.ausgestrahlt – Gemeinsam gegen Atomenergie
Pressemitteilung

Hamburg, 09. Oktober 2011


Endlager-Suche: „Der Kaiser ist nackt!“

AKW-Betrieb ohne sichere Atommüll-Entsorgung ist nicht zu verantworten


Zum Beharren von Bundesumweltminister Norbert Röttgen auf dem
Endlager-Standort Gorleben und dem Vorschlag aus Baden-Württemberg für
die Neuausrichtung der Suche nach einem Atommüll-Endlager erklärt Jochen
Stay, Sprecher der Anti-Atom-Organisation .ausgestrahlt:

„Egal ob die Bundesregierung blind für alle geologischen Mängel stur an
Gorleben festhält oder ob Baden-Württemberg die Endlagersuche auf andere
Standorte ausweiten will: Unterm Strich kann niemand mit Gewissheit
sagen, ob es zukünftig einen sicheren Lagerplatz für die Millionen Jahre
strahlenden Hinterlassenschaften aus den Atomkraftwerken geben wird. Die
Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es diesen Ort niemals geben wird.

Unter diesen Bedingungen ist der Weiterbetrieb von neun Reaktoren nicht
zu verantworten. Jedes Jahr entstehen dort weitere 250 Tonnen
hochradioaktiver Müll, der unsere Nachkommen vor unüberwindliche
Probleme stellen wird. Es kann doch nicht legal sein, Tag für Tag
giftigste Stoffe zu produzieren, ohne dass deren sichere Entsorgung
gewährleistet ist.

Klar muss der völlig ungeeignete Salzstock von Gorleben endlich
aufgegeben werden, weil ein Atommüll-Endlager mit direktem Kontakt zum
Grundwasser einfach nicht geht. Und natürlich muss die Endlagersuche
wieder bei null beginnen, da alles, was in den letzten Jahrzehnten in
der Asse, in Morsleben und Gorleben dazu unternommen wurde, gründlich
schiefgegangen ist. Aber jetzt einfach neue Standorte zu benennen, wie
es die grün-rote Regierung Baden-Württembergs vorschlägt, macht keinen
Sinn. Denn zuerst müssen die Fehler der Vergangenheit aufgearbeitet
werden, damit sie sich nicht wiederholen.

Es ist an der Zeit, dass denjenigen, die immer so tun, als wäre das
Atommüll-Problem lösbar, jemand laut und deutlich zuruft: „Der Kaiser
ist ja nackt!“

Und weil es schlicht unmoralisch ist, Atommüll zu erzeugen, ohne dass
die sichere Entsorgung gewährleistet ist, muss den noch laufenden
Atomkraftwerken die Betriebsgenehmigung entzogen werden. Alles andere
wäre ein Verbrechen an den kommenden Generationen.“


Rückfragen an Jochen Stay, Tel. 0170-9358759
http://www.ausgestrahlt.de

.ausgestrahlt ist eine bundesweite Anti-Atom-Organisation, die
AtomkraftgegnerInnen darin unterstützt, aus ihrer Haltung öffentlichen
Protest zu machen.
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