Trägerkreis der Großdemonstration „Gorleben soll leben“ in Dannenberg
Gemeinsame Pressemitteilung
16. November 2011
Anti-Atom-Initiativen, Bauern und Gewerkschafter gemeinsam gegen Castor
Proteste gegen „Gorleben-Durchsetzungsgesetz“ und „Atomausstieg light“
Zur Stunde sind Vertreterinnen und Vertreter des Gorleben-Widerstands zu
Gast bei der Landespressekonferenz in Hannover, um über die Pläne und
Motive der Protestbewegung rund um den Castor-Transport Ende November zu
berichten.
Am 26. November wird in Dannenberg eine Großdemonstration stattfinden,
die sich gegen den Castor-Transport, gegen das Festhalten am
Endlagerprojekt im maroden Salzstock von Gorleben und gegen den
Weiterbetrieb von neun AKW und weiterer Atomanlagen richtet.
Die Proteste finden vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um ein
Endlagersuchgesetz statt: „Das von der Bundesregierung angekündigte
Endlagersuchgesetz droht zu einem ‚Gorleben-Durchsetzungsgesetz‘ zu
werden“, so Carsten Niemann von der Bäuerlichen Notgemeinschaft
Lüchow-Dannenberg auf der Pressekonferenz. „In dem von Röttgen
angekündigten Zeitplan – Mitte 2012 sollen Bundesrat und Bundestag schon
entscheiden! – ist es unmöglich, Kriterien für ein sicheres Endlager zu
erarbeiten. Und währenddessen wird unausgesetzt an einem Endlager in
Gorlebener Salzstock weitergebaut. Der Standort Gorleben wurde Mitte der
1970er Jahren unter Ausschluss der Öffentlichkeit willkürlich ausgewählt
– aus rein politischen Gründen. Die sogenannte ‚untertägige Erkundung‘
seit 1986 ist nichts anderes als der Bau eines Endlagers in
industriellen Dimensionen. Täglich werden dort Fakten geschaffen – trotz
Wasserzuflüsse von oben, Gas von unten und einer durchlöcherten
Deckschicht.“
Nach den Massenprotesten im Frühjahr geht die Anti-Atom-Bewegung jetzt
erneut auf die Straße: „Die Großdemonstration in Dannenberg und die
Proteste der gesamten Zeit werden zeigen, dass dieser Atomausstieg light
die Gesellschaft nicht zufriedenstellt. Acht abgeschaltete
Atomkraftwerke sind erst der Anfang“, erklärt Kerstin Rudek, Vorsitzende
der Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg. „Neben der
sofortigen Abschaltung aller Atomanlagen fordern wir die endgültige
Aufgabe der Endlagerprojekte Gorleben und Schacht Konrad, die auf dem
gescheiterten Entsorgungskonzept von vor 35 Jahren basieren! Aus
Fukushima Lehren ziehen, heißt auch, die Sicherheitskriterien für
Atommülllagerung komplett neu definieren!“
Mitveranstalter der Demonstration ist der DGB Nordost-Niedersachsen:
„Gorleben ist geologisch und politisch verbrannt. Die notwendige
Endlagersuche muss transparent, ergebnisoffen und unter Ausschluss des
Standortes Gorleben erfolgen. Da passt kein Blatt zwischen die
Initiativen im Wendland und den DGB“, so Lennard Aldag,
DGB-Regionssekretär für Nordost-Niedersachsen. "Soziales und Umwelt sind
zwei Seiten einer Medaille. Eine Energiewende auf den Rücken der
Beschäftigten ist genauso inakzeptabel wie eine Gefährdung der
Lebenswelt unserer Kolleginnen und Kollegen. Wir kämpfen für gute Arbeit
und ein gutes Leben."
Nicht nur der erwartete Atommülltransport ist ein Anliegen für die
Proteste, macht Jan Becker vom Informationsnetzwerk ContrAtom deutlich:
„Die Wahrheit des deutschen Atomausstiegs ist der Ausbau der
Urananreicherung in Gronau und der willkürliche Weiterbetrieb von neun
Meilern die jeden Tag weiteren Müll erzeugen. Neben 'Castor Stop'
fordern wir auch das Ende der Urananreicherung und
Brennelemente-Herstellung sowie die Stilllegung aller AKW.“
Für Rückfragen:
* Carsten Niemann, Bäuerliche Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg,
0170-3425914
* Kerstin Rudek, Vorsitzende der Bürgerinitiative Umweltschutz
Lüchow-Dannenberg, 0160-1592473
* Lennard Aldag, DGB-Regionssekretär für Nordost-Niedersachsen, 0170-6342835
* Jan Becker, ContrAtom, 0160-8029185
Weitere Informationen auf
http://www.gorleben-castor.de
Presse-Kontakt für den Trägerkreis:
* Wolfgang Ehmke, Pressesprecher BI Lüchow-Dannenberg, 0170-5105606
* Jochen Stay, Sprecher .ausgestrahlt – gemeinsam gegen Atomenergie,
0170-9358759
Weitere Pressekontakte:
https://www.gorleben-castor.de/index.php?cont=8
Organisiert wird die Großdemonstration von einem Bündnis aus
Bürgerinitiative Umweltschutz Lüchow-Dannenberg, der Bäuerlichen
Notgemeinschaft Lüchow-Dannenberg, der Anti-Atom-Organisation
.ausgestrahlt, dem Kampagnennetzwerk Campact, dem Bund für Umwelt- und
Naturschutz Deutschland (BUND), Robin Wood, ContrAtom, der
Arbeitsgemeinschaft Schacht Konrad und dem DGB Region Nordost-Niedersachsen.
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Pressedienst von ausgestrahlt.de
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oder im Internet unter:
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