
dort lagert.

Deshalb ist jede oberirdische oder oberflächennahe Lagervariante – wie
McAllister sie in seinem Brief an Röttgen auch in Erwägung zieht – keine
Lösung des Problems. Denn solche Konzepte taugen – wenn überhaupt – nur
für kurze Zeiträume. Castor-Behälter sind beispielsweise nur für wenige
Jahrzehnte konzipiert. Und die Umlagerung des Atommülls in neue
Castor-Behälter erfordert ein Knowhow, von dem wir nicht wissen, ob es
unseren Nachkommen noch zur Verfügung stehen wird.

Nötig ist also weiterhin die Suche nach einem tiefengeologischen
Lagerplatz, der für eine Million Jahre sicher ist – ob mit oder ohne
Option der Rückholbarkeit. Eines wissen wir schon heute: Gorleben ist
dieser Ort nicht, denn der dortige Salzstock hat Kontakt zum Grundwasser
und liegt auf einem der größten Gasvorkommen des Landes.“


Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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